Drogenangebot und -nachfrage bedingen sich gegenseitig

Schlafmohnplantage in Helmland, Afghanistan Schlafmohnplantage in Helmland, Afghanistan | Bild (Ausschnitt): © Sgt Pete Thibodeau - Wikimedia Commons Bei Drogen wie auch legalen Gütern stehen Angebot und Nachfrage in unmittelbaren Zusammenhang. Die Nachfrage stellt dabei die treibende Kraft für den Drogenhandel dar. Dies bestätigte auch der ehemalige kolumbianische Präsident Belisario Betancur (1982-1986): „Solange es eine Nachfrage gibt, wird die Produktion niemals komplett ausgelöscht werden können.“ Rund 17 Millionen Menschen konsumieren jährlich illegale Opiate, dazu gehören Opium, Heroin und Morphium. Allein 2014 gab es 207.000 Drogentote. Längst ist der Drogenhandel einer der größten Rohstoffmärkte der Welt. Jährlich werden mehrere Milliarden US-Dollar umgesetzt. Insgesamt wurden über 7.500 Tonnen Opium benötigt, um die weltweite Heroin- und Opiumnachfrage 2014 zu decken. Allein in Afghanistan wurden 6.400 Tonnen Opium produziert. Somit werden mehr als 85 Prozent des weltweiten Marktes für illegale Opiate vom Land am Hindukusch aus bedient. Dort und im Goldenen Dreieck züchten Kleinbauern mit Schlafmohn den Rohstoff für Opium und Heroin, weil dies im Gegensatz etwa zum Weizenanbau mehr oder überhaupt Einkommen verspricht. Das treibt seit Jahrzenten ganze Familien von Landwirten in die Drogenkriminalität.
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Gangs tricksen Behörden mit einfachen Methoden aus – Drogen verhelfen ihnen zu mehr Macht

Wasserdicht verpackte Drogen nahe Zentralamerika Beschlagnahmte Drogenpakete in der Nähe der Küste von Zentralamerika | Bild (Ausschnitt): ©  Coast Guard News [CC BY-NC-ND 2.0]  - Flickr In den USA ist Kokain immer leichter zu erhalten. Die DEA meldet, dass zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt wieder mehr des weißen Pulvers in die Vereinigten Staaten kommt. Das ist der erste Anstieg seit dem Jahr 2007. Diese Einschätzung legen vor allem die gestiegene Anzahl von Toten nach Überdosis und die Beschlagnahmungen der letzten Jahre nahe. Die Anzahl der Verstorbenen ist auf 5.415 im letzten Jahr gestiegen. Das ist der höchste Wert seit 2007 und ein Anstieg von 9,5 Prozent seit 2014. Die Steigerung ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass in Kolumbien die Produktion von Kokain um 67 Prozent angestiegen ist. Bei Tests von beschlagnahmten Schiffsladungen waren über 90 Prozent des Kokains aus Kolumbien. Die Gangs ihrerseits verwenden mehr billige und leicht erwerbbare Technik, um zu schmuggeln.
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Fentanyl-Epidemie kostet Menschenleben – Mexiko und die USA reagieren zögerlich

 Painkillers  | Bild (Ausschnitt): ©  Eric Norris [CC BY 2.0]  - flickr Der Konsum des synthetisch hergestellten Opioid Fentanyl entwickelt sich immer mehr zu einer Epidemie. Nach einem Bericht der UNO von 2017 verursachten Fentanyl und ähnliche Mittel 5.000 Tote durch Überdosis seit Herbst 2013 in den USA. In Kanada nimmt man an, dass die Drogen der Fentanyl-Familie zu 655 Toten zwischen 2009 und 2014 beigetragen haben. Der Bericht erwähnt auch Todesfälle in Europa, die mit der gefährlichen Substanz in Verbindung stehen. Die Zahlen sollen stetig ansteigen. In den USA sind insbesondere die Bundesstaaten des so genannten Rust Belts von der Epidemie betroffen, eine industriell geprägte Region im Nordosten der Vereinigten Staaten. Allein 2015 sollen in den Vereinigten Staaten 33.000 Menschen an einer Überdosis gestorben sein, die mit Opiaten zusammenhängt. Die US-Botschafterin in Mexiko Roberta Jacobson sagte, dass für 2017 ein weiterer Sprung nach oben in der traurigen Statistik zu erwarten sei. Am 16. Mai hielten Experten in Mexiko eine Konferenz zur kontinuierlichen Verbreitung von Fentanyl ab. Dort wurde beraten, wie besser dagegen angekämpft werden kann.
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Kokainhandel intensiviert Entwaldung in Zentralamerika

  Bild (Ausschnitt): © Tan Kian Yong - Dreamstime Bis zu 30 Prozent der Entwaldung in zentralamerikanischen Ländern sind auf den Kokainhandel zurückzuführen. Gemäß einer Studie des Environmental Research Letter Journal sind Honduras, Guatemala und Nicaragua besonders schlimm betroffen. Dabei handelt es sich um die erste Studie, die darstellt, wie der Drogenhandel im Gegensatz zum Drogenanbau die Entwaldung beeinflusst. Somit ist der Drogenhandel eine unmittelbare Ursache für Umweltschäden in Lateinamerika.
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Trotz Verhaftung von zwei Drogenbaronen: Korrupte Politik sichert Geschäft des Sinaloa-Kartells

  Bild (Ausschnitt): ©  Pkripper503 - Dreamstime Der Ursprung des Drogenhandels liegt tief im Landesinneren, im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa. Unzugängliche Täler und Gebirge ermöglichen seit vielen Jahrzehnten den Anbau und Handel von Rauschmitteln. Es ist auch die Heimat der mächtigsten Verbrecherorganisation der Welt: dem Sinaloa-Kartell. Es ist ein weitläufig organisiertes Unternehmen. Zu seinem Vorstand gehörte auch Chapo Joaquín Guzmán, der im Januar 2017 festgenommen und den USA ausgeliefert worden war. Innerhalb Mexikos arbeitet das Kartell mit 16 Bundesstaaten, außerhalb kooperiert es mit Franchise-Unternehmen in 58 Ländern. Lange bestand das Hauptgeschäft des Kartells aus dem Schmuggel von Marihuana und Kokain. Seit 2008 verlagerte sich der Fokus jedoch auf Heroin, produziert in Mexiko. Außerdem ist das Sinaloa Kartell in Waffen- und Menschenhandel involviert. Auch mit Rohstoffen und Produktpiraterie verdienen sie ein Vermögen. Der „multinationale Konzern“ setzt Schätzungen zufolge hundert Millionen Dollar im Monat um. Riesige Mengen Schwarzgeld werden per LKW nach Mexiko transportiert. Dort wird das Geld zunächst gewaschen und später in Banken auf der ganzen Welt verteilt. Erst danach können es die Bosse wieder gebrauchen. Das Sinaloa Kartell arbeitet mit den Flores-Zwillingen aus Chicago zusammen, deren Gang bereits über mehr als 5000 Mitarbeiter verfügt. Sie kontrollieren Netzwerke und Städte in ganz Amerika und können bis zu zwei Tonnen Drogen im Monat bewegen.
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Guatemala: Krieg zwischen Drogenkartellen löst Ausnahmezustand aus

Schlafmohn Der Anbau von Schlafmohn ist in Mexiko in den vergangenen Jahren stark angestiegen. | Bild (Ausschnitt): © tanja niggendijker [CC BY 2.0]  - Wikimedia Commons Zwischen den Gemeinden Ixchiguán und Tajumulco in Guatemala herrscht ein mit Gewalt geführter Konflikt. Die beiden Orte liegen im Bundesstaat San Marcos. In der Nähe der beiden Gemeinden ist ein erbitterter Stellvertreterkrieg ausgehend von zwei mächtigen mexikanischen Drogenbanden ausgebrochen. Das Sinaloa Kartell und das „Jalisco Cartel New Generation“ (CJNG) kämpfen in der Region um Felder für den Anbau von Schlafmohn. Die Pflanze ist das Grundmittel für Heroin. Die guatemaltekische Regierung sah keinen anderen Ausweg mehr, als den Ausnahmezustand auszurufen und das Militär zu mobilisieren. Zwischen den beiden Gemeinden gibt es schon seit längerer Zeit kleinere Konflikte. Dabei dreht es sich meistens um Kontrolle über Land und Zugang zu Wasser. In den letzten Jahren soll die Gewalt jedoch rapide angestiegen sein und die Methoden zur Verteidigung werden immer drastischer. Zuletzt haben rivalisierende Banden mit Gewehren und Granaten gegeneinander gekämpft. Der Konflikt zwischen den beiden Gemeinden wird dadurch angeheizt, dass in Ixchiguán die Bauern für das Sinaloa Kartell arbeiten und in Tajumulco bauen die Farmer Opium für das CJNG an. Die beiden Banden streiten sich um Gebiet und Schmuggelwege.
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Kolumbiens neue Strategie zur Drogenbekämpung bedeutet die Abkehr vom „War on Drugs“

Colombia Drugs Das kolumbianische Militär im Kampf gegen Kokain | Bild (Ausschnitt): © Policía Nacional de los colombianos [CC BY-SA 2.0]  - Flickr Der Friedenvertrag mit der FARC ist nun bereits seit einem knappen halben Jahr beschlossen und die kolumbianische Regierung ist weiterhin darauf bedacht, die zentralen Eckpunkte des Vertrags abzuarbeiten. Ein wichtiger Bestandteil des Vertrags beinhaltet die Bekämpfung des Kokaanbaus. Lange Zeit wurde der Drogenanbau mit Unterstützung der USA auf konsequente und zum Teil brutale Art und Weise geführt. Der „War on Drugs“ stellte lange die primäre Taktik dar, die jedoch auch zahlreiche negative Konsequenzen zur Folge hatte. Nicht nur, dass er wenig erfolgreich war, sondern auch, dass er Unsummen an Geld kostete und zahlreiche Opfer forderte. Kolumbien investierte zwischen 2008 und 2009 elf Prozent seines Bruttoinlandprodukts in den Krieg gegen Drogen. Zudem hingen zwischen 1994 und 2008 25 Prozent der Tötungsdelikte direkt mit dem illegalen Drogenmarkt zusammen.
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Ecuadors Rolle im Drogenhandel wächst – Eine Herausforderung für die Sicherheit?

Containerschiff  Bild (Ausschnitt): © Roel Hemkes [CC BY 2.0]  - Flickr In weniger als einer Woche wurden in Ecuador über drei Tonnen Kokain beschlagnahmt. Eine große Menge, die die wachsende Rolle des Landes im transnationalen Drogenhandel signalisiert. Auch die Möglichkeit, dass zunehmende Drogenströme durch das Land zu größeren Herausforderungen für die Sicherheit führen könnten, rückt weiter in den Fokus der Aufmerksamkeit.Seit langem ist Ecuador ein wichtiger Transitstaat. Während in dem Land selber kein Kokain produziert wird, grenzt es an zwei der weltweit wichtigsten Koka-Produzenten: Kolumbien und Peru. Bereits in den 1970er Jahren hat Pablo Escobar peruanisches Koka über Ecuador nach Kolumbien befördert, wo anschließend die Koka-Pflanze zu Kokain verarbeitet wurde. In Ecuador werden Drogensendungen in beide Richtungen transportiert. Im Mittelpunkt dieser Dynamik steht Guayaquil, einer der wichtigsten Häfen des Kontinents und ein Ausgangspunkt für den Transport illegaler Substanzen, welcher lange unter dem Einfluss transnationaler, krimineller Organisationen stand. Das hohe Volumen legalen Warenverkehrs durch den Hafen erleichtert den Drogenschmuggel erheblich. Denn nach Angaben des US-Außenministeriums werden nur 20 Prozent der Containerexporte kontrolliert. Zudem ist Guayaquil ein Treffpunkt für internationale, kriminelle Gruppen und ein Lagerzentrum für Drogen.
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Verdacht: UNO subventioniert Koka-Anbau in Peru

Kokablätter in der Hand  Bild (Ausschnitt): © Riopatuca - Dreamstime Seit einigen Jahren verfolgt Peru die Maxime, die Felder der Kokapflanzen rücksichtslos zu vernichten. Die Eradikation hat nicht nur positive Auswirkungen für die Bauern in Peru. Für sie bildet der Anbau der Pflanze eine wichtige Lebensgrundlage. Perus anti-Drogen Behörde (DEVIDA) gibt an, dass im Andenstaat derzeit 55.000 Hektar Anbaufläche für Kokapflanzen zu finden sind. Noch 2015 lagen Schätzungen der Vereinten Nationen bei einer Fläche von 40.300 Hektar. Diese Zahlen stehen im Widerspruch zum Trend der letzten Jahre in der gesamten Region. Bei Perus Behörden gibt es nun die reale Angst davor, dass der Anbau von Drogen sich weiter professionalisiert und so die langjährigen Bemühen der Behörden außer Kraft setzt. Auch die Anstrengungen der UN im Kampf gegen den Drogenanbau drohen ins Leere zu laufen, wenn die Befürchtungen eintreffen.
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Mexikanischer Drogenkrieg beginnt zu eskalieren

Protest gegen War on Drugs Protest gegen War on Drugs - "40.000 Tote -nicht mehr!" | Bild (Ausschnitt): © Fronteras Desk [CC BY-NC-ND 2.0]  - Flickr In Mexiko ist die Zahl der Morde in den letzten Jahren enorm angestiegen. Bis heute gibt es keine Anzeichen nachlassender Gewalt. Aufgrund der steigenden Gewalt in Bezug auf den Drogenhandel überholt Mexiko den Irak und Afghanistan, und wurde im Jahr 2016 das zweitgrößte Kampfgebiet der Welt. Der Herrschaft des Terrors, die durch mexikanische Drogenkartelle entstand und die unschuldige Zivilbevölkerung traf, fielen 23.000 Menschen zum Opfer - Die höchste Mordrate seit 2012. Mexikos militarisierter Drogenkampf ähnelt zunehmend einem bewaffneten Konflikt.
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