Mexiko: Kinderraub durch Drogenkartelle

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Menschenrechtsgruppen beklagen eine lange unbeachtet gebliebene Facette des Drogenkriegs in Mexiko: In vielen ärmlichen mexikanischen Städten werden Kinder und Jugendlichen von den Drogenkartellen verschleppt und gezwungen für sie zu arbeiten. Die Behörden schenken laut Aktivisten diesem Problem nur wenig Aufmerksamkeit oder sind schlichtweg überfordert damit. Viele Kinder verschwinden einfach und oft weiß niemand, ob sie nun zu den ca. 50.000 Opfern des Drogenkriegs gehören oder nun selbst Teil des mörderischen Getriebes geworden sind. Zwischen 2007 und 2011 verschwanden im Norden des Landes etwa 1.000 Jugendliche. Seit 2006 beläuft sich die Zahl im ganzen Land auf etwa 5.000 Kinder. Die Dunkelziffer liegt dabei wahrscheinlich noch höher, da viele Fälle nicht nachgewiesen werden können. Den neuen Zuwachs der Kartelle bildeten lange Zeit meist desertierte Polizisten und Soldaten sowie Freiwillige, die am schnellen Geld interessiert waren. Auch wurden laut einer Untersuchung die Jugendlichen früher aus Armut oder Drogensucht in die Fänge der Drogenbosse getrieben. Doch die Zahl der unfreiwilligen Mitglieder stieg in den letzten Jahren extrem an. Zahlreiche gefangengenommene Mitglieder berichten von Verschleppung und Zwang. Vielen bleibt nur der Tod oder die Mitgliedschaft im Drogenkartell. Der Direktor des Menschenrechtszentrum in Coahuila, Blanca Martinez, erklärte, das Durchschnittsalter der Verschleppten läge bei 29 und unter ihnen wären auch viele schon Berufstätige wie Ingenieure und Bauarbeiter.

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