Drogenabhängige Frauen in Afghanistan

Bild: © n.v. -

Wird über die Situation der Frauen in Afghanistan gesprochen, fällt das Thema häufig auf Zwangsehen, Armut oder fehlende Rechte. In Afghanistan gibt es eine Million Drogenkonsumenten, das entspricht rund drei Prozent der Bevölkerung. Dass darunter auch viele Frauen sind, wissen die wenigsten. Schätzungen zufolge gibt es 110.000 weibliche Konsumenten. Nur rund ein Zehntel von ihnen hat Zugang zu Behandlungsmöglichkeiten für Drogenabhängigkeit. Auch über sexuell übertragbare Krankheiten lagen bis 2009 keine Zahlen vor. Eine Studie aus dem Jahr 2009 zeigte, dass – obwohl die HIV-Verbreitung in Afghanistan relativ niedrig ist – rund sieben Prozent der Leute, die Drogen injizieren mit dem Immunschwäche-Virus infiziert sind.

Daher bietet seit 2008 der Internationale Suchtstoffkontrollrat der Vereinten Nationen eine Beratungsstelle für Frauen an, die besondere Randgruppen der Gesellschaft darstellen – darunter Drogenabhängige und Gefängnisinsassinnen. So konnten bislang 3.000 süchtige Frauen und auch viele ihrer drogenkranken Ehemänner erreicht werden. In der Beratungsstelle gibt es als Ansprechpartner unter anderem Mediziner, Krankenschwestern und Sozialarbeiter.

Eine der Frauen, die den Weg zur Beratungsstelle gefunden haben, ist Waheeda. Sie begann nach ihrer Hochzeit Drogen zu nehmen, als sie Anfang zwanzig war. Bevor sie selbst abhängig wurde, hatte sie verzweifelt versucht, ihren ebenfalls süchtigen Ehemann von den Drogen zu befreien. Auch als sie schwanger wurde, hörte sie nicht auf, Drogen zu nehmen – während jeder ihrer Schwangerschaften. Der Grund hierfür: sie war nicht über die Schäden für das ungeborene Kind informiert. So war jedes ihrer vier Kinder bereits von Geburt an drogenabhängig. Erst nach zwölf Jahren gelang es ihr, die Beratungsstelle zu kontaktieren.  

 

Quelle:

Über lisaK / earthlink

Praktikantin bei EarthLink / Studiert Politikwissenschaft und VWL an der LMU München
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