Finanziert Khat-Export Al Shabaab Terroristen in Somalia?

Bild: © n.v. -

Khat wird hauptsächlich im Jemen, aber auch in anderen Ländern im Nahen Osten und Ostafrika angebaut und konsumiert. Das Kauen der Blätter ist bei der Bevölkerung seit Jahrhunderten traditionell verwurzelt.

Vor allem die Männer kauen täglich mehrere Stunden Khat, welches leicht stimulierend wirkt und auch gegen Hunger und Müdigkeit hilft. Dadurch gehen jedoch täglich mehrere Millionen Arbeitsstunden verloren. Bis zu einem Drittel des Einkommens wird für die Blätter ausgegeben, nicht selten verschulden sich die Abhängigen.

Zudem benötigt die Pflanze sehr viel Wasser, was in den ohnehin trockenen Ländern zum Problem werden kann.1

In Kenia und Äthiopien, Ostafrika sichert der Khat-Anbau vielen Familien das Überleben. 2010/11 war der Khat-Export die drittgrößte Einnahmequelle Äthiopiens.2 Die nationalen Behörden befürchten laut dem Beicht des Suchtstoffkontrollrats jedoch, dass über die Vertriebswege neben dem legalen Khat auch illegale Drogen geschmuggelt werden.3

Kenia und Äthiopien exportieren einen Großteil der Ernte in die Niederlande oder Großbritannien, wo Khat-Handel und –Konsum legal ist und viele Somalier leben.

Dies soll sich nun ändern. Aus gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Gründen will die Regierung der Niederlande Khat verbieten.

Die Farmer in Kenia und Äthiopien sind von dieser Nachricht schockiert. Für sie ist der Khat-Anabu die einzige Chance, ihre Familien zu ernähren und die Kinder in die Schule zu schicken.

Laut einem UN-Bericht soll sich die islamistische Al Shabaab Miliz, die weite Teile Südsomalias kontrolliert, teils durch die Besteuerung von Khat-Exporten nach Somalia finanzieren. Zudem wird vermutet, dass auch europäische Mittelmänner das Geld aus dem Khat-Export nach Somalia überweisen könnten.

Dies wird schon seit langem vermutet, jedoch ist der Nachweis sehr schwierig. Dass das Geld über Dubai nach Somalia gelangt, konnte aufgezeigt werden, dann aber verliert sich die Spur.2

Ein weiteres Problem besteht darin, dass somalische Jugendliche in Großbritannien oft schlecht integriert sind und kaum Arbeit finden. Dies fördert ihre Abhängigkeit von Khat und sie wenden sich von der Gesellschaft ab und isolieren sich. Genau das nutzt Al Shabaab aus und rekrutiert die Briten für ihre Miliz in Somalia. Viele der Jugendlichen sind bereits aus England verschwunden, ihr Verbleib ist meist unklar.

Laut des „Royal United Service Institute“ stammen in etwa ein Viertel der ausländischen Kämpfer der Al Shabaab Miliz aus Großbritannien.4

 

  1. Link zur Webseite von Drogen Macht Welt Schmerz []
  2. Link zum Artikel von CNN „Somalia“ [] []
  3. Link zum INCB-Bericht []
  4. Link zum Artikel von CNN „Großbritannien []
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