Guinea-Bissau: Neue Achse für Kokainhandel

Zahlreiche Staatsstreiche, Militäraufstände und politische Morde haben aus Guinea-Bissau ein instabiles und autoritäres Regime gemacht. Der Staat ist zudem zum neuen Zentrum des Kokainhandels aufgestiegen (UNODC). Im Zuge der Präsidentschaftswahlen vom vergangenen Sonntag und den damit verbundenen Korruptionsvorwürfen wird deutlich, dass der Staat von demokratischen Strukturen im Moment weit entfernt ist.1

Guinea-Bissau, an den Senegal und Guinea angrenzend, erlangte 1974 seine Unabhängigkeit von Portugal und wird seither innenpolitisch von Instabilität und Gewalt bestimmt. Zusätzlich kam es nach innerpolitischen Konflikten im Jahr 2006 zur Flucht Tausender aus dem Senegal nach Guinea-Bissau, zu grenzüberschreitenden Übergriffen und zum Schmuggel von Waffen in das Land.2

Hochrangige Offiziere und Beamte wurden in der Vergangenheit der Korruption und der Kollaboration mit Drogenkartellen bezichtigt und in der Tat lässt sich seit geraumer Zeit ein vermehrter Anstieg des Drogenhandels in dem westafrikanischen Land feststellen. Die Zusammenarbeit mit den Drogenkartellen erleichtert den Absatz von Drogen aus dem lateinamerikanischen Raum, über Afrika nach Europa. Politiker oder Offiziere, die den Interessen der Schmuggler im Weg stehen, werden „mundtot“ gemacht.

Man vermutet, dass dieses Vorgehen die Ursache der zahlreichen politischen Morde im Jahr 2009 war. Nach Aussage von Amnesty International stieg die Gewaltbereitschaft in diesem Jahr signifikant an. Es kam zu Vorfällen schwerer Menschenrechtsverletzungen, unter anderem zu außergerichtlichen Hinrichtungen von Politikern. Häufigste Opfer von Gewalt waren demnach Personen, welche der Armee oder der Regierung Verbindungen zum Drogenhandel unterstellten.

Nach Einschätzung des UNODC stammen rund 27 Prozent (etwa 40 Tonnen) des Kokains, welches in Europa konsumiert wird, aus Westafrika, wovon ein bedeutsamer Anteil durch Guinea-Bissau geschmuggelt wird. Mehr als 33 Tonnen wurden zuletzt rein zufällig in Westafrika abgefangen. Guinea-Bissau hat sich damit zu einem bedeutenden Transitland im Kokainhandel entwickelt.

Bereits des Öfteren wurden hohe Offiziere mit dem Verschwinden größerer Mengen illegaler Drogen in Verbindung gebracht.

 

Quelle:

Link zum Artikel auf Afrik-News (englisch)

  1. stern.de – Link nicht mehr abrufbar – 21.11.13 []
  2. The World Factbook []
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