Tadschikistan: Ein Drogentransitland zwischen Afghanistan und Russland

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Laut dem Bericht des Internationalen Suchtstoffkontrollrates ist nach wie vor Heroin die problematischste illegale Droge in Zentralasien. In Tadschikistan, das im Herzen Zentralasiens liegt und im Süden an Afghanistan grenzt, gaben 82% der registrierten Drogenabhängigen an, heroinabhängig zu sein.1

Die Sorge wächst, dass sich dieses Problem in den nächsten Jahren verschärfen könnte. Shakeel Hussain, Generaldirektor der pakistanischen Anti-Narcotics Force erklärte, dass die Anzahl der Schlafmohnfelder im Nordosten Afghanistans, also in dem Gebiet, dass an der Grenze zu Tadschikistan liegt, um 50% gestiegen sei. In den letzten Jahren war vor allem der Süden Afghanistans für den Drogenanbau bekannt. Auch die Anzahl der Drogenlabore, die das aus dem Schlafmohn gewonnene Opium zu Heroin weiterverarbeiten würden, hätte sich erhöht.

Diese Woche hatten sich Vertreter Russlands und Pakistans zu einer Konferenz in Islamabad getroffen, um das wachsende Problem des Drogenhandels zu besprechen.2

Denn obwohl das in Tadschikistan beschlagnahmte Heroin nur circa 1% des weltweit beschlagnahmten Heroins ausmacht – im Gegensatz zum Iran (41%), Türkei (16%) und Afghanistan (7%) ist das sehr wenig1- ist das Land als Drogentransitland längst bekannt.

Die in Afghanistan produzierten Drogen werden zunächst über die poröse, schlecht bewachte tadschikische Grenze geschmuggelt. Es wird vermutet, dass dies mit Hilfe korrupter Politiker geschieht, die sich durch das Drogengeschäft etwas dazu verdienen wollen.3

Von Tadschikistan, Usbekistan, Kirgisistan und Turkmenistan aus werden Heroin und Opium nach Kasachstan gebracht. Denn Kasachstan ist das Einzige dieser Länder, das eine Grenze zu Russland hat, wo der Großteil der Drogen letztendlich konsumiert wird. 4

Neben den Sorgen um den gestiegenen Konsum und Handel von Drogen in den Ländern, bereitet ein weiteres Problem den Politikern Kopfzerbrechen. Es wird vermutet, dass sich neben korrupten Politikern auch terroristische Organisationen durch den Drogenhandel finanzieren.3

Russland und Pakistan wollen das Problem nun zusammen angehen. Doch auch die Hilfe von China, dem Iran und andren zentralasiatischen Staaten sei bei der Bewältigung der Aufgaben unerlässlich, sagte Viktor Petrovich Ivanov, Direktor des Russian Federation Services on Narcotics Control.5

  1. Link zum World Drug Report [] []
  2. Link zum Artikel von Radio Free Europe []
  3. Link zum Artikel von hetq [] []
  4. Link zum Word Drug Report []
  5. Link zum Artikel von The News -Link nicht mehr abrufbar 02.03.2017 []
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