Umweltzerstörung im Kampf gegen Drogen: Thailands Vorgehen gegen Kratom

Bild: © n.v. -

Den Farmern und Kautschuckzapfern der südlichen Provinzen Thailands ist Kratom, eine Pflanze aus derselben Familie wie der Kaffee, schon immer bekannt. Die Bäume wachsen in den Urwaldgebieten nahe der thailändisch-malaysischen Grenze. Seit Neustem finden auch immer mehr junge Thais im Süden Gefallen an der anregenden Wirkung der Pflanze. Allerdings kauen sie die Pflanze nicht wie traditionell üblich, sondern kochen sie in einem Sud aus Hustensirup, Cola und Eis.

Eine Untersuchung der Prince of Songkla University in Pattani unter 1.000 jungen Thais ergab, dass bereits 94% der Jugendlichen Erfahrungen mit der Droge gemacht haben. Dafür gibt es offensichtliche Gründe. Zum einen ist Kratom sehr billig, so dass es auch für die arme Bevölkerung der südlichen Provinzen erschwinglich ist. Des Weiteren dient es in der muslimisch geprägten Gegend als Ersatz für Alkohol, der aus religiösen Gründen verboten ist.

“Die Älteren werden nicht wütend wenn sie jemanden beim Kochen von Kratomblättern erwischen, da die Pflanze als Medizin angesehen wird“, zitiert die NYT einen 26-jährigen Kratomkonsumenten.

Die südlichen Provinzen Thailands haben seit Jahren mit Armut und Drogen zu kämpfen, letzteres wird auch dadurch bedingt, dass eine der Hauptschmuggelrouten für Heroin und Methamphetamin aus Burma entlang der thailändisch-malaysischen Grenze verläuft. Außerdem ist das Verhältnis zwischen der überwiegend muslimischen Bevölkerung in den Provinzen und der buddhistisch geprägten thailändischen Regierung gespannt. Dazu haben auch wiederholte Unruhen und Aufstände gegen die Regierung beigetragen.

Diese sieht eine Verbindung zwischen dem steigenden Kratomkonsum und den Unruhen im Süden. Daher sieht eine neue Kampagne vor, die Kratombäume in Thailands Süden zu fällen. Dies erregt auch bei Umweltschützern Protest. Viele der Kratombäume stehen in schwerzugänglichem Urwaldgebiet, teilweise sogar in Naturschutzgebieten. An vielen Stellen käme nur eine Entfernung der Bäume durch Herbizide in Frage. In diesem Fall würden neben den Kratom-Bäume auch andere Pflanzen- und Tierarten vernichtet, sowie das Trinkwasser gefährdet.

 

Link zum Artikel:

NYT – Kratom Leaf for Drug Cocktail Adds to Thailand’s Woes

Über lisaK / earthlink

Praktikantin bei EarthLink / Studiert Politikwissenschaft und VWL an der LMU München
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