Drogengipfel in Bangkok: Asiatische Pazifikländer vertiefen Zusammenarbeit im Kampf gegen Drogen

Wenn man an Regionen denkt, welche vom Rauschgifthandel betroffen sind, fallen einem meistens Mexiko, Kolumbien oder andere südamerikanische Länder ein. Was viele vergessen: Auch Südostasien hat ein massives Drogenproblem.

Um dagegen anzugehen, hat die UNODC bereits vor vielen Jahren damit begonnen, das sogenannte Meeting of Heads of National Drug Law Enforcement Agencies (HONLEA) – ein Treffen der wichtigsten Akteure zur Drogenbekämpfung der jeweiligen Länder – zu organisieren. Der HONLEA-Gipfel, welcher dieses Jahr in Bangkok stattfindet, jährt sich nun zum 36. Mal: Vom 30. Oktober bis zum 2. November 2012 sollen nun neue Lösungsansätze entwickelt werden.1

Teilnahmeberechtigt sind Vertreter aller Teilnehmerstaaten der 53 Länder umfassenden Wirtschafts- und Sozialkommission für Asien und den Pazifik (ESCAP) – dazu gehören u.a. Myanmar, Thailand und Laos, welche das berühmt-berüchtigte Goldene Dreieck bilden. Besonders Myanmar wird als Schlüsselstaat bei der Drogenzirkulation gesehen: So ist es für ein Viertel der weltweiten Produktion von Amphetaminen verantwortlich, Gegenmaßnahmen werden eher halbherzig getroffen. Bereits vor einem Monat hatte Thailand seinen Nachbarn nach der Beschlagnahme von 3,3 Millionen Amphetamin-Pillen dazu aufgefordert, stärker gegen die Produktion vorzugehen. Zudem wurde angegeben, dass Schätzungen zufolge noch 500 Millionen weitere Pillen, welche wohl hauptsächlich in der autonomen Region Wa hergestellt wurden, in Myanmar darauf warten, außer Landes gebracht zu werden.2. In Hinsicht auf Opium und Heroin wird dem Land ohnehin seit langer Zeit eine Führungsrolle zugeschrieben.

Auch die umliegenden Regionen sind keineswegs unbeteiligt. Geschätzte 50 – 80% aller in Asien verbreiteten Amphetamine haben im asiatischen Pazifikraum ihren Ursprung. Die Anzahl an beschlagnahmten Drogen dieser Art in Myanmar, China und Thailand stieg seit 2008 um 32 Millionen auf nunmehr 93 Millionen Pillen. Laos gelang es immerhin, von Januar bis September 2010 22 Millionen Pillen aus dem Verkehr zu ziehen.

Ebenso wies die UNODC nach, dass die Mohn- und Methamphetaminproduktion in dieser Region seit Jahren beständig steigt. Neben Myanmar werden Amphetamine auch in Australien, China, Indonesien, Kambodscha, Neuseeland und auf den Philippinen in großem Stil hergestellt – in Japan, Südkorea, Thailand und Vietnam wurde dies ebenfalls vereinzelt beobachtet. Weiterhin problematisch: Die Region ist nicht nur Produktionsort, sondern auch Transitregion für Drogen aus Südwestasien (z.B. Afghanistan).3

Durch das HONLEA-Treffen erhofft man sich Verbesserungen im Kampf gegen ebendiese Übel. Hierzu wurden drei Hauptziele deklariert: Erstens sollen, um das Problem besser zu verstehen, die Qualität der vorhandenen Informationen und ihre Verbreitung optimiert werden. Zweitens soll die Kapazität an hochmoderner Technologie zum Kampf gegen Drogen erhöht werden. Und drittens ist geplant, eine stärkere und engere Vernetzung und Kooperation der betroffenen Staaten zu erwirken.4

Während des Treffens ist zudem vorgesehen, dass sich Arbeitsgruppen mit verschiedenen Themen befassen. Dazu gehören die Identifikation von neuen Schmuggelrouten, auf denen die Ausgangsstoffe transportiert werden, sowie die Planung von grenzübergreifenden Ermittlungen und das Eruieren der Schwierigkeiten und Herausforderungen dabei. Ebenso soll ein Informationsaustausch über große Produktionsstätten von Amphetaminen (sogenannte „Mega Labs“), die Möglichkeit einer Kontrolle von Online-Apotheken und das Auftreten von neuartigen Designerdrogen stattfinden.5

Sollte all dies gelingen, so wären bereits erste Fortschritte getan. Freilich sollte nicht vergessen werden: Ganz gleich, wie effektiv oben genannte Möglichkeiten sein könnten, die beste Maßnahme ist immer noch Prävention. Gleicher Meinung ist der UNODC-Vertreter Gary Lewis: „Unsere Anstrengungen müssen sich auch darauf konzentrieren, unsere Bürger vom Nicht-Konsum der Drogen zu überzeugen. Wir müssen damit fortfahren, das Bewusstsein über die Gefahren von Drogenkonsum auf Gesundheit und Entwicklung zu erhöhen.“1

  1. Heads of National Drug Law Enforcement for Asia-Pacific meet to counter illicit drugs – UNODC – Englisch [] []
  2. Thai official calls on Burma to address amphetamine production – Democratic Voice of Burma – Link zum Artikel nicht mehr abrufbar am 20.03.2014 []
  3. Regional and subregional cooperation in Asia and the Pacific – UNODC – Englisch []
  4. Remarks of Yury Fedotov, Executive Director – UNODC – PDF-Datei – Seite 1f. – Englisch []
  5. Provisional agenda and annotations – UNODC – PDF-Datei – Seite 1f. – Englisch – Datei nicht mehr verfügbar []
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