Britische Bank HSBC in Geldwäsche mit der mexikanischen Drogenmafia verwickelt

Die Vorwürfe gegen das größte europäische Geldinstitut häufen sich: Die Bank HSCB wird beschuldigt nicht nur Gelder von südamerikanischen Drogenkartellen transferiert, sondern auch Geschäfte mit Banken im Iran und Saudi-Arabien geführt zu haben. Dafür muss sie jetzt eine saftige Strafe in Rekordhöhe zahlen. Das US-Justizministerium einigte sich mit der britischen Grossbank am Dienstag auf die Summe von 1,9 Milliarden US Dollar.1

Der Bank wird vorgeworfen, Transaktionen von mehreren hundert Millionen US Dollar, die möglicherweise im Zusammenhang mit Drogenhandel, Terrorismusfinanzierung oder anderen kriminellen Aktivitäten stehen, nicht angemessen überprüft zu haben. In manchen Fällen soll das Geldinstitut die Gesetze sogar wissentlich missachtet haben, so die Staatsanwaltschaft.2

Berichten zufolge, hat die amerikanische Abteilung der Bank $670 Milliarden im Geldtransfer und mehr als $9,4 Milliarden im Kauf von US Dollar nicht entsprechend kontrolliert. Als Folge des Versagens wurden mindestens $881 Millionen aus dem Drogengeschäft –  einschließlich Erträge des Sinaloa Kartells in Mexiko und des  Norte del Valle Kartells in Kolumbien – durch die HSBC Bank in den USA gewaschen.2 Andere Quellen nennen sogar eine Summe von rund sieben Milliarden Dollar (knapp 5,7 Milliarden Euro), die zwischen 2007 und 2008 aus Mexiko in die USA geflossen sei.1 Ein Paradies für Geldwäscheaktionen der Mafia: Die mexikanischen Filialen der Bank galten als überaus beliebt bei den südamerikanischen Drogenhändlern.

Neben den Vorwürfen der Vertuschung von Geldtransaktionen, wird der amerikanischen Abteilung angelastet Dienstleistungen für Banken in Ländern wie dem Iran, Bangladesh und Saudi-Arabien erbracht zu haben, die vermutlich al-Qaida und andere Terrorgruppen finanziell unterstützen.1 In den USA sind Bankgeschäfte mit dem Iran stark reglementiert und werden entsprechend sanktioniert. Die Regierung hat Angst, dass Geldgeschäfte in diese Regionen das iranische Atomprogramm mitfinanzieren könnten.

Die britische Bank konnte ihre Machenschaften jahrelang geheim halten, da sie traditionell sehr global aufgestellt ist. Die Bank hat zwar ihren Hauptsitz in England, ist aber nicht zentral ausgerichtet. Die vielen Tochterfirmen haben größtmöglichen Spielraum – so war es auch der mexikanischen Tochterfirma möglich, die Gelder der mexikanischen Drogenmafia im großen Stil zu transferieren.3

Die Untersuchungen begannen 2008 in New York, als mehrere HSBC Konten entdeckt wurden, die mit dem Schwarzmarkt des Pesowechsels in Verbindung standen. Der Geldwechsel ist ein System, das Erträge aus dem Verkauf von illegalen Drogen nach Amerika einschleust und kann als die große Lebensader des internationalen Drogenhandels beschrieben werden.4

Die Bank versäumte es die Geldwäscherisiken richtig zu kontrollieren bzw. angebrachte Schutzprogramme einzuführen und verdächtige Geldverkehre zu erkennen und zu melden. Außerdem stellte HSBC weder entsprechende Fachleute ein, noch erhielten die betroffenen Angestellten Weiterbildungen und Unterstützung um illegale Geldtransfers besser identifizieren zu können. Stattdessen war es Drogendealern möglich, ihre Ware in Amerika zu verkaufen und die Erträge auf mexikanische Banken zu überweisen, die wiederum den Geldtransfer ermöglichen um Produkte zu kaufen. Die Einnahmen aus diesen Geschäften können so den Drogendealern zugeschleust werden – ohne große Einbußen durch Kosten des Kurswechsels und ohne Prüfungen der Zahlungen wie es bei Geldtransfers in südamerikanische Drogenländer üblich ist.5

Obwohl die Bank für ihre Vergehen einen Rekordbetrag bezahlen muss, bezeichnen Analysten die Geldstrafen für HSBC als „trivial“, da er nur einen geringen Teil dessen ausmacht, was das Institut seit Bekanntwerden der Vorwürfe an Marktwert gewonnen hat.3 Trotz der vielen Beschuldigungen des Verstoßes gegen das Geldwäschegesetz wird das Geldinstitut strafrechtlich nicht verfolgt. Das amerikanische Justizministerium und die Bank vereinbarten eine außergerichtliche Einigung: Die Institut kommt um eine Klage herum, wenn sie bestimmte Auflagen erfüllt, wie z.B. eine Stärkung interner Kontrollmechanismen zur Eindämmung von Geldwäsche. Die US-Behörden hatten demnach Angst, dass ein Prozess gegen das Geldinstitut risikobehaftete Folgen für das globale Finanzsystem haben könnte1

  1. Sueddeutsche – Dreckige Geschäfte der HSBC [] [] [] []
  2. Examiner – Drug cartels used HSBC for money laundering [] []
  3. Spiegel Online – Quittung für den Handel mit dem Feind [] []
  4. Bloomberg – HSBC Mexican Braches Said to Be Trafficker´s Favorites -Artikel aus dem Archiv nicht mehr verfügbar []
  5. Bloomberg – HSBC Mexican Braches Said to Be Trafficker´s Favorites – Artikel aus dem Archiv nicht mehr verfügbar []
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