Gouverneur in Michoacán tritt zurück

Bild: © Faustovallejof - Wikimedia Commons

Der Gouverneur des mexikanischen Bundesstaates Michoacán ist zurück getreten. Per Twitter gab Fausto Vallejo Figueroa bekannt, er verlasse sein Amt aus „gesundheitlichen Gründen“. Künftig wird Dr. Salvador Jara Guerrero das Amt des Gouverneurs bekleiden.1

Vallejo, ein Mitglied der Partei PRI des amtierenden Präsidenten Peña Nieto, ist insgesamt 22 Monate lang der Gouverneur des Bundesstaates Michoacán gewesen. Seine Amtszeit war von Korruptionsskandalen geprägt: So wurde seiner Regierung unter anderem vorgeworfen, enge Verbindungen zu dem Drogenkartell „Die Tempelritter“ zu unterhalten. Erst im vergangenen Mai wurde der Interimsgouverneur, den Vallejo nach seiner eigenen Lebertransplantation eingesetzt hatte, wegen Verbindungen zum organisierten Verbrechen inhaftiert.2 Der Verdacht auf Korruption innerhalb Vallejos Regierung erhärtete sich, als die Wochenzeitung Proceso einige Zeit später von Geheimdokumenten des Militärs berichtete, die eine enge Verbindung zwischen Vallejo und seiner Familie zu Drogenbanden bereits vor seiner Amtszeit bestätigten. Das Ansehen des ehemaligen Gouverneurs litt weiter, als in sozialen Netzwerken Bilder seines Sohnes auftauchten, die ihn in der Gegenwart des berüchtigten Tempelritter-Drogenbosses „La Tuta“ zeigten. Der Korruptionsverdacht gegen den ehemaligen Gouverneur Vallejo und seine Regierung ist jedoch kein Einzelfall: In Mexiko stehen immer wieder hohe Beamte und Regierungsmitarbeiter unter Verdacht, Verbindungen zum organisierten Verbrechen zu unterhalten.21

Der Bundesstaat Michoacán ist ein Brennpunkt im mexikanischen Drogenkrieg. Jährlich sterben hier hunderte, wenn nicht tausende Menschen. Auch das Drogenkartell „Tempelritter“, mit dem mutmaßlich mehrere Regierungsfunktionäre des Bundesstaates zusammen arbeiten, befindet sich mit den lokalen Sicherheitskräften und der Zivilbevölkerung im Krieg.2 In der Amtszeit Vallejos hat die Gewalt in Michoacán weiter zugenommen. Zwar behauptet die Regierung unter Nieto das Gegenteil, doch sowohl nationale als auch internationale Untersuchungen bestätigen die gestiegene Gewaltrate in Michoacán. So bezeichnet der Global Peace Index den mexikanischen Bundesstaat als einen der gefährlichsten im ganzen Land. Da die Regierung machtlos gegenüber der ausufernden Gewalt und Todesrate scheint, formierten sich vor einigen Jahren Teile der Zivilbevölkerung zu Bürgerwehren. Seitdem stehen sie den Kartellen im blutigen Drogenkrieg gegenüber. Die Regierung unter Peña Nieto beschloss daraufhin, die Militärpräsenz in Michoacán zu stärken, um die Bürgerwehren zu entwaffnen und einige ihrer Mitglieder zu inhaftieren. Anfang Januar stimmte die Regierung schließlich der Legalisierung der Bürgerwehren zu. Dennoch wurden erst vor kurzem im Dorf Mira in Michoacán 70 Bürgerwehrmitglieder, darunter auch einer ihrer Mitbegründer, festgenommen und in ein Hochsicherheitsgefängnis gebracht, wie die mexikanische Zeitung La Jornada berichtete.1

Bislang ist keine Entspannung des Konflikts in Mexiko in Sicht. Seit er von Felipe Calderon 2006 ins Leben gerufen wurde, forderte dieser blutige Drogenkrieg über 80 000 Tote.3

  1. Amerika21: Gouverneur von Michoacán zurückgetreten; erschienen am 01.Juli 2014; aufgerufen am 07.07.2014 [] [] []
  2. Reuters Canada: Governor resigns in Mexican state ravaged by drug violence; erschienen am 18.06.2014; aufgerufen am 07.07.2014 [] [] []
  3. Spiegel: Festnahe von Drogenbossen, erschienen am 19.06.14; aufgerufen am 08.07.2014 []

Über anila / earthlink

Im Sommer 2013 habe ich mein Abitur gemacht. Vor meinem Studium leiste ich meinen Bundesfreiwilligendienst bei EarthLink. :)
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