Sinaloa Kartell rekrutiert kolumbianische Straßenbanden

Bild: © Peter Kim - Dreamstime.com

Nach Informationen der kolumbianischen NGO Corporation for Peace and Development (Corpades) verhandelt das Sinaloa Kartell jetzt mit Straßenbanden in Medellin. Der Direktor von Corpades, Fernando Quijano teilte mit, dass sich vor zwei Wochen ein Gesandter des Sinaloa Kartells mit Gangs in Medellin traf, um ihnen ein Angebot zu machen. Das Kartell liefert ihnen Waffen und leistet finanzielle Unterstützung, im Gegenzug sollen die Straßenrebellen die Sinaloa- Verbündeten im Oficina de Envigado Kartell unterstützen und helfen, das Urabeños Kartell zu zerschlagen.

Die Mitglieder des Oficina de Envigado Kartells sind die Erben von Pablo Escobar’s Drogenimperium. Mittlerweile positionieren sie sich selbst als Hauptvermittler und Schuldeneintreiber in der Drogenszene. Außerdem kontrollieren sie Erpressungen, Spiele und Geldwäsche. Sie agieren rund um Kolumbien, vor allem aber in den Städten Medellin und Envigado. Ihr größter Feind: die Urabeños. Kolumbianische Behörden sprechen von ihnen schon als größter und mächtigster Drogenhändler der Nation. Sie sollen die unbarmherzigsten, brutalsten und strebsamsten Expansionisten sein. Die Urabeños sind involviert in Erpressungen, den Verkauf von Waffen auf dem Schwarz Markt und haben zahlreiche Morde zu verantworten.12
Es ist ungewöhnlich, dass sich das Sinaloa Kartell mit einer Straßengang verbündet. Sie spielen vielleicht eine große Rolle auf den lokalen Straßen, aber sie kontrollieren weder transnationale Drogenverschiffungen noch helfen sie, den Drogenmarkt zu expandieren. Warum also sollte das Kartell in solche Gruppen investieren oder sie als Partner im Kampf gegen die Urabeños anwerben. Es wirkt, als ob sich die Sinaloa’s jetzt schon umkreist von Feinden sehen und versuchen, diese mit einer Reihe Holzschilder abzuwehren. Nachdem es Vermutungen gibt, über eine Allianz unter der sich drei der Mächtigsten mexikanischen Drogenkartelle befinden- den Los Zetas, den Juarez und dem Jalisco Kartell- ist es kein Wunder, dass sich das Sinaloa Kartell bedroht fühlt. Erweisen sich diese Vermutungen als wahr, sollte sich das mexikanische Kartell unbedingt Verbündete suchen, bevor es von einer rachsüchtigen Allianz überrollt wird.
Es besteht kein Zweifel daran, dass das Sinaloa Kartell bereits seine Geschäfte in Kolumbien betreibt, da Medellin auch das Schlüsselloch zum transnationalen Handel ist. Anscheinend kaufen Mitglieder des Sinaloa Kartells das Kokain jetzt schon direkt bei kolumbianischen Partnern oder von ihren Vertreter in den Kokabergen des weltweit größten Koka- und Kokainproduzent Peru. Das Kartell arbeitete einst mit den kolumbianischen Rastrojos und dem Cifuentes Villa clan zusammen, diese wurden in den letzten Jahren jedoch zunehmend geschwächt. Seitdem verübte es gemeinsam mit der Revolutionary Armed Forces of Colombia ( FARC ) mehrere Überfalle und kaufte angeblich deren Drogenlabore und Lizenzen.3

  1. insightcrime: oficina de envigado. aufgerufen am: 1.10.2014 []
  2. insightcrime: urabenos. aufgerufen am: 1.10.2014 []
  3. insightcrime: sinaloa-kartell-meeting-with-medellin-gangs. aufgerufen am: 1.10.2014 []

Über jana / earthlink

Hi! Mein Name ist Jana, ich studiere Politik und Interkulturelle Studien in Regensburg. Um mehr Erfahrung im entwicklungspolitischen Bereich zu sammeln, mache ich derzeit ein Praktikum bei earthlink e.V. :)
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