Die Staaten entlang des Mekong verbünden sich, um den Drogenhandel zu bekämpfen

Bild: © Deror avi - Wikimedia Commons

Gut drei Jahre sind seit dem sogenannten Mekong Massaker vergangen. Die Regierungen der Anrainerstaaten verstärkten seither ihre Bemühungen den Drogenschmuggel über den Fluss zu bekämpfen. Nun wollen China, Thailand, Laos und Burma ihren bisher eher bedingt erfolgreichen Kampf intensivieren.
Startschuss für diese Debatte war die Ermordung 13 chinesischer Besatzungsmitglieder zweier Frachtschiffe durch Drogenschmuggler. Der Vorfall ereignete sich Anfang Oktober 2011 auf dem burmesischen Abschnitt des Flusses. Nachdem China daraufhin die Verschiffung auf dem Mekong kurzzeitig aussetzte, drängte die Regierung auf eine umfangreichere Überwachung.1 Zusammen mit Thailand, Laos und Burma gab es seither insgesamt 28 gemeinsame Manöver, bei denen gezielt nach Anzeichen für Drogenschmuggel, illegalen Einwanderern und Menschenhandel auf Schiffen gesucht wurde.2

Bisher werden Schätzungen zufolge jedoch nur etwa 20 Prozent der auf dem Fluss geschmuggelten Drogen beschlagnahmt. Es handelt sich überwiegend um Opiate. Der hierfür benötigte Schlafmohn wird besonders im Dreiländereck der Staaten Thailand, Laos und Burma, dem sogenannten Goldenen Dreieck, angebaut. Auch Methamphetamin spielt hier eine immer größere Rolle. Diese Droge wird hauptsächlich in Burma hergestellt und über den Fluss, oft im Austausch gegen Opium, nach Laos verfrachtet.3 Außerdem wird damit reger Schmuggel über Landwege nach China betrieben. Die 4 060 Kilometer lange Grenze zwischen Burma und der chinesischen Provinz Yunnan stellt hier für die Behörden eine besonders große Herausforderung dar. Im vergangenen Jahr konnten dort neun Tonnen Methamphetamin sichergestellt werden. Diese machen jedoch vermutlich nur einen sehr geringen Teil des gesamten Grenzhandels aus. Dieser illegale Warenverkehr verschärft Chinas Problem mit Methamphetamin noch zusätzlich.2 Auch in der gesamten Region werden die Staaten durch den Drogenhandel vor gravierende Probleme im Justiz- und Gesundheitssektor gestellt.4

Aus diesen Gründen vereinbarten die vier Staaten im Kampf gegen den Drogenhandel noch besser zu kooperieren. Jedes Land soll nun einen bestimmten Teil des Flusses, der als Hauptroute für Schmuggler fungiert, separat überwachen. Die Maßnahmen und möglichen Einsatzgebiete soll jede Regierung für sich selbst herausarbeiten. Die weitere Vorgehensweise in der Drogenbekämpfung erfolgt dann aber in Absprache und Kooperation mit den anderen Staaten. Erklärtes Ziel ist es, besonders Kartelle, die in allen vier Ländern agieren, aufzuhalten.
Zudem einigten sich alle Anrainerstaaten des Mekong (China, Burma, Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam) bei einer Konferenz in Peking, zusammen gegen das Drogenproblem vorzugehen. Sie wollen in Zukunft enger zusammenarbeiten und dabei wichtige Informationen und Fortschritte bei Untersuchungen und der Beweissicherung untereinander austauschen. Außerdem soll die Bereitstellung benötigter Gerätschaften und die Auslieferung von Zeugen untereinander erleichtert werden.5
Jedoch gestaltet sich das Vorhaben als schwierig, weshalb wohl auch frühere Projekte nicht von Erfolg gekrönt waren. Ländern wie Laos fehlt es an Mitteln einen umfangreichen Kampf gegen die Drogen durchzuführen. Des Weiteren sind die Hauptumschlagsplätze für die Drogen meist in Gebieten, die von Rebellen kontrolliert werden und in denen staatliche Behörden nur wenig Einfluss nehmen können.6

Da die Drogen des Goldenen Dreiecks die Märkte ganz Südostasiens bedienen sind die Auswirkungen dieses Bündnisses für die gesamte Region entscheidend. Auch China ist ein wichtiger Absatzmarkt des Goldenen Dreiecks. Er gilt als einer der größten und wichtigsten.6 Diese Tatsache ist somit wohl auch ein Grund, weshalb die chinesische Regierung so auf die Bekämpfung des Drogenhandels drängt.

  1. BBC: Chinese crew killed ‚by drugs gang‘ on Mekong River – 26.11.2014 []
  2. GoKunming: China conducts Mekong military patrols with SE Asian neighbors – 26.11.2014 [] []
  3. South China Morning Post: Mekong River used to traffic drugs to and from Laos and Myanmar – 26.11.2014 []
  4. United Nations Office on Drugs and Crime: China and Mekong officials commit to counter rising drug threats – 26.11.2014 []
  5. China.org.cn: China, Mekong Subregion nations to work against drugs – 26.11.2014 []
  6. Bangkok Post: Mekong nations join forces to beat drug smugglers – 26.11.2014 [] []
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Ein Kommentar zu Die Staaten entlang des Mekong verbünden sich, um den Drogenhandel zu bekämpfen

  1. Loff sagt:

    Absolut völlig illusorisch Drogen bekämpfen im goldenen Dreieck.
    Bevor Sie/Ihr so einen Artikel mit dieser Überschrift verfasst erbitte etwas Recherche.
    Hauptakteur ist die fast 50.000 Mann starke autonome Miliz/Guerilla – United Wa State Army in Myanmar/Burma die einen Waffenstillstand mit der birmanischen Militärregierung hat. Und dabei über absolute Kontrolle über das birmanisch/laotisch/thailändisch Grenzgebiet auf ihrer Seite hat. Um ihren Kampf nach einem unabhängigen Shan Staat auf birmanischen Gebiet eines Tages zu erreichen. Finanziert sich diese Rebellen Organisation ausschließlich durch Drogen und wird von China gestützt. Diese Guerilla Miliz ist eine der am besten ausgerüsteten Dschungel Armeen die es im golden Dreieck gibt.
    Des weitern befinden sich noch auf burmesischer Seite das Minderheiten Volk der Karen die vom thailändischen Militär unterstützt werden und auch ihre Finanzen über Drogenhandel erwirtschaften.Also wir sehen hier eine völlig abstruse Mengenlage zwischen Minderheiten – Regierungen die unweigerlich durch Gewalt – immense Koruption in Politik/Militär/Polizei behaftet ist. Und von einer ansatzweisen soliden Bekämpfung des Drogenproblems in Asien Lichtjahre entfernt. Alles andere ist zum jetzigen Zeitpunkt Phantastere
    Mittlerweile werden nicht mehr Kilo Funde im Drogenbereich gemeldet sondern man spricht jetzt vermehrt von Drogenfunden im Tonnen Bereich. Auch ist der Vormarsch von synthetischen Drogen in exorbitanten Ausmass auf dem vor marsch durch Tausende von Drogenküchen im goldenen Dreieck.

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