Junges Mädchen bietet sich Drogenbossen an

Bild: © n.v. -

Eine 18-jährige Schönheit hat sich und ihren Körper den mexikanischen Drogenbossen angeboten. Das Mädchen lebt mit seiner Familie irgendwo in einer unbedeutenden Ecke des Bundesstaates Sinaloa. Je weiter sie sich zu einer jungen Frau entwickelte, desto mehr stellte sie fest, welche Wirkung ihr Aussehen auf Männer hatte. Außerdem erkannte sie, dass ihre Schönheit sie zu einem Leben in Luxus und jeder erdenklichen Annehmlichkeit führen könnte, weg von ihrem bisherigen tristen Leben. Anders lässt sich ihr Verhalten nicht erklären. Sie wollte einen Mann finden, der über genügend Macht und Geld verfügt, um ihr jeden Wunsch von den Lippen abzulesen. Im Gegenzug erhält der Auserwählte ihren Körper.

Als Männer, die ihrem Beuteschema entsprachen, galten Unternehmer, Politiker und Drogenhändler. Letztendlich entschied sie sich für Drogenschmuggler, da die Unternehmer zu elitär seien, die Politiker zwar Geld aber nur wenig Freizeit hätten. Die Drogendealer hingegen seien meist jünger und hätten viel Zeit, um sich zu amüsieren.

Um die Männer der Drogenkartelle zu erreichen, schickte sie schließlich folgende Anzeige an eine Zeitung aus Sinaloa, „El DeRemate“: „Ich suche einen Mann aus dem Drogengeschäft, um seine Geliebte zu werden. Außerdem möchte ich klarstellen, dass ich nicht an einer Ehe interessiert bin und mir die ehelichen Pflichten nicht gefallen.“

Zusätzlich machte sie in ihrem Zeitungsinserat klar, dass ihr Auserwählter unter anderem folgende Anforderungen mitbringen müsste: Er muss mehr als fünf Autos, von denen mindestens eines ein Cheyenne sein muss, und er muss eine Villa mit Swimmingpool besitzen. Zudem sollte er sie sieben Tage die Woche zum Essen ausführen und für extra Spesen (Geschenke für sie selbst, Geschenke für ihre Familie und Freunde sowie Schönheitsoperationen) aufkommen.

Im Gegenzug bot sie unter anderem folgende „Leistungen“ an: Sie sei zärtlich und garantiere lustvolle Vergnügen – mit beiden Geschlechtern. Zudem sei sie treu – solange ihre Wünsche erfüllt würden – und nicht eifersüchtig auf die Ehefrau (falls der Mann bereits verheiratet ist). Außerdem sei es ihr egal, welchem Kartell die Interessenten angehörten.

Nach wenigen Tagen hatte sich ein potenzieller Bewerber bei der Zeitung gemeldet und seinerseits eine Antwort verfasst. Er sei ein entfernter Verwandter von Chapo Guzmán und arbeite dementsprechend für das Sinaloa-Kartell. In der Antwort schrieb er, dass er generelles Interesse für das Angebot der jungen Frau habe, aber bevor es zu einer Übereinkunft kommen könne, müsse er noch einige Punkte klarstellen.

Zum einen gab er zu bedenken, dass sie zu viel verlange, für das was sie anbieten würde. Denn es gäbe noch viele weitere junge Mädchen die dasselbe anbieten und weniger fordern würden. Deshalb solle sie ihre Forderungen anpassen und ihre Erwartungen etwas zurückschrauben.

Zum anderen hätte er selber Familie und verbringe gerne Zeit mit ihnen und würde deshalb die Familie und nicht sie auf offizielle Feiern mitnehmen. Sie sei bloß die Geliebte und würde ihn nur zu kleineren Partys mit Freunden begleiten.

Des Weiteren habe er mehr als fünf Autos, von denen ihm aber keines offiziell gehöre. Er habe zwar keinen Cheyenne, allerdings könne er extra für sie einen klauen lassen. Überdies solle sie sich keine Sorgen wegen der Polizei machen. Die sei sowieso gekauft und würde ihr das gestohlene Fahrzeug nicht wegnehmen. Außerdem stelle es für ihn keine Probleme dar, die weiteren Vorgaben (Extrageld für Geschenke und Schönheitsoperationen sowie Geld, um ihre Freundinnen zum Essen ausführen zu können) zu erfüllen.

Schließlich müsse sie noch bedenken, dass die derzeitige Lebenserwartung der Drogenhändler in Sinaloa zwischen 35 und 40 Jahren liege. Er werde also schon bald sterben und könne dann nicht mehr für sie sorgen. Falls sie aber dennoch seine Bedingungen akzeptiere, solle sie sich mit ihm treffen. Er werde auf sie in einem schwarzen BMW ohne Nummernschild warten und dabei einen Scotch zu sich nehmen.1

Die Naivität der jungen Frau ist erschreckend und noch dazu scheint sie keine Ausnahme zu sein. Es muss schnell gehandelt werden, bevor noch weitere Mädchen ihre Zukunft auf diese Weise wegwerfen. Dieser Fall zeigt auf schonungsloseste Art und Weise, auf welch niedriges Niveau die Hemmschwelle in Mexiko bereits gesunken ist und mit welcher unfassbaren Normalität über die Verbrechen des Drogenkrieges geredet wird.

  1. debate: Carta de una joven bella a un narco y su contestación – Stand 19.02.2019 []

Über Joe / earthlink

Ich habe in Bamberg mein Politikwissenschaftsstudium beendet und möchte nun die ersten praktischen Erfahrungen bei EarthLink sammeln. Ich interesse mich sehr für Nachhaltigkeits- und Gerechtigkeitsthemen. In meinem zukünftigen Berufsleben würde ich mich gerne weiterhin für diese Interessen einsetzen.
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