Argentiniens Wachstum im Drogenhandel führt zu steigender Mordrate

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Die steigende Mordrate Argentiniens hängt womöglich mit vermehrter Aktivität von Drogenbanden zusammen. Seit dem Jahr 2010 steigt die Mordrate kontinuierlich an. In neuen vom Ministerium für Gesundheit herausgegeben Zahlen von 2012 und 2013 lässt sich einen Anstieg der Morde um 16,1 Prozent innerhalb eines Jahres verzeichnen.1
Die Zahl der Ermordungen stieg vor allem in den Provinzen Buenos Aires und Santa Fe. 2013 wurden in Buenos Aires 1 556 und in Santa Fe 421 Menschen getötet. Santa Fe hat eine Mordrate von 13,2 auf 100.000 Einwohner. Insgesamt lässt sich erfassen, dass die Rate in den letzten vier Jahren stetig gewachsen ist. Der Chef der Gesellschaft für öffentliche Politik (Public Policy Association), analysierte die Mordraten und berichtet von zwei Begründungen: Zum einen kann die steigende Rate der Ermordungen mit vermehrten Raubüberfällen zusammenhängen und zum anderen durch den wachsenden Drogenkonflikt in die Höhe getrieben worden sein.
In den Statistiken von 2013 lässt sich erkennen, dass mit vermehrter Drogenaktivität deutlich mehr Gewalt auftritt. So sprechen verschiedene Faktoren dafür, dass diese Zunahme mit dem wachsenden Drogenhandel zusammenhängt.
In den letzten Jahren wuchs Argentiniens Bedeutung im Geschäft mit den Drogen. Das Land wird immer mehr zum wichtigen Transitort für die Verschiffung von illegalen Substanzen. Somit wird es interessanter für ausländische kriminelle Vereinigungen. Auch die nachlässige Strafverfolgung in diesem Bereich wirkt einladend. Innerhalb des Landes wächst der Handel und führt zu territorialen Kämpfen. Durch die Provinz Santa Fe führt die Haupthandelsroute für Kokain, was wohl dazu führt, dass in den zwei größten Städten der Provinz die Mordrate auf Rekordzahlen gestiegen ist. Lokale Drogenbanden wie Los Monos führen hier Kämpfe um das Gebiet. Auch andere kriminelle Tätigkeiten wie Entführungen kommen jetzt häufiger vor.2
Der gleichzeitige Auftritt von Wachstum im Drogenhandel mit vermehrter Gewalt deutet auf einen Zusammenhang hin. Die Argentinier sind besorgt, sie wollen kein zweites Mexiko. Nachdem es in der Vergangenheit Verbindungen zwischen der Polizei und Drogenbanden gab, liegt die Hoffnung nun auf den seit Mai eingesetzten Sonderermittlern. Auch müssten Rechtslücken geschlossen werden und die Liste der illegalen Drogen erweitert werden

  1. La Nación, Cifras oficiales: creció 16% el número de asesinatos en el país Stand:11.06.15 []
  2. In SightCrime, Argentina Sees Rising Homicides As Role in Drug Trade Grows Stand:11.06.15 []

Über Katharina / earthlink

Ich studiere Politikwissenschaften an der LMU München und bin für ein Praktikum bei earthlink e.V., um Erfahrungen in der entwicklungspolitischen Bildung zu sammeln.
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