Kolumbien: Neue Strategie im Kampf gegen Drogen

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Als Konsequenz auf ausbleibende Erfolge der bisherigen Anti-Drogenpolitik wagt Santos mit seiner Rede auf der Internationalen Drogen-Bekämpfungs-Konferenz einen ersten Schritt in Richtung Drogen-Entkriminalisierungsstrategie. Kolumbien, einer der weltweit größten Kokain-Produzenten, zieht somit neue Ansätze im Kampf gegen Drogen in Betracht.1 Ziel ist es, nicht nur die Instabilität des Staates auf Grund der Größe des illegalen Drogenmarktes auszugleichen, sondern auch Gewalt und Kriminalität in der Bevölkerung zu senken. Interne bewaffnete Konflikte prägen die allgemeine Situation Kolumbiens seit mehreren Jahrzehnten. Die Motivationen des Binnenkonflikts änderten sich jedoch im Laufe der Zeit. Von den einzelnen Gruppierungen werden mittlerweile keine politischen Ziele mehr verfolgt, sondern Ziele, die im Interesse des Drogenhandels stehen.2  In Kolumbien gilt es daher nicht nur den Drogenkonsum, sondern auch die Produktion und den Handel, und alle damit verbundenen Konsequenzen, zu senken.

Alle bisherigen Maßnahmen im Bezug auf die Bekämpfung des Drogenproblems in Kolumbien blieben, trotz enormer finanzieller Ausgaben für Eradikation und andere institutionelle, wirtschaftliche und soziale Maßnahmen, ohne jeglichen relevanten Erfolg. Juan Manuel Santos, der Präsident Kolumbiens, bedauert in seiner Rede auf der Internationalen Drogen- Bekämpfungs-Konferenz diese unwirksamen Geldausgaben. Seiner Meinung nach sollte das Geld des Staates – für die Bevölkerung – in Infrastruktur und Arbeitsplätze investiert werden.3  Eine Möglichkeit für Kolumbien, dies zu ändern ist es dem Drogen-Entkriminalisierungstrend in Südamerika zu folgen. Denn immer mehr Länder erwägen hier eine Legalisierungspolitik. Beispielhaft kann in diesem Zusammenhang Uruguay genannt werden. Seit 2013 ist in diesem Land der Besitz und Konsum von Marihuana erlaubt.

Solche neuen Ansätze werden nun auch in Kolumbien zumindest in Bezug auf Cannabis bereits im Kongress diskutiert. Diese stehen in starkem Zusammenhang mit den Gesetzgebungen des wichtigsten Bündnispartners Kolumbiens: Den USA. Sie gelten neben Portugal als die Vorreiterstaaten der Legalisierungspolitik. Dieser neuen liberalen Strategie liegt Folgendes zu Grunde: Oberste Priorität hat der Gedanke, Drogenabhängige nicht mehr als Kriminelle zu sehen, sondern als Kranke. Sie sollen für ihre Sucht zukünftig nicht mehr bestraft, sondern in ihrem Kampf gegen diese unterstützt werden. Des Weiteren steht klar frühzeitige Aufklärung im Fokus, keinesfalls sofortige Bestrafung.4  Denn schon lange steht fest: Zeit im Gefängnis kann eine Drogenabhängigkeit in keinster Weise heilen. Viel größer hingegen ist die Chance, dass sich Drogensüchtige miteinander vernetzen und sich so noch fester im Drogenmarkt verstricken.5

Natürlich spricht dieser Aspekt eindeutig für eine Entkriminalisierung von Drogen, in diesem Fall Cannabis. Trotzdem spalten sich die Meinungen diverser Experten zu diesem Thema. Auch die kolumbianische Bevölkerung zeigt Zweifel und Unsicherheiten. Einerseits befürchtet man einen Anstieg des Drogenkonsums und andererseits erhofft man sich, kriminellen Organisationen einen Schritt voraus zu sein.1  Portugal könnte hier als Parade-Beispiel genannt werden, denn seit der Legalisierung von Drogen, ging die Zahl der Drogenabhängigen zurück. Noch dazu wurde Geld, das ursprünglich für Gefängnisaufenthalte und Verhandlungen ausgegeben wurde, seitdem eingespart und in Aufklärung und Bildung investiert.4

Es stellt sich nun die Frage, welche Drogen-Entkriminalisierungsform sich für Kolumbien am besten eignet. Wird man bei einer leichten Form der Legalisierung, demnach dem legalen Nutzung von Cannabis für den medizinischen Gebrauch bleiben oder ist man bereit für eine radikale Änderung der Gesetzgebung und folgt dem Bespiel der USA?

Jahrelange Fehlversuche im Kampf gegen Drogen sprechen für sich. Es ist an der Zeit umzudenken.

  1. Panam Post: What Drug Legalization Will Mean For Colombia – aufgerufen am 7.7.2015 [] []
  2. Auswertiges Amt zur Innenpolitik Kolumbiens: Staatsaufbau – aufgerufen am 7.7.2015 []
  3. Panam Post: What Drug Legalization Will Mean For Colombia – aufgerufen am 7.72015 []
  4. Dingoflamingo: Die Evolution einer Legalisierungspolitik – aufgerufen am 7.7.2015 [] []
  5. Deutschlandradio Kultur: Kolumbien sucht neue Wege in der Drogenpolitik – aufgerufen am 7.7.2015 []

Über Helena / earthlink

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