Kolumbien: Weltmeister in der Kokaproduktion

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Kolumbien übertraf Peru im Kokaanbau im vergangenen Jahr. Laut UN-Daten erlebte Peru einen 14-prozentigen Rückgang der Anbauflächen für die Kokaproduktion. Der Jahresbericht des UN-Büros für Drogen und Verbrechen schätzt, dass die Anbauflächen letztes Jahr 42.900 Hektar betrugen.1 Dafür stieg der Kokaanbau in Kolumbien auf 69.000 Hektar, eine Steigerung von 44 Prozent im Vergleich zum Jahr 2013.2

Diese Feststellung bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass Kolumbien die weltweite Nummer Eins in der Kokainproduktion ist. Ein Großteil der peruanischen Ernte ist ertragreicher geworden und somit braucht man weniger Platz zum Anbauen. Das US-Büro der National Drug Control Policy schätzt Perus potenzielle Kokainproduktion für das Jahr 2014 auf 285 Tonnen, im Vergleich zu 245 Tonnen in Kolumbien.1

Dennoch ist der kolumbianische Kokaanbau deutlich ertragreicher als jener in Peru. Nach den Zahlen der UNODC hat Kolumbien im Vergleich zu Peru 30 Prozent mehr produziert. Es ist auch möglich, dass die Menge an Koka in Kolumbien deutlich unterschätzt wurde. Durch jahrelange militärische Luftbegasung mit Herbiziden, um die Kokafelder auszurotten, haben die Kokabauern die Kokapflanze mit anderen Pflanzen auf kleineren Feldern zusammen angebaut. Dadurch ist es für das Sat-Bildgebungssystem der UNODC schwieriger geworden, Anbaugebiete zu erfassen. Zudem wird im kolumbianische Kokaanbau bis zu sechs Mal pro Jahr geerntet. Dadurch sind die kolumbianischen Erträge, wegen des günstigen Klimas, durchschnittlich doppelt so hoch wie die Erträge in Peru.

Ein wichtiger Faktor ist die Ausrottung der Pflanze. Während Peru ein Rekordniveau in der Kokaausrottung erzielt, fallen in Kolumbien stetig die Zahlen. Auch die jüngste Entscheidung von der kolumbianischen Regierung, die Luftbegasung zu beenden, trägt zum neuen Titel der Nummer Eins der Kokaproduktion bei. Ein weiteres Problem besteht darin, dass 70 Prozent der Kokafelder sich in Gebieten der linksgerichteten Guerilla-Gruppe die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) befinden. Aus Sicherheitsgründen ist es äußerst schwierig, Kokapflanzen in FARC-Gebieten, welche der Staat als sehr gefährlich betrachtet, manuell zu beseitigen.

Diese Dynamik der Kokaproduktion in Kolumbien wird auch in diesem Jahr bestehen bleiben. Es wird wahrscheinlich nicht nur zum vergangenen Jahr Schritt gehalten, sondern es wird sogar mehr Gewinn geben, weil weniger Pflanzen vernichtet werden.2

  1. New York Times: Colombia Surpasses Peru in Coca Cultivation, UN Report Says – Artikel nicht mehr verfügbar [] []
  2. Insight Crime: Colombia Overtakes Peru As World’s Top Coca Cultivator: UN – stand: 17.07.2015 [] []

Über veronika / earthlink

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