Thailands Drogenpolitik zeigt erste Erfolge

Eine asiatische Drogenkonsumentin raucht Opium | Bild: © Digitalpress - Dreamstime

Thailand spielt vor allem als Transitland in der Drogenhochburg Asiens – dem goldenen Dreieck zwischen Thailand, Laos und Myanmar – eine erhebliche Rolle. Aber auch für den Anbau von Schlafmohn sind viele vor allem nördliche Regionen Thailands bekannt. Hieraus ergab sich ein hoher Opium-Konsum in der thailändischen Bevölkerung und somit ein erhebliches Drogenproblem. Der thailändische König Bhumibol hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Problematik aus der Welt zu schaffen, den Norden Thailands umzustrukturieren und den Drogen-Bauern eine Alternative zu bieten.

Aus den ehemals wichtigsten Opium- und Heroinquellen werden nach und nach Tee-, Obst- und Blumenplantagen. Viele Einheimische können ihren Augen nicht trauen. Sie sind mit Drogen aufgewachsen. Haben die Bergbauern nicht selbst Opium oder Heroin angebaut, so haben zumindest einzelne Familienmitglieder eng mit Drogenbossen kooperiert. Für lange Zeit war der Drogenhandel bzw. Drogenanbau die einzige und vor allem beste Möglichkeit in diesen gebirgigen Landstrichen im Norden Thailands Geld zu verdienen, um seine Familie ernähren zu können. Besonders die mit Urwald bewachsene und bergreiche Landschaft machte den stetigen Schlafmohnanbau in großen Mengen erst möglich. Denn so entzogen sich diese Gebiete auf Grund der schwierigen Zugänglichkeit der Kontrolle des Staates.

Gerade hier setzte der König in seiner Anti-Drogenpolitik an. König Bhumibol ließ Straßen zu bislang größtenteils unerschlossenen Bergdörfern errichten und noch dazu einige Flugplätze im goldenen Dreieck erbauen. Ein Entzug der staatlichen Überwachung ist nun so gut wie unmöglich. Immer wieder kontrolliert die thailändische Armee die Drogengebiete. Ehemalige Schlafmohnbauern berichten, es habe sich irgendwann einfach nicht mehr gelohnt, Mohn anzubauen, denn in regelmäßigen und immer kürzer werdenden Abständen sei die Armee gekommen und habe die Felder ruiniert. Aber nicht nur die ständige Kontrolle der nördlichen Gebiete, sondern auch die Strafverfolgung bei Drogendelikten war ausschlaggebend für die erfolgreiche Bekämpfung der Mohnproduktion. In Thailand gilt ein strenges Verbot von Besitz, Konsum und Handel diverser Drogen. Nicht selten wird man für Drogendelikte sogar zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Doch Bergbauern einfach die Lebensgrundlage zu entziehen und sich dann abzuwenden konnte nicht die effektivste Lösung sein. Der Staat Thailand suchte für seine nördliche Bevölkerung nach alternativen Anbaumöglichkeiten. Hier orientierte man sich natürlich an den klimatischen Bedingungen. Für Gebiete mit taiwanähnlichen Bedingungen etablierte der König den Anbau von verschiedenen Teesorten. In andern Teilen Nordthailands mit „europäischem“ Klima hat sich vor allem der Blumen- und Gemüseanbau durchgesetzt. Auch Obstplantagen sind weit verbreitet. Diese neuen Formen des Anbaus für Bergbauern erwiesen sich als äußerst profitabel und verdrängten so nach und nach den Drogenanbau. Durch den Rückgang der Opiumproduktion verringerte sich auch der Konsum von Opium. Das goldene Dreieck entwickelte sich so innerhalb weniger Jahre von einer kriminellen und oftmals gefährlichen Drogenhochburg unter der Herrschaft verschiedener Drogenbosse zu einem beliebten Anbau- und Tourismusgebiet.123

Doch wie immer: Der Schein trügt. Kaum ist das Opium-Problem in Nordthailand gelöst, stellt sich dem König Bhumibol schon das nächste Problem. Es nennt sich Yaba. Die Grenzpolizei im goldenen Dreieck wird immer häufiger mit diesen neuartigen Yaba-Pillen konfrontiert. Der stetig wachsende Schmuggel dieser „verrückt-machenden“ Methylamphetamin-Pillen über die thailändische Grenze ist ein Beweis dafür, dass die Drogen in diesen Gebieten nicht verschwunden sind, sie haben sich nur verändert. Die Verbreitung dieser gefährlichen Droge nimmt nicht nur in Thailand zu – hier werden jährlich schätzungsweise 1,5 Millionen Tabletten geschmuggelt – sondern in ganz Asien. Auch die Produktion dieser modernen Droge stellt Thailand vor eine Herausforderung. Schlafmohnfelder waren leicht auszumachen, sie benötigten Platz und waren einfach zu erkennen. Yaba-Labore hingegen sind klein und schwer zu entdecken.4

  1. Die Welt: Primeln statt Reis, Erdbeeren statt Opium – aufgerufen am 28.7.2015 []
  2. Die Presse: Königliche Erdbeeren statt bäuerlichen Opiums – aufgerufen am 28.7.2015 []
  3. Die Zeit: Opium ist out – aufgerufen am 28.7.2015 []
  4. Die Zeit: Yaba – Der Name steht für die Schattenseite des Teebooms – aufgerufen am 28.7.2015 []

Über Helena / earthlink

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2 Antworten zu Thailands Drogenpolitik zeigt erste Erfolge

  1. habe den blog erst jetzt wiede rin meinen lesezeichen entdeckt – richtig guter text helena, habe selbst ich als alter substanzveteran (zuvorderst Zauberpilze natürlich ;)) noch einiges dazu lernen können!

    Aber sag, wie sieht es dortt in thailand udn umgebung mit kratom aus? Ich hörte mal, dass kratom dort verboten, während der rest der welt quasi kraotm erlaubt und von dort importiert. Die Thailänder sollen doch auch versucht haben, mittels kratom eine opiumabhängigkeit auszuscleichen, oder?

    Gruß 🙂 !!

    • Helena / earthlink sagt:

      Hallo Blogkollege,
      danke für dein Interesse!
      Kratom ist in Thailand, obwohl es hier seinen Ursprung hat, verboten. Die thailändische Bevölkerung hat früh erkannt, dass die Wirkung dieser Pflanze sehr hilfreich in der Bekämpfung einer Opiumabhängigkeit ist. Seit wenigen Jahren wird eine Legalisierung dieses „Rauschgifts“ in Thailand diskutiert. Zurzeit scheint die Debatte hierüber aber etwas eingeschlafen zu sein.
      LG Helena 🙂

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