Folgen für die Frauen im War on Drugs

Durch die repressive Drogenpolitik in Amerika sind kleine Händler und Menschen, die Drogen nehmen, leichte Ziele geworden. Zur gleichen Zeit hat die harte Drogenpolitik wenig getan, um die Produktion sowie den Handel und Konsum von illegalen Drogen einzudämmen. Stattdessen hat der Krieg gegen die Drogen verheerende Folgen für Individuen und Gemeinschaften gleichermaßen. Vor allem für diejenigen, die bereits am Rand der Gesellschaft leben, einschließlich der in Armut lebenden Menschen.

In der öffentlichen Meinung zeichnet der „War on Drugs“ wahrscheinlich ein eher männliches Bild, doch in Lateinamerika leiden viele Frauen an den perversen Folgen des Drogenkriegs. Viele von ihnen leben in einem Teufelskreislauf der Armut oder der Sucht, was dazu führt, dass sie kleine Mengen Drogen verkaufen oder transportieren und dafür bestraft werden. Selten werden Frauen, die mit den großen Drogenhandel zu tun haben, inhaftiert. Die Frauen die mit geringen Drogendelikten gefasst und verurteilt werden, bekommen unverhältnismäßig lange Haftstrafen für ihr gewaltloses Verbrechen. Diese Sanktionen ruinieren nicht nur das Leben der Frauen, sondern auch ihre Familien, welche für sie kämpfen, um sie zu unterstützen.

Die grausame Realität zeigt sich zum Beispiel im Buen Pastor Gefängnis in Costa Rica. Über 90 Prozent der inhaftierten Frauen haben drei oder mehr Kinder, die von ihnen abhängig sind. Ein Anstieg der inhaftierten Frauen wegen Drogendelikten hat die Bedingungen in bereits überfüllten Gefängnissen verschlechtert. Zwischen 2006 und 2011 ist in Lateinamerika die Gefangenenanzahl in Frauengefängnissen von 40.000 auf 74.000 gestiegen. Die Familien der Frauen geraten durch diese Umstände noch tiefer in die Armut. Einmal aus dem Gefängnis entlassen, kämpfen die Frauen dafür eine Arbeit zu finden, mit der sie über die Runden kommen. Doch werden Menschen die aus dem Gefängnis kommen, noch weiter an den Rand der Gesellschaft gedrückt als zuvor. Das hat auch Auswirkungen auf Jobsuche. Als Folge kehren einige zurück in den Verkauf und Transport von Drogen. Ein ewiger Teufelskreis von Inhaftierung und Armut.

Das Scheitern des War on Drugs hat die Frauen Lateinamerikas viel gekostet. All die schrecklichen Auswirkungen, die Kriminalisierung und Inhaftierungen haben keine abschreckende Wirkung. Es werden weiterhin Drogen konsumiert und verkauft. Aber die Geschichte ist noch nicht vorbei. Derzeit wird in Lateinamerika viel über eine Reform der Drogenpolitik diskutiert und die Rechte der Frauen sollen dabei ein zentrales Anliegen sein.1

  1. Open Society Foundations : Portraits from Prison Tell Stories of Women in the Drug War – stand: 04.08.2015 []

Über veronika / earthlink

Ich bin die Veronika und mache den Bundesfreiwilligendienst bei Eartlink e.V.. Die Gesellschaft kann nur vorwärts kommen wenn sie aufgeklärt wird!
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