Khat: Handel mit der afrikanischen Volksdroge nimmt zu

Bild: © Rod Waddington - Wikimedia Commons

In der vergangenen Woche ist die Sicherstellung von rund 380 Kilogramm der Kaudroge Khat am Frankfurter Flughafen bekannt gegeben worden. Das Rauschgift sei seit Anfang Oktober auf elf Flügen aus Äthiopien bei verschiedenen Passagieren im Gepäck gefunden worden, berichtete der Sprecher des Hauptzollamts Frankfurt, Sebastian Wittorf. „Die Blätter waren büschelweise in feuchtem Küchenpapier eingewickelt, um sie länger frisch zu halten“.1 Ein Kilogramm sei im Verkauf rund 60 Euro wert, für die gesamte Menge hätten also fast 23.000 Euro erzielt werden können.

Zugleich wurden an diesem Montag im Danziger Hafen (Polen) mehr als drei Tonnen Khat beschlagnahmt.2 Die Kaudroge sollte über Polen nach Deutschland geschmuggelt werden. Der Container mit dem Rauschgift sei in Kenia aufgegeben und als grüner Tee deklariert worden, teilte die polnische Behörde gegen Drogenkriminalität und organisiertes Verbrechen CBSP mit.

Khat sind die Zweigspitzen und Blätter des gleichnamigen Strauchs, der vor allem in Ostafrika und Südwesten der arabischen Halbinsel angebaut wird. Das Rauschgift gilt als Alltagsdroge in Ländern wie Jemen, Äthiopien, Somalia oder Kenia. Während frische Khat-Blätter gekaut werden, werden getrocknete als Tee aufgegossen oder mit Tabak oder Cannabis geraucht.3

Ihr Konsum führt zu einem Rausch mit Halluzinationen und Euphorie. Der in den Khat-Blättern enthaltene Wirkstoff „Cathion“, ein Amphetamin, weist allerdings ein hohes Abhängigkeitspotenzial auf. Bei dauerhafter Einnahme kann es Schlaflosigkeit, Nervosität, Herzrasen und Magenprobleme zu Folge haben. Khatkonsum kann zudem zu unkontrollierten psychischen Reaktionen führen. In Deutschland fällt es in großen Mengen unter das Betäubungsmittelgesetz, und darf somit als Rauschgift nicht eingeführt werden.

Obwohl die Droge in Mitteleuropa bislang noch wenig bekannt ist, beweisen die neuesten Funde erneut, dass der Handel mit Khat zunimmt und immer mehr Lieferungen ihren Weg nach Europa finden. Dazu muss erwähnt werden, dass der Konsum von Khat vor allem unter Immigrantengemeinschaften aus Ländern nahe des Horns von Afrika verbreitet ist.4

  1. Die Welt: 380 Kilo der Kaudroge Khat am Flughafen sichergestellt – zuletzt aufgerufen am 26.11.2015 []
  2. Berliner Morgenpost: Drei Tonnen der Kaudroge Khat beschlagnahmt – zuletzt aufgerufen am 26.11.2015 []
  3. Wirtschaftsblatt: Drogen-Wachseier im großen Stil nach Wien geschmuggelt – zuletzt aufgerufen am 26.11.2015 []
  4. Briefing der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht: Der Konsum von Khat in Europa: Auswirkungen auf die europäische Politik – zuletzt aufgerufen am 26.11.2015 []
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