Australien und der Kampf gegen die synthetische Droge Crystal Meth

Bild: © Radspunk - Wikimedia Commons

In den vergangenen Tagen wurde von dem größten Drogenfund in Australien in den Medien berichtet. Bereits Ende 2015 konnte in Sydney große Mengen des Amphetamines Crystal Meth sichergestellt werden. Damit ist der Polizei eine riesiger Fang ins Netz gegangen.1

Die Drogen waren an verschiedenen Orten in Sydney beschlagnahmt worden, nachdem ein großer Fund in einem aus Hongkong stammenden Container sichergestellt werden konnte. Die Drogen waren in flüssiger Form in BH-Einlagen versteckt. Der Fund umfasst 720 Liter Crystal Meth und ist auf einen Marktwert von 900 Millionen Dollar geschätzt worden. Andersherum: Es konnten 3,6 Millionen Dosen der Schreckensdroge Crystal Meth sichergestellt werden.23

Crystal Meth ist in Australien zu einer der größten Probleme mutiert. Der Konsum wird bereits seit einigen Jahren als Epidemie bezeichnet. Im vergangenen Jahr hatten fast sieben Prozent der Einwohner Australiens die Droge konsumiert. Im Vergleich zu 2014 entspricht dies einem Zuwachs von über zwei Prozent und ist viermal so hoch wie  in den USA und doppelt so hoch wie in Großbritannien.4 Das Methamphetamin ist unter anderem als Crank, Meth, Glass, Pico oder Ice bekannt. Mittlerweile ist Australien durch den Anstieg seiner Methkonsumenten schon traurigerweise unter dem Namen ICE-Nation bekannt.

Ein großer Teil der Droge kommt aus dem Ausland, weil sich das Wissen über die bevorzugte Variante der Kristallform dort sammelt. In Australien wird zwar auch Ice hergestellt, aber das Produkt ist durch die Zugabe von öligen Inhaltsstoffen schwerer zu konsumieren. Es kann nicht einfach geschnupft oder schnell aufgelöst werden, und erreichte somit nie dieselbe Beliebtheit.5

Daher war der Fund ein sehr großer Erfolg. Ebenso hatte im vergangen Herbst bereits die Marine eine Ladung Heroin bei einer Routineüberprüfung auf einem Fischerboot konfisziert.6 Die Regierung von Australien ist bemüht das Problem in den Griff zu bekommen und etablierte ein umfassendes Aufklärungsprogramm. Die ICE-Taskforce schaltete Werbespots, die das Suchtpotenzial gerade von Meth darstellen sollte. Denn das tückische an der Droge ist, dass man nach einmaligem Konsum abhängig sein kann und so einem viel höheren Risiko süchtig zu werden, ausgesetzt ist. Auch für Lehrer, Studenten und für betroffene Eltern gibt es umfassendes Informationsmaterial. Ebenso Vorschläge das Thema anzusprechen und die Süchtigen zu begleiten.7

Asiatische Länder wie Indonesien und China gehören immer noch zu den Hauptherkunftsländern, aus denen die Drogen nach Australien geschmuggelt werden. Ein gut-funktionierendes, internationales Netzwerk schafft die Möglichkeit ,über verschiedene Kanäle die Suchtstoffe zu vermarkten. Dabei hat das nicht nur im Konsumland gravierende Folgen. Auch an den Produktionsorten schaffen die illegalen Herstellungsprozesse Abhängigkeit, Korruption und soziale Missstände.8 Somit ist die Bekämpfung des Schmuggels in das Land, neben einer breiten und abschreckend wirkenden Aufklärungskampagne immer noch eine der wichtigsten Aufgaben, um die Meth-Epidemie in den Griff zu bekommen. Denn wie sich gezeigt hat sind die Schmuggler äußerst kreativ und ein vermeintlich harmloses Produkt wird zu einem hochgefährlichen Hybriden.

  1. Die Welt: Rekordfund in Australien: Drogen für 800 Millionen Euros in BHs – Stand 16.02.2016 []
  2. Spiegel Online: Australien: Polizei beschlagnahmt Drogen in Wert von 900 Millionen Dollar – Stand 16.02.2016 []
  3. The Daily Telegraph: ICE scourge: billion worth of liquid meth seized in joint police operation – Stand 16.02.2016 []
  4. Netzfrauen: Vorsicht – Diese Killerdroge ist weltweit auf dem Vormarsch – Stand 16.02.2016 []
  5. NDARC: NDARC Fact Sheet [ICE/Crystal] – Stand 16.02.2016 []
  6. Spiegel Online: Drogenfund auf Fischerboot: Australische Marine beschlagnahmt 400 Kilogramm Heroin – Stand 16.02.2016 []
  7. Netzfrauen: Vorsicht – Diese Killerdroge ist weltweit auf dem Vormarsch – Stand 16.02.2016 []
  8. DW: Indonesien: Drehscheibe für den Drogenhandel – Stand 16.02.2016 []
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