Mexikos Drogennetz spannt sich bis nach Westafrika

Bild: © Radspunk - wikimedia commons

Dass Mexiko und die USA mittlerweile auch im Meth-Handel stark vernetzt sind, ist bereits bekannt. Doch nun wurden auch Verbindungen nach Nigeria festgestellt.

“The Mexican Meth-Production goes global!“

 Meth erfreut sich zunehmender globaler Beliebtheit. Als Anfang März in dem westafrikanischen Land ein Meth-Labor entdeckt wurde, kam es zur Verhaftung von vier Mexikanern und einigen Nigerianern. In dem „Super-Lab“ können pro Koch-Zyklus 4.000 Kilogramm Meth hergestellt werden, auch wenn die Aufsichtsbehörden nur 1,5 Kilogramm sicherstellten.

Ein Sprecher der nigerianischen Anti-Drogen Behörde NDLEA gab bekannt, dass die Mexikaner als Spezialisten für die Produktion angeheuert wurden. Auch wenn unklar ist, ob diese Teil einer größeren mexikanischen kriminellen Organisation sind, wäre es nicht überraschend, wenn es nun auch Beziehungen zwischen den mexikanischen Drogenkartellen und der westafrikanischen Region gibt.

Nicht das erste Mal wurden Mexikaner außerhalb ihrer Heimat wegen der Verstrickung in den Meth-Handel festgenommen. Der bekannteste Fall ist der von drei Brüdern aus dem Sinaloa-Kartell, die in Malaysia wegen der Führung eines Meth-Labors festgenommen wurden.

In den USA wurde 2015 festgestellt, dass mexikanische Drogenhändler an einem erstarkenden Meth-Markt in der Region um New York arbeiten. Labore befinden sich in der entfernten Region um New York und New Jersey. Diese Gruppen haben Berichten zufolge mit Mafiafamilien zusammengearbeitet, welche im Untergrund der Region schon seit über einem Jahrhundert aktiv sind.

Diese Beispiele zeigen, dass mexikanische Gruppen ihren Meth-Markt erweitern wollen, da sie einer steigenden Nachfrage gegenüber stehen.  Die UNO berichtete im Jahr 2014, dass die Gesamtsumme an Meth-Beschlagnahmungen von 2008 mit 25.000 Kilogramm auf 100.000 Kilogramm im Jahr 2012 gestiegen ist. Auch wenn der europäische Markt um einiges kleiner ist als der der USA, ist er doch mit der Tschechischen Republik substanziell wichtig für den globalen Meth-Handel.

Nicht überraschend ist, dass das Sinaloa-Kartell Vorläufer der mexikanischen Beteiligung an der globalen Meth-Industrie zu sein scheint. Schon seit einem Jahrzehnt hat die Organisation die Vormachtstellung auf dem US-amerikanischen Markt. Mexikanische Sicherheitsbehörden haben Schiffsladungen von beträchtlich vielen Tonnen an Ephedrin und Pseudoephedrin in den mexikanischen Häfen, welche vom Sinaloa-Kartell kontrolliert werden, beschlagnahmt. Beide Stoffe werden zur Herstellung von Meth benutzt, womit Millionengewinne entstehen.

Der mexikanische Einfluss im Kokain-Handel geht der wichtigen Rolle im Meth-Handel  voraus. Im Fall von Kokain nahmen Organisationen wie etwa das Sinaloa-Kartell, die Zetas und das Golf-Kartell, eine essenzielle Rolle im illegalen Handel über die Grenze zu den USA ein. Sie wurden zu den Schlüsselfiguren des globalen Drogenhandels und arbeiteten mit anderen kriminellen Gruppen aus Südamerika, Europa und anderswo auf der Welt zusammen.

Die Tatsache, dass mexikanische Gangs es geschafft haben, sich eine feste Stellung auf dem globalen Kokain-Markt zu erarbeiten, und das sogar in Handelsströmen, die nicht die USA mit einbeziehen, ist bemerkenswert. Die mexikanischen Gangs sind geographisch nicht nah an den Produktionszentren in Südamerika gelegen, und während sie zwar Profis in der illegalen Grenzüberschreitung in die USA sind, spielen sie keine offensichtliche Rolle im Schmuggel nach Europa. Dennoch nutzten mexikanische Gangs ihre zentrale Lage im nordamerikanischen Kokain-Markt, welcher der größte weltweit ist, zusammen mit all ihren dort entwickelten Fertigkeiten, um ihren globalen Status zu verstärken.

Die mexikanischen Gruppen befinden sich in einer vielversprechenden Position, dieselben Erfolge mit Methamphetamin zu erwirtschaften. Außerdem besitzen sie einen zusätzlichen Vorteil verglichen mit dem Kokain-Handel: Sie sind weltweit Spitzenreiter in der Meth-Produktion, und das schon seit Jahren. Sie haben desweiteren gezeigt, dass sie die Wünsche der Konsumenten erfüllen können, indem sie mit lokalen Verteilern vernetzt sind oder sich  ein eigenes Netzwerk aufbauen.  Dabei haben sie ihre Anpassungsfähigkeit an sich verändernde regulatorische Konditionen unter Beweis gestellt. Diese Erfahrungen werden den mexikanischen Gruppen voraussichtlich mehr Macht und Möglichkeiten verleihen, der steigenden Anfrage auf dem Meth-Markt gerecht zu werden.1

Durch die globale Ausweitung des Drogenhandels werden sich auch die Opfer des War on Drugs vermehren. Doch der Drogenhandel ist und bleibt für viele arbeits- und perspektivlose Menschen die einzige Garantie zur Existenzsicherung. Diese ausweglose Situation treibt auch viele junge Leute in den Konsum von Drogen und zieht diese in den Teufelskreis des Drogenhandels. Wirtschaftliche Alternativen müssen her, um diesen Kreislauf zu stoppen.

  1. insightcrime.org: Mexico Groups Well Placed for Global Meth Market – Stand 05.04.2016 []
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