Pakistan gegen die Legalisierung von Drogen

Schlafmohnfeld | Bild: © kein Copyright - wikimedia

Die Regierung Pakistans ist angesichts der zunehmenden Legalisierung von Drogen – wie beispielsweise Marihuana – in anderen Staaten besorgt. Bei einem UN-Meeting, welches den Konsum illegaler Drogen zum Thema hatte, äußerte Chaudhry Nisar Ali Khan, Minister für Inneres und Betäubungsmittel-Kontrolle Pakistans, seine Bedenken.

Er fürchtet, dass der Trend zur Legalisierung von Marihuana zu einem Anstieg der Nachfrage und einer „Befeuerung“ der Lieferkette führt. Auch würden Konzepte, denen der Konsens fehlt, wie „Schadensminderung“ und dem sogenannten „menschenrechtsbasierten“ Ansatz, das Problem weiter verschärfen. So forderte Pakistan mehr Koordination und Kooperation der Mitgliedsstaaten, um der Bedrohung durch Drogen in jeglicher Form entgegenwirken zu können.1

In Pakistan selbst trat 2010 ein neues Anti-Drogen-Programm in Kraft. Dessen Zielsetzung beinhaltet das Unterbinden von Schlafmohnanbau und Drogenhandel durch das Anbieten von alternativen Anbauprodukten, Stärkung der Behörden und Entwicklung von zugänglichen und effektiven Behandlungssystemen. Darüber hinaus sind das Senken der Nachfrage durch Bildung und örtliche Projekte sowie die Durchführung einer Umfrage, um die Prävalenz von Drogenabhängigkeit zu bestimmen, Ziele der Regierung. Eine zentrale Rolle spielt in Pakistans Programm auch die internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen die Drogen. Neben gemeinsamer Bekämpfung von Schlafmohnanbau in davon betroffenen Ländern bildet die Reduktion des Drogenkonsums in den Bestimmungsländern einen zentralen Punkt.2

Diese notwendige Unterstützung sieht Chaudhry Nisar Ali Khan nun gefährdet. „Wir waren alle bestrebt, eine drogenfreie Gesellschaft aufzubauen, keine drogentolerante Gesellschaft“, stellte er vor mehreren Staatsoberhäuptern und über 40 Ministern aus aller Welt fest. Insbesondere Pakistans geographische Lage sei problematisch und seine Funktion als Transitland dürfe man auch in anderen Staaten nicht außer Acht lassen. Die Drogendynamik unterscheide sich in Herkunfts-, Transit- und Zielländern enorm. Zwar gelang es dem Land letztes Jahr, 342 Tonnen illegaler Drogen zu beschlagnahmen, dennoch floriert der Drogenhandel mit anderen Staaten weiterhin. Pakistans Minister wünscht sich daher eine Fokussierung auf das „Hauptziel“ und insbesondere Transitländer, um eine drogenfreie Gesellschaft zu schaffen.3

Pakistan ist mit seinen Sorgen in Bezug auf die zunehmende Cannabis-Legalisierung nicht alleine. Auch China sprach sich deutlich gegen derartige Gesetze aus. Viele Entwicklungsländer wie Indien oder Südafrika führen einen zunehmend erbitterten Kampf gegen Anbau und Konsum von bzw. Handel mit illegalen Drogen. Neben dem gesundheitlichen Risiko für die Bevölkerung und insbesondere die jüngere Generation stellt auch die Verflechtung mit kriminellen Aktivitäten und Gewalt eine drogenbedingte Gefahr dar.4

Länder wie Pakistan, die ihr gravierendes Drogenproblem in den Griff bekommen wollen, könnten sich in Zukunft noch weitreichender im Stich gelassen fühlen. Abhängig davon, wie viele Länder dem Beispiel Uruguays oder der USA in der Legalisierungsdebatte noch folgen werden.

  1. thenews.com: Pakistan concerned over legalisation of illegal drugs – Stand 29.04.2016 []
  2. National Anti Narcotics Policy 2010 – Link nicht mehr abrufbar 02.06.2017 []
  3. samaa.tv: Pakistan took robust steps to fight illicit drugs – Stand 29.04.2016 []
  4. news.xinhuanet.com: News Analysis: Legalization of illegal drugs meets with strong opposition from many developing countries an UN – nicht mehr verfügbar []
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