Drogenproduktion in Südamerika – eine ökologische Bedrohung

Bild: © Tan Kian Yong - Dreamstime

Der Anbau von Drogen ruft nicht nur Gewalt, Korruption und Gesundheitsschädigung hervor, sondern bringt auch verheerende Folgen für die Umwelt mit sich. Der illegale Anbau von Koka findet meistens in Wäldern statt und trägt zur Abholzung und zum Verlust der Biodiversität dieser Regionen bei. Außerdem werden Naturschutzgebiete für den Drogenhandel genutzt und zerstört.1

Die UNODC hat in ihrem Jahresbericht am Freitag die ökologischen Folgen der Drogenproduktion bekanntgegeben und diese auch als eine Bedrohung für die Umwelt bezeichnet. Vor allem sind die Andenstaaten, in denen Koka angebaut wird, davon betroffen. Die Drogenproduktion ist nicht nur für die illegalen Pflanzungen verantwortlich, sondern auch für den Waldverlust durch den Bau von ungesetzlichen Landebahnen, Straßen oder anderen wirtschaftlichen Tätigkeiten wie illegaler Abholzung.

Kokain wird meist direkt in nicht auffindbaren Gebieten des Urwaldes produziert. Zudem breitet sich die Koka Produktion immer stärker in den Urwald aus. Beträchtliche Flächen werden für den Anbau gerodet. Im Jahr 2015 wurden lediglich 100.000 Hektar Land  in Kolumbien mit der Kokapflanze bebaut.2 Durch jedes verbrauchte Gramm von Kokain in der Welt werden vier Quadratmeter von kolumbianischen Wäldern abgeholzt.3 In Peru wurden im selben Zeitraum durch die Saat von Kokablättern etwa 2,5 Millionen  Hektar der Amazonaswälder kahlgeschlagen.

Ein weiteres Problem ist der Einsatz von Chemikalien bei der Herstellung von Rauschgiften, die  oft direkt in der städtischen Kanalisation oder in Gewässern und Wäldern landen. Bei der Herstellung werden mitunter sehr schädliche Chemikalien, Säuren und Stoffe eingesetzt, die zu der Umweltverschmutzung und Gesundheitsrisiken in der ländlichen Umgebung beitragen. Außerdem werden die Abfallstoffe einfach in Flüsse geleitet, die später zu toten Gewässern werden. Dadurch sind auch die Menschen belastet, da sie das Wasser nicht mehr trinken können und die Fische nicht mehr essbar sind.   Der Rauschgifthandel vergießt jedes Jahr im peruanischen Amazonas etwa 15 Millionen Liter der chemischen Stoffe, die in der Drogenherstellung benutzt wurden. 4 Ein weiteres Anliegen der Vereinten Nationen ist die Bedrohung der Vielfalt von Fauna und Flora der tropischen Anden, wo eine der größten Artenvielfalt der Welt zu finden ist.5

  1. El Tiempo: La ONU reconoce por primera vez al narcotráfico como amenaza ecológica – am 23. Juni 2016 []
  2. El Mundo: Colombia, primer productor de coca – am 12. März 2016 []
  3. Expok: Las drogas también afectan al medio ambiente – am 15. Mai 2011 []
  4. El Universal: Narcotráfico afecta al medio ambiente – am 4. Juni 2009 []
  5. UNODC: World Drug Report 2016 – Stand: 30. Juni 2016 []
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