Finanzierung der Terrorgruppe Hisbollah durch Drogenschmuggel in Lateinamerika und Europa

Bild: © (c) Zabelin - Dreamstime

Die Hisbollah bewegt Tonnen von Kokain in Lateinamerika und Europa und erzeugt Hunderte von Millionen Euro aus diesem „Kokaingeldwäscheschema“, das eine endlose Quelle zur Verfügung stellt, um ihre Terroristenoperationen zu finanzieren.1 Sie verwenden Drogen und andere Schmuggelware auch als eine alternative Form der Währung und als Zahlungsmöglichkeit. Diese Organisation hat internationale Beziehungen mit dem kolumbianischen und mexikanischen Drogenkartellen geschaffen, die das Schmuggeln nach Europa leichter ermöglichen. Allein im Jahr 2015 soll die Organisation zehn Millionen Euro aus Drogengeschäften gewaschen haben.2

Die Hisbollah, die „Partei Gottes“, ist eine schiitische Organisation im Libanon, die 1982 durch den Zusammenschluss verschiedener Gruppen zum Kampf gegen die israelische Invasion entstand. Schiiten sind mit rund 30 Prozent der Bevölkerung eine der größten muslimischen Gruppen.3 Mit iranischer Unterstützung hat die Hisbollah ein weltweites Netzwerk aufgebaut, welches zahlreichen kriminellen Aktivitäten auf allen Kontinenten nachgeht. 4 Die Organisation ist seit den 1990er Jahren ein einflussreicher politischer Akteur innerhalb Libanons. Zurzeit stellt sie 14 von 128 Parlamentsabgeordneten und Energieminister in der aktuellen libanesischen Regierung.5

Es ist bekannt, dass jene Regionen der Welt, in denen Schlafmohn und Koka am besten wachsen, oft gesetzlos sind, weil es sich beispielsweise um Territorien handelt, die sich in der Hand von Guerilla-Bewegungen befinden. Terroristen profitieren davon, indem sie Drogen aus solchen Regionen aufkaufen und sie illegal handeln. Damit dienen die illegalen Profite dem Wachstum und Gedeihen des Terrorismus. „Drogen sind tief hängende Pflanzen – mühelos zu ernten und mühelos mit enormem Gewinn zu verkaufen, und zwar in mühelos transferierbarem Bargeld.“ 6 Terrorismus kostet viel Geld, um Waffen zu kaufen, Mitglieder zu bezahlen,  und Operationen zu planen und ein Großteil davon wird durch den Drogenhandel finanziert.

Die Aktivitäten der Hisbollah in Südamerika begannen bereits Mitte der 1980er Jahre und ihre Präsenz im Länderdreieck zwischen Argentinien, Brasilien und Paraguay wurde bereits damals nachgewiesen.7  Laut lateinamerikanischen Medien existieren mehr als 100 Schläferzellen in Verbindung mit der libanesischen Organisation in dieser Region des Kontinents und an der Grenze von Venezuela zu Kolumbien. Das Länderdreieck gilt als eines der gefährlichsten Gebiete der Welt wegen des Drogenhandels und der Geldwäsche, die dort stattfinden.8 Außerdem gibt es Indizien dafür, dass die Hisbollah massiv in den Drogenhandel in Venezuela involviert ist, weil Venezuela   als Ausgangspunkt für Drogenschmuggelunternehmungen nach Westafrika dient. Die Hisbollah ist an solchen Operationen beteiligt und kooperiert dabei mit der FARC, die ein Drogenhandel-Netzwerk von Westafrika nach Europa geschaffen hat.9

  1. BreitBart: Former DEA Chief: Hezbollah ‘Moving Tons of Cocaine’ Out of Latin America – am 12. Juni 2016 []
  2. WDR: Schlag gegen libanesisches Drogenkartell – nicht mehr verfügbar []
  3. bpb: Hisbollah – Stand: 17. Juli 2011 []
  4. Audiatur Online:Kriminalität und Terrorismus: Die Hisbollah in Venezuela – am 5. Februar 2016 []
  5. Wikipedia: Nationalversammlung (Libanon) – Stand 15. 06.2016 []
  6. Frankfurter Allgemeine – Don Winslow: Terrorismus und Drogen: Offene Hand und geballte Faust – am 20. Dezember 2015 []
  7. Audiatur Online: Kriminalität und Terrorismus: die Hisbollah in Venezuela – am 5. Februar 2016 []
  8. YaLibnan: 100 Hezbollah sleeper cells in Latin America linked to drug trafficking – am 12. Juni 2016 []
  9. Audiatur Online: Kriminalität und Terrorismus: die Hisbollah in Venezuela – am 5. Februar 2016 []
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