Heroin aus Afghanistan wird in Ostafrika geschmuggelt und konsumiert

Bild: © Maxim Evdokimov - Dreamstime

Das Interesse am Drogenhandel in Afrika hat sich in der Regel auf Westafrika konzentriert, da sich in dieser Region die Heimat des ersten Narco-Staates, Guinea- Bissau befindet. Aber seit 2010 hat eine Zunahme des Heroinhandels in Ostafrika  die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft geweckt, und es wird davor gewarnt, dass die Auswirkungen des Heroinhandels in großem Stil verheerend für die Region sein könnte. Aufgrund der Beziehung zwischen lokalen Politikern und dem Drogenhandel ist Ostafrika besonders anfällig für die potenziell gewaltsamen Auswirkungen des Heroinhandels welcher eine schnelle und innovative Lösung erfordert.1

Die Drogen werden entlang der „Südroute “ oder dem „Smack Track“  geschmuggelt. Auf diesem Weg werden die Rauschmittel von Afghanistan durch Pakistan und den Iran über den indischen Ozean nach Ostafrika geschmuggelt. Schließlich werden sie zu den Verbrauchermärkten auf der anderen Seite der Erde gebracht2 Während der größte Teil des Heroins durch Ostafrika auf seinem Weg zu anderen Bestimmungsorten geführt wird, gab es parallel dazu eine große Steigerung des Regionalverbrauchs in Küstenbereichen wie Sansiber, Dar Es Salaam, Mombasa, die Seychellen und Mauritius.3

Die UNODC schätzt, dass die Bewohner der Region mindestens 2,5 Tonnen Heroin jährlich verbrauchen, wobei die meisten der Nutzer sich in Tansania befinden. Die repressive Drogenpolitik in ostafrikanischen Ländern ist wahrscheinlich für das Wachstum dieser Zahlen verantwortlich. Es gibt keine adäquate Behandlung für die Süchtigen. Der Missbrauch von verbotenen Drogen wie Heroin, Kokain und Haschisch ruiniert die Arbeitskräfte des Landes und die Hauptopfer sind Jugendliche, die dadurch keiner produktiven Beschäftigung nachgehen können.4

Minister und einflussreiche Geschäftsmänner beteiligen sich am Drogenhandel in der Region. In Kenia, Tansania und Mosambik kooperieren viele kriminelle Banden  mit den politischen Eliten, was die illegale Steuerung des Heroinhandels in Ostafrika erleichtert.

Ostafrikanische  Länder stehen vor vielen Herausforderungen, einschließlich Naturkatastrophen wie Dürren, aber auch vor Konflikten und Terrorismus der islamistischen Gruppe Al-Shabaab. Der aktuelle Anstieg des Heroinhandels und der steigende Konsum kann zu weiterer Gewalt, Unsicherheit und andere Formen der organisierten Kriminalität führen. Dadurch wird die Entwicklung, die Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit beeinträchtig.1

  1. Daily Maverick: From Afghanistan to Africa: Heroin trafficking in East Africa and the Indian Ocean  – am 21. Juni 2016 [] []
  2. The Economist: The Smack Track – am 17. Januar 2015 []
  3. Aljazeera America: Strung out in Tanzania – am 3. Mai 2015 []
  4. All Africa: Tanzania: Why Drug Abuse Must Be Fought at Any Cost – am 3. Juli 2016 mittlerweile kostenpflichtig []
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