BACRIM und Urabeños könnten von dem Austritt der FARC profitieren

FARC

Bild: © Institute for National Strategic Studies [Public Domain] - Wikimedia Commons

Nach dem Waffenstillstand der kolumbianischen Regierung und der FARC spricht man über den Frieden und das Ende des 52 jährigen Kampfs gegen die Guerilla. Doch wie werden die anderen Rebellen-Gruppen des Landes darauf reagieren?

Laut des Direktors der nationalen Staatsanwaltschaft bereiten sich illegale bewaffneten Gruppen in Kolumbien für die Übernahme der kriminellen Wirtschaft der FARC vor, die sie nach dem Friedensvertrag hinter sich lassen wird. Aus diesem Grund sind die BACRIM (kriminellen Banden) einer der wichtigsten Nutznießer der Vereinbarung zwischen der kolumbianischen Regierung und der Guerilla. Die BACRIM sind sehr gute Kandidaten, um einen Anteil der illegalen Einnahmequelle aus dem Drogenhandel, Bergbau und Erpressung der FARC zu erwerben und davon in der Zukunft zu profitieren. Die Urabeños und andere neoparamilitärische Gruppen sind aber auch an den Koka-Anbaugebieten interessiert, die derzeit zur FARC gehören. Die FARC derzeit kontrolliert ungefähr 70 Prozent des Koka-Anbaus im ganzen Land. In Zukunft sollen die Drogen durch legalen Anbauprodukte ersetzen werden.1

In Staaten wie Putumayo, Chocó, Cauca und Nariño, wo die FARC den Drogenhandel und den illegalen Bergbau beendet hat, haben mittlerweile die Urabeños sich als „die neuen Eigentümer des Gebietes“ vorgestellt. Außerdem hat sich der Markt für kolumbianische Drogen schon zu den BACRIM und an die Urabeños orientiert.2

Die Urabeños, die auch als Klan Úsuga bekannt sind, ist eine kolumbianische neoparamilitärische mit Drogen handelnde Gruppe, die an der kolumbianischen bewaffneten Konflikt beteiligt ist. Sie ist eine der Organisationen, die nach der Demobilisierung der AUC erschien. Die Organisation hat ungefähr 3.000 Mitglieder. Ihre Haupteinnahmequelle ist der Drogenhandel. Ende 2011 erklärten Los Urabeños den Los Rastrojos den Krieg um die Kontrolle des Drogenhandels in Medellín. Sie haben um die Kontrolle der Gebiete der FARC auch schon seit mehr als zwei Jahren gekämpft. Die Strategie, die diese Gruppe verfolgt, ist die Übernahme der Ressourcen und Routen für den Drogenhandel. Sie sind derzeit eine der machthungrigsten und rücksichtslosesten Organisation des Drogenhandels.3

BACRIM operieren nicht nur in Kolumbien, sondern auch in anderen Ländern wie Venezuela und Panama. Ihre strategischen Partner sind die ELN, EPL und andere Drogenhändler, weil ihr Kerngeschäft der Rauschgiftschmuggel ist. Es gibt auch Hinweise, dass sie mit mehreren mexikanischen Organisationen wie dem Sinaloa Kartell und Los Zetas Verbindungen haben. Sie agieren nicht nur mit Erpressung und Entführung von Zivilisten und Mitgliedern der Sicherheitskräfte, sondern auch mit Zwangsrekrutierung von Kindern.4 Sie sind für 9.065 Mordtaten in den letzten 30 Jahren in Kolumbien verantwortlich.5 Da sie eine engere Beziehung mit der FARC hatten, glaubt man, dass sie die „Nachfolger“ der Guerilla werden.

Diese beiden kriminellen Organisationen sind für den so lange ersehnten Frieden in Kolumbien eine starke Bedrohung. Es ist sehr wahrscheinlich, sie  die Kontrolle über die Geschäfte der FARC übernehmen wollen und dies zu inneren Konflikten und grausamen Kämpfen führen wird. Die Regierung müsste nun eine weitere Lösung finden, um mit dem Drogenhandel und zusätzlich noch mit den restlichen illegalen Organisationen, die sich aus den Drogen finanzieren, umzugehen.

  1. El Colombiano: „Clan del Golfo“ quiere Zonas de Farc – am 30. Juni 2016 []
  2. Insight Crime: BACRIM: Winner or Loser in Colombia Peace Deal? – am 1. July 2016 []
  3. Wikipedia: Clan Úsuga – Stand: 4. July 2016 []
  4. Wikipedia: Bandas emergentes en Colombia – Satnd: 4.July 2016 []
  5. El Comercio: Bacrim se disputan con las FARC el control del narcotráfico en Tumaco – am 3. July 2016 []
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