Drogenanbau stellt ein Problem für die Bildung von Kindern dar

Kinder Opium Ernte

Bild: © Raw Opium Pain, Pleasure, Profits [CC BY-NC-ND 2.0] - flickr

Der Drogenanbau findet nicht überall auf der Welt statt. Das hat viele Gründe. Primärer Faktor ist dabei die geographische Lage, da die Drogen nur in einem bestimmten Umfeld wachsen. Die Kokapflanze wächst vor allem im Bergland. Das ist hauptsächlich die Andenregion in Südamerika, also Peru, Bolivien und Kolumbien. Des Weiteren spielt Armut eine Rolle, da für die Bauern der Anbau von Rauschmitteln hohen Profit bringt. Aber nicht jedes Land, in dem Armut herrscht, wird gleich zum Drogenanbaugebiet. Korruption und schwache staatliche Institutionen sind ebenfalls wichtige Faktoren. Die kriminellen Gewalten in den Ländern verhindern oft den Zugang zu Bildungseinrichtungen. Oft sind die Anbaugebiete sehr abgelegen, sodass die Kinder keine Schule in der Umgebung haben.

So schließen sich in Mexiko vermehrt Jugendliche kriminellen Organisationen an, da ihnen die Perspektive für die Zukunft fehlt. Grund dafür sind neben Armut ein fehlendes staatliches Bildungsangebot sowie qualifizierte Lehrer.1 Aufgrund der steigenden Nachfrage in den Vereinigten Staaten schnellte der Opiumanbau in Mexiko in die Höhe. Allein im Jahr 2014 stieg die Produktion um ungefähr 50 Prozent an. Das lies Drogenkartelle immer mächtiger werden, denn sie haben den Handel in die USA im Griff.

Ein 15 Jahre altes Mädchen arbeitet auf einer Mohnplantage in der Sierra Madre del Sur in Mexiko. Sie ist sehr flink und kleiner und deswegen für die Opiumernte gut geeignet. Die Erwachsenen können auf den steilen Bergen schwer stehen, sie stolpern leicht und verletzen sich. Viele Jugendliche verlassen die Schule, um zu arbeiten und somit die Familie zu ernähren.2

Das Mädchen namens Angelica kann innerhalb eines Tages mehr ernten als ihre Eltern in einer Woche. In ihrer Schule ist es normal, wenn Kinder wegen der Opiumernte fehlen. Dort ist das Einkommen wichtiger als Bildung. In Dorf, in dem Angelica wohnt, arbeiten fast alle Schüler auf den Feldern. Für die Kinder ist es eine Chance, denn in der Stadt können sie nichts machen, so Angelica. Aber nicht nur Mexiko hat das Problem, dass Kinder, die in den Drogenanbau involviert sind, keine Bildung erhalten. Einer Untersuchung des Ministeriums für Erziehung und Bildung zufolge geht die Hälfte der Kinder, die in Kolumbien arbeitet, nicht zur Schule.

Auch in Afghanistan spielt der Schlafmohnanbau eine große Rolle. Die Taliban unterstützen den Drogenanbau, um Geld für die Finanzierung von Waffen und Krieg abzuzweigen. Im Gegensatz zu Südamerika ist Afghanistan weniger den korrupten Kartellen ausgesetzt. Dort existieren Clan-Strukturen. Wenn die Drogen innerhalb des Stammes verkauft werden, herrscht Sicherheit für die Bauern. Auch der Polizei fällt es schwer, da einzugreifen. Linda Helfrich ist Politikwissenschaftlern und arbeitet in der Entwicklungshilfe. Für sie besteht die Unterstützung darin, die Infrastruktur, Bildung und Gesundheitssysteme auszubauen. In Afghanistan bewirkte der Straßenbau viel. Nur so können Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen erreicht werden.3

Damit weniger Kinder gezwungen sind, auf den Feldern zu arbeiten und allgemein die Bauern vom illegalen Drogenanbau wegkommen, müssen eine stabile Infrastruktur und bessere Bildungsmöglichkeiten geschaffen werden. Denn die Kinder der Farmer übernehmen oft die Familienbetriebe und bleiben deswegen ebenfalls an der Drogenproduktion hängen.

 

  1. bpb: Mexiko; innerstaatliche Konflikte; vom 14.12.2015 []
  2. New York Times: Young Hands in Mexico Feed Growing U.S. Demand for Heroin; vom 29.08.2015 []
  3. deutschlandfunk: Der weltweite Kampf gegen die Drogen; Schwerpunkte im Kokain- und Heroinhandel verschieben sich; vom 03.07.2010 []

Über Lorina / earthlink

Ich habe letztes Jahr mein Abi gemacht und interessiere mich für internationale Zusammenhänge und soziales Engagement. Ich möchte in verschiedene Berufe Einblick erhalten und deswegen freue ich mich EarthLink das nächste halbe Jahr als Bundesfreiwillige unterstützen zu können!
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