Marokko versorgt 70 Prozent des europäischen Cannabismarktes

Haschisch

Haschisch - auch morrocan chocolate genannt. | Bild: © Mjpresson [CC BY-SA 3.0] - Wikipedia

In Marokko wird vor allem im Rif-Gebirge Hanf angebaut, das liegt im Norden des Landes. Etwa 800 000 Menschen leben von der Cannabis Produktion, obwohl diese illegal ist. Dennoch ist der Anbau so lukrativ, dass ganze Großfamilien sich davon ernähren können. Früher haben die Bauern andere Lebensmittel wie Weizen kultiviert. Das Leben war allerdings für sie sehr schwer. Sie hatten keine Häuser oder Schuhe. Heutzutage wird in der Bergregion viel gebaut. Es gibt Strom und viele besitzen auch ein Auto. Für sie bedeutet die Cannabisproduktion Wohlstand. Die Blätter und das Harz der Hanfpflanze, aus dem Haschisch gewonnen wird, können teuer verkauft werden.

Leicht haben es die Bauern nicht. Die Pflanzen brauchen enorm viel Wasser. Ein marokkanischer Landwirt berichtet, dass das Gebiet im Gebirge früher Sumpf war. Inzwischen ist durch den Cannabisanbau die Erde fast ausgetrocknet. Das Quellwasser aus den Bergen wird auf die Äcker verteilt und jeder Bauer hat festgelegte Zeiten, zu denen er das Wasser nutzen darf. Es kommt häufig zu Streit zwischen den Familien, da einige heimlich Löcher graben, um an Wasser zu gelangen. Wenn die Polizei ins Dorf kommt und Cannabis gefunden wird, müssen die Bauern dafür in Haft. Das kommt allerdings nicht häufig vor, da auch die Behörden am Handel verdienen. Die Kinder der Bauern arbeiten ebenfalls auf den Feldern und nur die wenigsten haben einen Schulabschluss. Sie versuchen schnellstmöglich viel Geld zu verdienen, da niemand weiß, wie lange der Anbau in diesem Stil noch funktioniert.1 Jugendliche kommen früh in Kontakt mit der illegalen Droge. Viele beginnen auch mit dem Verkauf, oft an Touristen.

Die Berber sind die Ureinwohner Marokkos. Sie begannen bereits im 15. Jahrhundert mit dem Anbau von Hanf. Die Regierung fürchtet Aufstände der Berber-Bevölkerung wenn ein striktes Verbot des Anbaus in Kraft tritt. Dennoch befinden sich in der Bergregion einige abgebrannte Felder. Unter dem Druck der USA und Europas verhaftete Marokko ein paar Bauern und versuchte, gegen den Anbau vorzugehen. Die EU fördert Programme, damit die Landwirte legale Produkte anbauen können wie Feigen, Oliven oder Avocados. Dennoch lassen sich nur wenige Landwirte darauf ein, da sich weit weniger Profit als bei der Cannabis-Produktion erzielen lässt.

Nach der Ernte werden die getrockneten Blätter oder das verarbeitete Haschisch in Booten oder in Kleinflugzeugen nach Europa gebracht. Auch in Benzinkanistern und Autos werden die Lieferungen versteckt. Eine weitere Methode ist das „Bodypacking“, Kuriere transportieren die in Päckchen verpackten Drogen im Körper nach Spanien und Portugal.2 Marokko versorgt laut der Weltzollorganisation 70 Prozent des europäischen Cannabismarktes. Es werden geschätzt ungefähr 2 000 Tonnen Haschisch pro Jahr hergestellt. Die Produktion von Cannabis bringt einen Ertrag von zwei Milliarden  US-Dollar.3 Laut einer Studie im Jahr 2008 haben in einem Monat mehr als 13 Millionen Europäer Cannabis konsumiert. Die Zahl der Abhängigen und auch der jugendlichen Konsumenten steigt.4

  1. Deutschlandfunk: Das goldene Klopfen; Cannabisanbau in Marokko; Artikel vom 03.01.2015 []
  2. Frankfurter Rundschau: Marihuana made in Marokko; Drogenmarkt; Artikel vom 31.03.2012 []
  3. Wikipedia: Agriculture in Morocco; letzte Aktualisierung am 04.07.2016 []
  4. Spiegel: 13 Millionen Europäer nehmen Cannabis; Drogenbericht; Artikel vom 26.06.2008 []

Über Lorina / earthlink

Ich habe letztes Jahr mein Abi gemacht und interessiere mich für internationale Zusammenhänge und soziales Engagement. Ich möchte in verschiedene Berufe Einblick erhalten und deswegen freue ich mich EarthLink das nächste halbe Jahr als Bundesfreiwillige unterstützen zu können!
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