Drogenschmuggel: Kreativität kennt keine Grenzen

Container

Bild: © crocus08 [CC BY-NC 2.0] - Flickr

Drogenkartelle entwickeln immer kreativere Methoden um ihre Rauschmittel zu den Hauptabnehmern nach Europa oder in die USA zu schmuggeln. Große Mengen werden heute häufig auf Containerschiffen und LKWs zusammen mit legalen Gütern wie Bananen geschmuggelt. Diese Container sind in der Regel extrem gut isoliert, sodass keine Gerüche nach außen gelangen und auch Durchleuchtungstechniken wirkungslos werden.1

Um die Drogen dabei vor Spürhunden der Polizei zu schützen, werden die Substanzen zudem zum Beispiel mit Pfeffer bedeckt oder in Kohlepapier gewickelt , um den Geruchssinn der Tiere zu verwirren.2

In Südamerika sind außerdem  Drogen-U-Boote keine Seltenheit. Die Halbtaucher werden in kleinen Manufakturen im kolumbianischen Dschungel gefertigt und sind oft nur für den einmaligen Einsatz vorgesehen. Für die Schmuggler haben diese Boote den Vorteil, dass sie nur schwer zu orten sind. Anfang September war US-Drogenfahndern eine Kokain-Ladung im Wert von 73 Millionen Dollar in die Hände gefallen. Die Ladung wurde mit einem vollautomatischen U-Boot transportiert, das nur wenige Meter tief tauchen kann, aber eine Reichweite von bis zu 5.000 Kilometern hat.3

Eine der modernsten Methoden ist Drogentransport per Flugdrohne. Auch in Deutschland sind Flugdrohnen bereits für den Drogenschmuggel zum Einsatz gekommen. Hier vor allem, um sie in Gefängnisse zu transportieren. Im Dezember letzten Jahres wurden Versuche in Hamburg und Bremen aktenkundig.4

Auch über Flughäfen werden viele Rauschmittel geschmuggelt. Die gefährlichste Schmuggelmethode ist dabei der Drogentransport im eigenen Körper. Denn wenn ein Drogenpäckchen, z.B. mit Kokain, im Körper platzt besteht keine Chance zu überleben. Es gibt jedoch zahlreiche weitere  kreative Ideen. Gerd Plinz ist seit 1980 beim Zoll. „Die Schmuggler werden immer einfallsreicher“, sagt er. Zwar gäbe es noch immer die Klassiker, wie doppelten Boden, erklärt er. „Inzwischen haben wir es aber zum Beispiel immer öfter mit Gegenständen zu tun, die in aufgelöstem Kokain getränkt werden.“  Dies geschieht zum Beispiel mit Kleidungsstücken, die dann in großen Mengen in Containern oder in geringeren Mengen von Einzelpersonen über die Grenzen geschmuggelt werden. Auch Kunsthandwerk-Artikel geschieht dies. Am Kölner Flughafen entdeckten Zollbeamte Geschenkkartons, in denen Holzstatuen mit Kokain im Wert von etwa 20.000 Euro getränkt waren.5

Es gibt zudem zahlreiche individuelle Methoden,  mit denen die Zollbeamten überlistet werden sollen. In den letzten Jahren fanden die Besamten am Kölner Flughafen beispielsweise ein Kaffee-Paket aus Südamerika – die Bohnen waren aus Kokain gepresst. Außerdem ein Holzauto, in dem Drogen im Motorraum verarbeitet waren, Handtaschen in deren Griffe sich Kokain für 20.000 Euro befand oder 60 Paar Schuhe aus Südamerika mit Koks-Einlagen für 60.000 Euro.5

Die Polizisten und Zollbeamten benötigen also immer bessere Schulungen und Methoden um, dieser Kreativität entgegen zu wirken. „Die Kollegen, die speziell im Bereich Rauschgiftschmuggel arbeiten, haben einen siebten Sinn“, so Hauptzollamts-Sprecher Plinz. „[…] sie erkennen Verdächtige am Verhalten, wo sie z.B. hingucken.“5

 

  1. kurir.at: Rumänien Einfallstor für Drogen; veröffentlicht am 05.07.2016 []
  2. kurir.at: Rumänien Einfallstor für Drogen; veröffentlicht am 05.07.2016 []
  3. mopo: Vor der Küste von Miami Hier bringt die Küstenwache ein Drogen-Boot zur Strecke; veröffentlicht am 13.11.2016 []
  4. Drogenguide: Schmuggelverstecke; veröffentlicht am 29.10.2015 []
  5. Express: Kuriose Funde Sie kennen alle Tricks – die Spürnasen vom Zoll; veröffentlicht am 03.03.2013 [] [] []

Über Marie / earthlink

Ich studiere im vierten Semester Geographie in Bochum. Momentan mache ich für zwei Monate ein Praktikum bei earthlink, weil ich mich sehr für entwicklungspolitische Zusammenhänge interessiere und dabei mitwirken möchte, Menschen über die Probleme zu informieren.
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