Costa Rica und Nicaragua nehmen Kampf gegen Drogen gemeinsam auf

El Consumo De Las Drogas Te Tata - Drogen werden dich töten Bild: © Steven Depolo [CC BY 2.0] - Flickr

Am 24. Februar trafen sich hohe Beamte der costa-ricanischen und nicaraguanischen Regierung, um über ein gemeinsames Vorgehen im Kampf gegen die Drogen zu entscheiden. Die zwei einzigen Grenzübergänge, die die Länder teilen, wurden zur Hauptroute für den Drogenschmuggel und auch an den Küsten werden die illegalen Substanzen über das Meer in die USA geschmuggelt. Neuste Berichte zeigen auch, dass mexikanische Drogenbanden, wie das Sinaloa-Kartell, Costa Rikaner rekrutieren und ausbilden.

Wie eine Pressemitteilung der costarikanischen Regierung bestätigt, waren bei dem Gipfel in Liberia u.a. der Außenminister Nicaraguas und sein Botschafter in Costa Rica, sowie Costa Ricas Minister für öffentliche Sicherheit und sein Vize-Minister anwesend. Auf das Treffen wird eine größere Kooperation folgen, um die Bedrohung der Sicherheitslage für beide Länder einzuräumen und die unterschiedlichen Facetten krimineller Verbrechen zu bekämpfen. Der Informationsaustausch soll zukünftig intensiviert werden, um die bilaterale Zusammenarbeit der Länder zur besseren Bekämpfung von Drogen- und Menschenhandel und anderen illegalen Aktivitäten zu verbessern.

Besonders in den Regionen von Peñas Blancas und Tablillas in Costa Rica muss die Kontrolle verstärkt werden, da sich in diesen zwei Regionen die einzigen offiziellen Grenzübergänge befinden. Die Panamaautobahn, die durch Peñas Blancas führt, war bis 2015 alleiniger Übergang, weshalb sich diese zur Hauptroute für den Drogenschmuggel entwickelte. Auch im Hinblick auf maritime Aktivitäten – Costa Rica und Nicaragua haben beide pazifische und atlantische Küsten – muss die Überwachung ausgebaut werden; von dort aus werden Drogen in die USA geschmuggelt. Die Oberhäupter der Regierung wollen zukünftig für bessere Geheimdienste sorgen, um Drogenschmuggelschiffe und illegale Fischerboote aufdecken zu können.12

Hinzu kommt auch die immer größere Rolle, die Costa Rica im Weltdrogenmarkt spielt. Früher war es für mexikanische Kartelle als Transitland interessant, um Drogen in die USA zu schmuggeln; in letzter Zeit beginnen die Kartelle allerdings Mitglieder aus lokalen kriminellen costa-ricanischen Banden zu rekrutieren und auszubilden. Die Anti-Drogen-Behörden bestätigten das einflussreiche Sinaloa-Kartell, aber auch das Golf-Kartell und die Familia Michoacana. Deren Agieren führte im Land zu einer höheren Kokainnachfrage und infolgedessen zu mehr Gewinnen für die lokalen Banden. Das kurbelte die Wettbewerbefähigkeit der Banden und den damit verbundenen Anstieg im Erwerb von Waffen an. Im Endeffekt bedingte das eine Umstrukturierung in den Machtverhältnissen der Drogennetzwerke und führte letztendlich zu mehr Kriminalität und Gewalt.3

Deshalb ist es umso wichtiger, die Zusammenarbeit im Kampf gegen die Drogen zu verstärken, um gegen die momentanen Entwicklungen in den Ländern vorzugehen. Der Gipfel fand als zweites Treffen nach einem Zusammenkommen im Juli 2016 statt. Im Oktober 2017 wollen die Länder wieder zusammenkommen.4

  1. Insight Crime: Costa Rica, Nicaragua Join Efforts to Combat Organized Crime; Artikel vom 1.3.17 []
  2. QCostaRica: Costa Rica and Nicaragua Agree To More Cooperation in Fight Against Organized Crime and Drug Trafficking; Artikel vom 3.3.17 []
  3. Insight Crime: Costa Rica AG Says Mexico Cartels are Recruiting, Training Local Groups; Artikel vom 13.2.17 []
  4. Insight Crime: Costa Rica, Nicaragua Join Efforts to Combat Organized Crime; Artikel vom 1.3.17 []

Über Zoë / earthlink

Ich bin Zoë und habe dieses Jahr die Schule mit dem Abitur beendet. Vor meinem Studium möchte ich mich hier sozial engagieren und mehr über entwicklungspolitische Hintergründe erfahren. Als Bundesfreiwillige freue ich mich earthlink für 6 Monate begleiten zu dürfen!

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