Drogenbanden nutzen illegalen Bergbau zur Geldwäsche

Luftaufnahme von Gold Abbau in Wald in Guyana

Beispielhaftes Bild für Gold Abbau in Guyana Bild: © Allan Hopkins [CC BY-NC-ND 2.0] - flickr

Panamas Regenwälder und die dortige Bevölkerung sind gefährdet. Besonders durch den Raubbau von Gold – hinter dem Gruppierungen aus dem organisierten Drogenhandel vermutet werden. Sicher ist, dass es sich um kriminelle Banden handelt, die sich Zugang zu den Regenwäldern verschaffen und die dort lebende indigene Bevölkerung benutzen, um Gold und andere Bodenschätze zu gewinnen.

Der Verdacht, dass es sich bei den Drahtziehern um Gruppierungen aus dem Drogengeschäft handelt, begründet sich auf der Möglichkeit der Geldwäsche, die der Goldhandel bietet. Samuel Valdés, ehemaliger Direktor des Ressorts Naturschutz des Umweltministeriums Panamas, erklärt das kriminelle Netzwerk, dass er hinter dem rechtswidrigen Bergbau vermutet. Ihm zufolge bedienen sich die Drogenbanden der indigenen Bevölkerung zum Kauf von Motorpumpen und Diesel und nutzen deren Arbeitskraft zur Gewinnung des wertvollen Minerals. Anschließend wird das gewonnene Gold eingeschmolzen und verkauft.1 Die Herkunft dieses eingeschmolzenen Goldes ist schwierig nachzuverfolgen und die Abnehmer führen häufig keine genauen Untersuchungen durch.2

Der unerlaubte Abbau natürlicher Bodenschätze steht häufig in Verbindung mit weiteren rechtswidrigen Aktivitäten. Insbesondere den Menschenhandel gilt es an dieser Stelle zu nennen. Die lokale Bevölkerung steht unter dem großen Druck und der Bedrohung der kriminellen Akteure. Die Menschen werden gezwungen, in den Bergbaustandorten zu arbeiten – häufig finden sich dabei auch Minderjährige. Frauen und auch junge Mädchen werden genötigt, als Prostituierte den Minenarbeitern zur Verfügung zu stehen. Durch den wirtschaftlichen Erfolg, den die Gangs durch den Raubbau gewinnen, wächst deren Macht zusätzlich. Häufig kontrollieren sie den gesamten Prozess der Gewinnung und des Weiterverkaufes.3

Neben den Auswirkungen auf die panamaische Bevölkerung hat die Zerstörung von Regenwald auch fatale Auswirkungen auf die Umwelt. Der Lebensraum vieler Tiere und Menschen geht verloren und die Biodiversität des Waldes leidet. Das giftige Quecksilber, das zur Goldgewinnung benutzt wird, fließt anschließend in die Bäche und Flüsse. Es schädigt dabei nicht nur die Umwelt, sondern führt bei der lokalen Bevölkerung zu erheblichen gesundheitlichen Schäden, Missbildungen bei Neugeborenen und Erkrankungen.4 So wurde letztes Jahr in Peru ein 60-tägiger Notstand ausgerufen – aufgrund einer Quecksilberverseuchung. Die peruanische Region Madre de Dios ist für das hohe Vorkommen illegaler Goldminen bekannt und leidet unter den Umweltfolgen.5

Das Problem, dass Drogenkartelle die Goldminen zur Geldwäsche nutzen ist auch in anderen lateinamerikanischen Ländern entdeckt worden und breitete sich besonders im letzten Jahr weiter aus.6 So sind in Ecuador und Peru ebenfalls Fälle bekannt, in denen Drogenkartelle durch den unerlaubten Bergbau ihr Geld waschen.78

Noch ist unklar, welche speziellen Gruppierungen sich hinter dem Raubbau in den Regenwäldern Panamas verbergen. Die Bedrohung für den Regenwald und die lokale Bevölkerung ist jedoch nicht in Frage zu stellen.

 

 

  1. InSight Crime: Which Colombia Crime Groups Run Illegal Mining in Panama; Artikel vom 16.11.2016 []
  2. InSight Crime: GameChangers 2016: Illegal Mining and Continuing Criminal Diversification; Artikel vom 10.01.17 []
  3. InSight Crime: GameChangers 2016: Illegal Mining and Continuing Criminal Diversification; Artikel vom 10.01.2017 []
  4. Frankfurter Allgemeine Zeitung: Unkontrollierter Goldrausch im Amazonasgebiet; Artikel vom 19.02.2010 []
  5. Blickpunkt Lateinamerika: Notstand wegen Quecksilberverseuchung; Artikel vom 24.05.2016 []
  6. InSight Crime: GameChangers 2016: Illegal Mining and Continuing Criminal Diversification; Artikel vom 10.01.2017 []
  7. InSight Crime: Growth in Peru Money Laundering from Illegal Gold Outstrips Drug Trade; Artikel vom 13.05.2014 []
  8. InSight Crime: ‚Colombian Gangs Use Illegal Gold Mining in Ecuador to Launder Cash; Artikel vom 19.07.2012 []
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