Costa Rica: Drogenhandel floriert – Mordrate steigt

Polizei Costa Rica

Die costa-ricanische Regierung konzentriert sich auf einen transnationalen Ansatz zur Bekämpfung der Kriminalität. Bild: © The LEAF Project [Public Domain] - Flickr

In Costa Rica lässt sich ein Anstieg der Mordrate beobachten. In vier Jahren ist die Mordrate von 8,4 auf 11,8 Morde pro 100.000 Einwohner im Jahr 2016 gestiegen. Insgesamt gab es im letzten Jahr 577 Morde. Allein in den ersten zwei Monaten dieses Jahres kam es zu 91 Morden, dies deutete bereits darauf hin, dass die Mordrate in diesem Jahr ähnlich hoch sein wird wie in den letzten Jahren. Im Vergleich dazu gab es Anfang März 2016 90 Morde.12345

Es scheint, als ob der steigende inländische Drogenverkauf und Konsum zu mehr Morden führt. Denn ein hoher Anteil der Tötungsdelikte soll den territorialen Kämpfen zwischen lokalen Drogengruppen geschuldet sein. 2015 waren es um die 70 Prozent. Aber auch die Konflikte zwischen  den konkurrierenden Banden, die über  die Kontrolle der internationalen Schmuggelrouten  kämpfen, stärkten die hohe Mordrate im letzten Jahr. Regionale kriminelle Gruppen expandieren immer weiter unter dem Druck der steigenden Nachfrage nach Drogen. Bei dem Versuch, den Markteinfluss zu erweitern orientieren sie sich an mexikanischen Gangs. Jede Bande versucht die Konkurrenz auszulöschen. Auch der Generalstaatsanwalt Jorge Chavarría geht davon aus, dass costa-ricanische kriminelle Gruppen die mexikanischen Kartelle nachahmen. Er behauptet, dass die Kämpfe zwischen den örtlichen Drogenhändlern die Mordrate steigen lassen weil, sie nun nach mexikanischem Vorbild arbeiten.

Die Behörden tendieren dazu, ausländische kriminelle Gruppen zu beschuldigen, anstatt sich auch auf interne Faktoren zu konzentrieren, die eine zunehmende Gewalt provozieren. Laut Walter Espinoza, dem Direktor der „Investigative Judicial Agency“, einer „Einheit“ des Obersten Gerichtshofs, sollte sich die costa-ricanische Regierung weiterhin auf einen transnationalen Ansatz zur Bekämpfung der Kriminalität konzentrieren, der mit Polizeichefs Zentralamerikas und anderen internationalen Akteuren vorsieht. Während dies ein wichtiger Teil der Bekämpfung des organisierten Verbrechens ist, sollte dabei der örtliche Drogenhandel nicht vergessen werden.6789

Sicher ist, dass Konflikte zwischen Drogendealern immer wieder zu Morden führen, die Zahl steigt dabei stetig. Es wird hierbei auch keine Rücksicht auf Außenstehende genommen. Dies hat zur Folge, dass die Sicherheitslage in Costa Rica immer schlechter wird. Besonders gefährlich sind hierbei Moin und Limón. Bei beiden handelt es sich um Hafenstädte. Die Mordrate in diesen Städten ist wesentlich höher als im Rest des Landes.10

  1. Latina Press: Costa Rica: Mordrate im vergangenen Jahr leicht gestiegen; Artikel vom 03.01.17 []
  2. lanacion: Crímenes aumentaron en Costa Rica en último año; Artikel vom 03.01.17 []
  3. Bundeszentrale für politische Bildung: Länderporträts – Costa Rica; Stand vom 31.07.17 []
  4. crhoy: Narcos ticos imitan modelo de cárteles mexicanos; Artikel vom 17.07.17 []
  5. crhoy: Director del OIJ sobre narcotráfico: “Prácticamente estamos en guerra”; Artikel vom 03.03.17 []
  6. InSight Crime: Costa Rica Local Drug Consumption Fueling Rising Murder Rate; Artikel vom 20.07.17 []
  7. crhoy:Narcos ticos imitan modelo de cárteles mexicanos; Artikel vom 17.07.17 []
  8.   InSight Crime: 70 Percent of Costa Rica Murders Drug Related: Report; Artikel vom 13.09.16 []
  9. lanacion: Crímenes aumentaron en Costa Rica en último año;  Artikel vom 03.01.17 []
  10. Auswärtiges Amt: Costa Rica: Reise- und Sicherheitshinweise; Stand vom 31.07.17 []
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