Korrupte venezolanische Behörden erleichtern Kokainhandel in die USA

Geldscheine in Umschlag

Bild: © Meryll - Dreamstime.com

Korruption in Venezuela ist einer der Hauptgründe für den Anstieg der Kokain-Produktion im benachbarten Kolumbien. Venezuela gilt als wichtiger Transitstaat für Kokain auf seinem Weg auf den nordamerikanischen Markt, insbesondere den US-amerikanischen. Hergestellt wird das weiße Pulver vor allem im angrenzenden Kolumbien, das ideale Bedingungen für den Anbau der Koka-Pflanze bietet. In geheimen Laboren, die kriminelle Banden in entlegenen Regionen im kolumbianischen Urwald errichten, wird die Pflanze mit Chemikalien versetzt und zu Kokain verarbeitet.1

Um an das begehrte Klientel in Nordamerika zu gelangen, passiert ein Großteil des in Kolumbien hergestellten Kokains Venezuela. Dies wäre jedoch nicht möglich, bestünde nicht bereits ein weitreichendes Netzwerk zwischen Drogenhändlern und venezolanischen Beamten, die bei den Geschäften beide Augen zudrücken, so William Brownfield, zuständiger US-Minister für internationalen Drogenhandel. “ Ende des letzten Jahrzehnts gab es in Venezuela fast keine Sicherheits- oder Polizeibehörde, die nicht von professionellen Drogenhändlern infiltriert war“, so Brownfield weiter. 

Seit geraumer Zeit versucht die US-Regierung den Drogenfluss ins Land einzudämmen oder gar zu unterbinden. Innerhalb der letzten 16 Jahre gewährleistete Washington Kolumbien mehr als 10 Milliarden US-Dollar an finanzieller Unterstützung im Kampf gegen die illegale Drogenwirtschaft. Die zunehmend korrupten Behörden im Nachbarland Venezuela erschweren diese Bemühungen und Kolumbien ist weiterhin der weltweit größte Kokainproduzent. Zwischen 2015 und 2016 steigerte sich die Kokaproduktion im Andenstaat sogar um 18 Prozent.1

Mittlerweile sind die Auswirkungen der steigenden Kokainproduktion in den USA zu spüren. Denn dort konnte in den letzten Jahren ein entscheidender Zuwachs bei der Zahl der Kokainkonsumten festgestellt werden.2

Dies macht gleichzeitig deutlich, dass das amerkanische Drogenproblem nur in einem ganzheitlichen Ansatz angegangen werden kann. Es ist eine Sache, Drogenpflanzen zu vernichten oder Strafverfolgungsbehörden zu stärken, um die Herstellung von illegalen Substanzen zu reduzieren. Staaten müssen sich jedoch ebenfalls bewußt machen, dass sich Angebot und Nachfrage gegenseitig bedingen und somit das Kaufinteresse der eigenen Bevölkerung einen entscheidenden Faktor bei der Bekämpfung von Drogen darstellt. Nur durch die Bereitstellung von therapeutischen Einrichtungen und die Lösung heimischer sozialer Probleme, die Menschen zum Missbrauch von Drogen bewegen, kann der Drogenwirtschaft erfolgreich entgegengewirkt werden.

  1. The Washington Times: Venezuelan corruption seen aiding South American illegal drug surge; Artikel vom 2.8.2017 [] []
  2. The Washington Post: American cocaine use is way up. Colombia´s coca boom might be why; Artikel vom 4.3.2017 []

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