Drogenhandel in Guatemala: Mordrate erschreckend hoch

In Guatemala werden aufgrund der schwachen Regierung Verbrechen nur selten gesetzlich bestraft Bild: © Kaye Richey [Public Domain] - Wikimedia Commons

In Guatemala geht der neue Innenminister Enrique Degenhart Asturias gegen die kriminellen Banden innerhalb des Landes vor. Als erste Maßnahme setzt sich Asturias dafür ein, Gruppen wie die Mara Salvatrucha, auch bekannt als MS-13 und Barrio 18 als Terrororganisationen einzustufen. Außerdem gab die guatemaltekische Regierung bekannt, sich darum zu bemühen, die Drogenbanden auf die US-Sanktionsliste des Office of Foreign Assets Control (OFAC) setzen zu lassen.1

Welche Auswirkung diese Veränderungen letztendlich auf die Kriminalität in Guatemala haben werden, ist noch unklar. Fest steht jedoch: Den illegalen Machenschaften muss entgegengewirkt werden, denn Guatemala hat seit Jahren mit Gewalt und Korruption zu kämpfen. Die Regierung ist instabil, Straflosigkeit vereinfacht es Kriminellen, illegale Handlungen und Geschäfte abzuwickeln. Die guatemaltekischen Organisationen zählen zu den gefährlichsten und mächtigsten in Zentralamerika und das schon seit Jahrzehnten. Im Laufe der Jahre konnten die illegalen Banden eine kriminelle Infrastruktur entwickeln und zahlreiche Einwohner mobilisieren, die sie bei ihren Verbrechen unterstützen. Dies wird vor allem durch die große Schere zwischen Arm und Reich begünstigt – nur eine kleine Zahl der Bevölkerung des zentralamerikanischen Landes ist wohlhabend, der Rest kommt als schlecht bezahlte Arbeitskraft in Frage.23

Allein Ende 2017 beschlagnahmte die Polizei in Guatemala 3.600 Pfund Kokain im Wert von 22,3 Millionen Dollar. Die geographische Lage Guatemalas wirkt sich zusätzlich auf die Rolle des Landes im Drogenhandel aus. Es befindet sich zwischen den Rauschgift konsumierenden Vereinigten Staaten und dem Rauschgift produzierenden Südamerika. Folglich fungiert Guatemala als Transitstaat, über den sämtliche illegale Geschäfte abgewickelt werden. Meist wird die Droge aus Kolumbien oder Ecuador über Guatemala in Abnehmerländer transportiert. Das wirkt sich auf die Stabilität und Demokratie des Landes aus. Die Kartelle üben Macht auf das schwache Justizsystem aus und bedrohen unter anderem Polizisten und Beamte.4

Guatemala zählt zu den 20 gefährlichsten Ländern der Welt. Auch die Mordrate des zentralamerikanischen Staates ist erschreckend hoch. Im Jahr 2017 wurden insgesamt 4.409 Morde begangen. Begründet wird dies unter anderem mit dem steigenden Drogenhandel und der damit einhergehenden Gewalt, die nur in den wenigsten Fällen bestraft wird.56

Um die Not in Guatemala zu verringern, müssen die Nachbarländer – vor allem Kolumbien –  ihre Drogenproblematik in den Griff bekommen.  Aber auch die europäische Bevölkerung ist als einer der größten Abnehmer der Droge Mitverursacher der misslichen Lage in dem Transitstaat. Im Jahr 2016 ist der Handel von Kokain erheblich gestiegen, Kolumbien exportiert große Mengen – und Guatemala bekommt die Folgen zu spüren.7

  1. insightcrime: Gangs as ‚Terrorists‘ Proposal Is a Smoke Screen in Guatemala; Artikel vom 02.02.2018 []
  2. insightcrime: Guatemala Profile; Artikel vom 29.11.2017 []
  3. huffpost: Guatemala: Drug Trafficking and Violence; Stand 06.02.2018 []
  4. huffpost: Guatemala: Drug Trafficking and Violence; Stand 06.02.2018 []
  5. insightcrime: Insight Crime’s 2017 Homicide Round-Up; Artikel vom 19.01.2018 []
  6. osac: Guatemala 2017 Crime & Safety Report; Artikel vom 04.10.2017 []
  7. spiegel: Frieden in Kolumbien sorgt für Kokainboom in Europa; Artikel vom 10.12.2016 []

Über Malina / earthlink

Ich heiße Malina, bin 23 Jahre alt und studiere Politikwissenschaften und Soziologie in München.
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