Philippinen: 20.000 Tote durch brutalen Anti-Drogen-Krieg

Protest vor dem philippinischen Konsulat in New York

Präsident Rodrigo Duterte löst weltweite Prosteste aus. | Bild: © VOCAL-NY (Voices Of Community Activists & Leaders) [CC BY 2.0] - flickr.com

Im Zuge der sogenannten Anti-Drogen-Kampagne des philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte sind seit seinem Amtsantritt im Juli 2016 mehr Menschen ermordet worden, als der Krieg in Afghanistan in den vergangenen fünf Jahren gefordert hat. Die philippinische Polizei führt seit anderthalb Jahren unter Auftrag der Regierung einen gewaltvollen Krieg gegen Drogenkriminelle. In dem offiziellen Rechenschaftsbericht „Fighting Illegal Drugs“ führt die philippinische Regierung in dem Kapitel „Leistungen“ die Zahl von 2967 getöteten Personen auf, die sich angeblich bei ihrer Verhaftung gewaltvoll widersetzten. Weitere 16.355 Morde stehen noch in Untersuchung und sind somit ungeklärt. Nach Amnesty International handelt es sich dabei um rechtwidrige Tötungen. Die Täter sollen Auftragsmörder oder Polizisten sein, die für die Ermordungen vom Staat bezahlt werden.1 2

Drogendealer und –konsumenten werden von der rechtspopulistischen Regierung als Bedrohung der Sicherheit angesehen, die durch ihre illegalen Geschäfte das Land in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung hemmt. Dabei wird die Tatsache ignoriert, dass Perspektivlosigkeit und der Mangel an Bildung die Hauptursachen sind, weshalb die Menschen in das lukrative Drogengeschäft einsteigen. Somit geraten nicht die Drogenbarone, sondern vor allem Kleinkriminelle in das Visier der Polizei.3

In dem südostasiatischen Land ist somit vor allem die arme Bevölkerungsschicht betroffen. Ohne Arbeit und mit geringen Zukunftschancen verfallen vor allem junge Philippinos den Drogen und dem Handel mit den Rauschmitteln. Die in dem Entwicklungsland am meisten verbreitete Droge heißt Shabu und ist eine Mischung aus der synthetischen Droge Methamphetamin und Koffein. Von den gut 100 Millionen Einwohnern sollen laut der Regierung rund 1,3 Millionen drogensüchtig sein.4

Während US-Präsident Trump das Vorgehen Dutertes lobt, verschlechtern sich die Beziehungen zu vielen westlichen Staaten. Trotz nationaler und internationaler Kritik hält der Präsident weiterhin an seinem Krieg gegen die Drogen fest. Seit einem Monat ermittelt der Internationale Gerichtshof in Den Haag gegen Duterte und prüft die Anklage „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Als Präsident hält er an seiner radikalen Politik fest und ist überzeugt, dass die Tötungen erst enden, wenn die Menschen nicht mehr illegale Drogen konsumieren und mit ihnen handeln.5

  1. Abendblatt: 20.000 Tote durch Dutertes Anti-Drogen-Krieg auf Philippinen; Artikel vom 22.02.18 []
  2. Ze.tt: Auf den Philippinen ermordet die Regierung gerade tausende Menschen; aufgerufen am 29.03.18 []
  3. infosperber: Staatliche Gewaltexzesse gegen eigene Bürger; Artkel vom 24.03.18 []
  4. Welt: „Ich gebe Dealern zwei Warnungen“; Artikel vom 24.09.16 []
  5. N-TV: Strafgerichtshof ermittelt gegen Duterte; Artikel vom 08.02.18 []

Über Sonja / earthlink

Ich heiße Sonja, bin 21 Jahre und studiere im 5. Semester European Studies an der Universität Passau. Ich mache mein Praktikum bei earthlink um einen Einblick in die Arbeit und Projekte einer NGO zu bekommen.
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