Mexiko: Regierung mit Kampf gegen Drogenkartelle überfordert

Bild: © ANGELOUX [CC BY-SA 2.0] - flickr

Vor einigen Wochen gelangte Mexiko wieder ins Rampenlicht der Öffentlichkeit. Auf seinen Straßen marschierte eine Menschenmenge aus 2000 Studenten. Der Protestmarsch wurde von den jungen Erwachsenen durchgesetzt, mit den Leitsprüchen: „No bones about it, drugs are bad, say no to drugs“. Der Protest soll ein Zeichen an die Bevölkerung und Regierung sein, dass Drogen und dessen Befürworter nicht weiter geduldet werden dürfen. Es müssen viel strengere Maßnahmen herangezogen werden.1 

Den Ursprung des ganzen Debakels findet man 2006, als Mexikos Drogenkrieg begann. Dieser wurde vorangetrieben durch den damaligen Präsidenten Felipe Calderón, der als Ziel hatte, die Kartelle zurückzudrängen. Weil das Land bereits geplagt ist von Korruption, Gewalt und Armut, braucht es nicht zusätzlich noch Drogenprobleme. Obwohl die nachkommenden Präsidenten seinen Kampf weiter verfolgten, kommt das Land allmählich an seine Grenzen. 2014 wurde  „El Chapo“ festgenommen, einer der führenden Mafiabosse des Sinaloa Kartell. Der erste Erfolg schien vielversprechend zu sein, jedoch werden seitdem weiterhin Menschen ermordet.  Manche vergleichen den Zustand in Mexiko schon mit der Hölle.23 

Zu den führenden Kartellen gehören das Sinaloa, Clan del Golfo, Lebanes Hezbollah, MS-13, und die Jalisco Nueva Generacion (CJNG). Jedoch gibt es viel mehr Drogengruppen in Mexiko als man aufzeichnen kann. Das lässt sich damit erklären, dass die Auflösung einer größeren Gruppe, mehrere Splittergruppen kreiert. Mit so vielen Konkurrenten steigt auch der Wettbewerb zwischen ihnen, was zumeist in höheren Todesraten endet. Im Zentrum des Kampfes geht es dann meistens um den Drogenanbau und die Handelsrouten über den Atlantik, Pazifik und die Grenzen zur USA. Die neue Generation greift zu viel brutaleren Methoden als ihre Vorgänger.4

Der Kartell CJNG schmuggelt Methamphetamin, Heroin und Opioide. Drogen, die für den Körper verheerende Schäden verursachen können. CJNG hat mehr als 100 Meth-Labore im Land und schmuggelt jeden Monat fünf Tonnen Kokain und Methamphetamin in die USA. Es erwirtschaftet dadurch Milliarden von Dollar im Jahr, nur weil die Nachfrage immer mehr ansteigt. In USA sollen diese Kartelle ebenfalls präsent sein um den Transportweg zu sichern, 2011 waren mehr als 1.000 Mitglieder vor Ort.54 

Mit der Zeit gewinnen Drogenkartelle immer mehr Einfluss. Das zeigt sich bereits an der Infiltrierung von Polizeistationen und Behörden. Dabei werden Polizisten rekrutiert, bestochen oder unter Druck gesetzt. Mit diesem Plan zwingt man die Regierung zu handeln und immer mehr  Polizisten ihres Amtes zu entheben. Ohne ausgebildete Personen bleiben Polizeistationen geschlossen. Es ist ein gutdurchdachter Kreislauf.Dörfer gehören ebenfalls zu den Rekrutierungsorten der Mafias. Die Kartelle zwingen Bauern Mohn und Marihuana anzubauen, parallel entreißen sie deren Kinder. Schon unzählige Familien  mussten damit konfrontiert werden, das Familienmitglied nie wieder zu sehen, und wenn doch nur in Form von ein paar Körperteilen. Solche grausamen Handlungen dienen als Abschreckung und Warnung an die Menschen. Tötungen werden von Auftragskillern ausgeführt, gewöhnliche Zivilisten, die von den Mafias angeheuert werden, um  ihre dreckigen Aufgaben zu erledigen.678 

Bis August 2018 wurden schon 21.857 Tötungsdelikte verzeichnet. In einem Wagen wurden 273 Leichen gefunden. Die Leichen fand man in schwarze Mülltüten gestopft. Es waren Menschen, die auf mysteriöser Weise verschwunden waren, weil sie Opfer des Krieges geworden sind oder weil sie eine Gefahr darstellten. Seit Mexiko den Krieg an die Drogenkartelle erklärt hat, sind bereits mehr als 200.000 Menschen ums Leben gekommen und weitere 35.000 wurden als vermisst gemeldet, darunter 6.600 Kinder. Die Regierung ist mit der derzeitigen Situation überfordert.  Sie verfügt nicht über genügend DNA-Tests, um die Leichen zu identifizieren. Solche Bilder gehören zum Alltag in Mexiko. Man sagt, dass das Leben eines Kriminellen zwar kurz, aber mehr lebenswert, sei wie das eines Studenten, der jeden Tag um seine Existenz fürchten muss.910111213      

  1. Kyma: Students take part in the week-long pledge to say no to drugs; 24.10.2018 []
  2. The Guardian: More than 6,600 children have gone missing in Mexico; 05.10.2018 []
  3. CNN: Mexico Drug War Fast Facts; 16.07.2018 []
  4. WJLA: ‚Nobody has seen a cartel like this‘: DOJ targets Mexico’s most powerful drug organization; 18.10.2018 [] []
  5. CNN: The Mexico drug war: Bodies for billions; 20.01.2012 []
  6. Tagesschau: Mitmachen oder sterben; 30.01.2018 []
  7. Citizen Truth: Drug Violence Forces Mexican Military to Disarm Acapulco’s Entire Police Force; 06.10.2018 []
  8. Youtube, Sky News: On the frontline of Mexico’s drug war; 01.08.2018 []
  9. The Guardian: More than 6,600 children have gone missing in Mexico; 05.10.2018 []
  10. Daily Beast: Mexico’s Game of Bones; 10.07.2018 []
  11. 9News: ‚A country now of mass graves‘: The gruesome details of Mexico’s escalating drugs war; 30.09.2018 []
  12. Financial Times: López Obrador faces worsening violence in Mexico; 01.10.2018 []
  13. The Guardian: ‚A smell of death‘: Mexico’s truck of corpses highlights drug war crisis; 25.09.2018 []

Über Maria / earthlink

Hallo ich bin die Maria. Ich studiere Politikwissenschaft, Amerikanistik und Geschichte. Die Internationale Politik ist für mich interessant, deswegen mache ich bei Earthlink mein Praktikum.
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