Myanmar produziert immer mehr Methamphetamin

Der Konsum der synthetisch hergestellten Droge Methamphetamin führt sehr schnell zur Sucht.

Die Herstellung von Methamphetamin ist relativ einfach und billig. Die Droge ist extrem suchterzeugend und zerstört den Körper. | Bild: © bannedbook [CC BY-NC-ND 2.0] - flickr

Vergangenen Dienstag wurden 370 Kilogramm Heroin im Wert von 4,7 Millionen US-Dollar im Nordosten Myanmars von der Polizei beschlagnahmt. Die Menge verwundert nicht, da Myanmar der zweitgrößte Opiateproduzent nach Afghanistan weltweit ist. Schon in den 1970er Jahren überschwemmte dieses Land die Welt mit der Droge. Hier floriert der Handel mit den illegalen Substanzen aufgrund einer schwachen Rechtsstaatlichkeit und konfliktreichen Grenzen. Das UNODC schätzt den Mohnanbau, durch den Opiate und Heroin gewonnen wird, im Jahre 2017 auf 41.000 Hektar. Das stellt einen Rückgang um 9.000 Hektar im Vergleich zum Jahr 2015 dar.

Der Mohnanbau in Myanmar ist enorm, auch wenn er langsam durch die Produktion von Methamphetamin ausgetauscht wird. Das Land ist der größte Produzent von synthetischen Drogen in Südostasien und produziert Unmengen der Substanz, welche auch als Meth, Crystal Meth oder Ice bekannt ist. Sie ist im Vergleich zu Opiaten kostengünstiger in der Produktion und lässt sich einfacher vertreiben. In Myanmar wird auch Yaba, eine Mischung aus Methamphetamin und Koffein produziert, welche zudem die Droge des Wahnsinns genannt wird. Jeremy Douglas, der Regionalvertreter der Vereinten Nationen für Drogen und Kriminalität (UNODC) für Südostasien und den Pazifikraum, betont, dass es in den letzten Jahren einen massiven Anstieg der Produktion von Crystal Meth in Myanmar gegeben hat. Die Kriminellen haben das Geschäft mit der unberechenbaren Droge intensiviert und den Handel auf andere Länder wie Australien, Japan und Neuseeland ausgeweitet. Es wird geschätzt, dass der Drogenmarkt in der Mekong-Region mit den Ländern Laos, Vietnam, Kambodscha und Myanmar etwa 40 Milliarden US-Dollar wert ist.12345

Der Anstieg an Beschlagnahmungen der synthetischen Droge macht die steigende Produktion der illegalen Substanzen und den zunehmenden Handel durch die Regionen aufgrund der immer besser werdenden Vernetzung des asiatischen Drogenmarktes deutlich.6

Die kriminellen Drogenproduzenten betreiben in den bergigen und dichten Wäldern Myanmars hochtechnologische Meth-Labors und beschäftigen Spitzenchemiker, um die Droge zu produzieren. Dabei werden sie oft von Milizen und korrupten Polizisten unterstützt. Die undurchsichtigen Ländergrenzen unterstützen sie beim Import von Grundchemikalien und Export der illegalen Substanzen. Außerdem werden hier oftmals auch Menschen geschmuggelt und illegal über die Grenzen geschleppt. Die kriminellen Machenschaften in Myanmar wirken sich negativ auf den Entwicklungsprozess des Landes aus, indem sie die Sicherheit von Menschen und Friedensprozesse gefährden.

Ein extremes Beispiel für den Konsum der Droge ist der Nordosten Myanmars, wo es viele Glücksuchenden hintreibt. Sie arbeiten dort unter lebensgefährlichen Arbeitsbedingungen auf Jade-Minen und graben nach wertvollen Edelgesteinen. Die Grenze zu China lagert Unmengen von diesem „grünen Gold“. Doch das Milliardengeschäft hinterlässt nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer. Das Mineral-Gemenge hat auch einen teuren, humanitären Preis: Minen-Arbeiter sind für Drogenhändler leichte Beute, da sie tagtäglich eine gefährliche und anstrengende Arbeit leisten. Sie leben fernab ihrer Familien und nehmen die Aufputschdroge als Ausweg aus Trauer und Erschöpfung an. Somit werden viele Arbeiter süchtig und können die Sucht, welche die Gesundheit zerstört, ein Leben lang nicht überwinden.7

  1. UN News:‚Alarming levels‘ of methamphetamine trafficking in Asia’s Mekong, UN warns; Arikel vom 21.05.2018 []
  2. Bayerischer Rundfunk: Von Opium zu Crystal Meth; Artikel vom 21.06.2014 []
  3. mizzima: Myanmar seizes heroin haul worth .7 m:police; Artikel vom 11.12.2018 []
  4. Myanmar and UNODC sign landmark agreement to strengthen the rule of la wand counter crime and drug threats; Stand 13.12.2018 []
  5. Deutschlandfunk: Methamphetamin Yaba in Bangladesh; Artikel vom 21.07.2017 []
  6. Business Insider: Meth consumption in Asia is booming as wealth rises; Artikel vom 26.05.2018 []
  7. Das Erste: Myanmar: Das dreckige Geschäft mit der kostbaren Jade; Artikel vom 16.07.2018 []

Über isadora / earthlink

Hi, ich bin Isa und studiere Politikwissenschaften in München. Durch die Arbeit bei Earthlink möchte ich meinen Beitrag für eine verständnisvollere, friedlichere, nachhaltigere und tolerantere Welt leisten.
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