Panama startet offensive gegen Drogenschmuggel

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Zum Jahresabschluss 2018 haben die panamaischen Sicherheitsabteilungen einen großen Erfolg vorzuweisen. Sie haben es geschafft, 25 Tonnen Drogen von dem Drogen Clan del Golfo zu beschlagnahmen. Der Clan ist für 85 Prozent der Drogen verantwortlich, die auf den internationalen Markt befördert werden. Die sogenanntte Operation Shield, die im Oktober letzten Jahres begann, wird sich bis Ende 2019 erstrecken und strebt die dauerhafte und anhaltende überwachungdes Drogenhandels mithilfe der Luft- und Seefahrt an. Die Streitkräfte werden dabei vom kolumbianischen, costa-ricanischen und US-amerikanischen Geheimdiensten unterstützt. Schon nach nur wenigen Tagen lässt sich das Ergebnis der Zusammenarbeit zeigen. Dank der binationalen Einheit konnte ein Helikopter sichergestellt werden, in dem sich 224 Kilogramm Kokain befunden haben. Vermutlich wurde dieser wöchentlich zum Kokaintransport vom Clan del Golfo verwendet. Nur einige Wochen später wurden durch den nationalen Luft-und Seefahrtdienst auf einem Schnellboot weitere 1,2 Tonnen Kokain entdeckt. Die Offensive erstreckt sich über ein Jahr und besteht aus mehreren Phasen. Eine davon ist die Prävention von Kriminalität durch soziale Maßnahmen wie Förderprogramme in den Bereichen Ökotourismus, Fischerei, Landwirtschaft und Viehzucht zu entwickeln, damit die Einwohner eine produktive Rolle in der Wirtschaft des Landes spielen können und über eine Alternative zu kriminellen Organisationen verfügen.1

Durch seine strategisch vorteilhafte geografische Lage dient Panama als Brücke zwischen Zentralamerika und Südamerika und ist zu einem wichtigen Transitpunkt des Drogenhandels geworden. Hinzu kommt die dollarisierte Wirtschaft, der Status als regionales Finanz-, Handels-, und Logistikzentrum, die günstigen Unternehmens- und Steuergesetze und der aufblühende Markt für Schmugglerware der Freihandelszone von Colòn (CFZ), der zweit größten der Welt. Das alles lockt seit Langem internationale Geldwäscher nach Panama. Das Land ist somit, wie auch schon Guatemala, Honduras, El Salvador und Costa Rica, eines der zentralen Drogentransitländer der Welt. Das schwache Justizsystem des Landes und das hohe Maß an Korruption haben transnationale Netzwerke ermöglicht, darunter auch kolumbianische Guerillagruppen und mexikanische Kartelle. Die lokalen Banden  in Panama arbeiten häufig mit größeren Drogenhandelsorganisationen zusammen, und da die Menge der durch das Land gehenden Drogen in den letzten Jahren zugenommen hat, haben auch die Gewaltverbrechen zugenommen. Obwohl  die Regierung heute versucht gegen den Drogenhandel vorzugehen, war sie früher aktiv daran beteiligt. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Panama als Handelsroute für Opium eingesetzt, dann wurde die Droge in den 1960er und 1970er Jahre durch Marihuana ersetzt, bis sie kurze Zeit später in den 1980ern von Kokain abgelöst wurde. Mit dem Kokain begann die Beteiligung der Regierung an dem Handel, unter der Führung des Militärdiktators General Manuel Noriega, und selbst nach seiner Verhaftung 1989 durch das US-Militär, ging der Drogenhandel weiter.2

Heute jedoch sieht das anders aus. Aber nicht nur Panama setzt sich dafür ein, dass die Drogenhandelsrouten geschlossen werden. Kolumbien versucht auch verstärkt dagegen anzukämpfen. Durch die Zusammenarbeit der kolumbianischen Marine und der nationalen Polizei konnten 21 Mitglieder des Clan del Golfo festgenommen werden, sie führten mehrere Operationen an verschiedenen Orten durch, unter anderem an der Grenze zu Panama. Einer der festgenommenen Männer war Ido Enrique López Castro auch Cabeza oder El Profe genannt. El Profe war etwa 10 Jahre lang bei der Gang, Anführer des kriminellen Unterbaus und kontrollierte die Drogendistributionswege in Cartagena und in den Städten der Region Urabá.3

Der Clan del Golfo ist die mächtigste paramilitärische Gruppe Kolumbiens, die den Drogenhandel des Landes am meisten kontrolliert. Sie wird von den Behörden als organisierte bewaffnete Gruppe eingestuft oder als transnationales Verbrechersyndikat und hat als wichtigsten Verbündeten des Sinaloa-Kartel aus Mexiko. Das Handlungsgebiet des Clans beschränkt sich aber nicht nur auf Kolumbien, sondern dehnt sich aus bis nach Panama und Venezuela.4

 

Die Folgen für die Bevölkerungen sind Gewalt, Kriminalität, Angst und Flucht, denn der Clan ist für unzählige Morde, Erpressungen, sexuelle Gewalt und Einschüchterungen verantwortlich. Sie sind auch dafür bekannt Mitarbeiter von Sicherheitskräften in Kolumbien und Venezuela zu korrumpieren, ihr Einflussbereich und ihre Verbindungen reichen bis zu Behörden und staatlichen Sicherheitskräfte.5

Um etwas daran zu ändern, hat Panama die richtigen Schritte eigeleitet, nun kann sich Kolumbien ein Beispiel daran nehmen. Es reicht nicht nur die Kriminellen zu verhaften, sondern auch der Drogenkonsum muss sich ändern. Würde sich aber der Konsum von diesen Drogen in den USA oder auch in Europa verringern, hätte dies auch Auswirkungen auf die Produktion. Die Menschen in Panama und Kolumbien brauchen eine andere Lösung, so dass sie sich gar nicht erst den Banden anschließen. Dazu können die Förderprojekte, die Panama in die Wege leitet, als Gegenangebot dienen. Wichtig ist es, den Menschen Hoffnung und Alternativen zu geben.

  1. Diágolo: Panama Closes Narcotrafficking Routes; 3.01.2019 []
  2. Insight Crime: Panama Profiel; 24.04.2018 []
  3. Diálogo: Colombia weakens Clan del Golfo substructure; 09.01.2019 []
  4. Immigration and Refugee Board of Canada: Colombia: The presence and activities of Los Rastroios, including in Buenaventura, information on their relationship with the Gaitanist Self-Defense Forces of Colombia; 17.04.2018 []
  5. Immigration and Refugee Board of Canada: Colombia: The presence and activities of Los Rastroios, including in Buenaventura, information on their relationship with the Gaitanist Self-Defense Forces of Colombia; 17.04.2018 []

Über Zoe / earthlink

Ich habe Kunstgeschichte und Sprache, Kultur und Literatur studiert. Eigentlich könnte man denken ich habe nicht das Profil, um in einer NGO zu arbeiten aber ich interessiere mich sehr für die Menschen und die Geschehennisse um mich herum und möchte auch deshalb aktiv mithelfen. Mein Praktikum bei Earthlink ist ein erster Schritt in diese Richtung.
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