Europäischer Drogenbericht beweist: Drogenkonsum in Europa erneut angestiegen

Kokain

Der Konsum von Kokain in Europa ist auch dieses Jahr wieder angestiegen | Bild: © Imagenes Evangélicas [CC BY 2.0] - flickr

Seit acht Jahren untersucht die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht jeweils für eine Woche jeden Tag das Abwasser in europäischen Städten auf Rückstände von Drogen wie Kokain, Amphetaminen und Methamphetaminen. Dadurch lässt sich feststellen, welche Drogen und wie viel davon konsumiert werden. Am 14. März wurde der Bericht von 2018 veröffentlicht. Dafür wurde das Abwasser in 73 Städten in 20 europäischen Ländern untersucht. Im Vergleich zum Vorjahr steht klar fest: Der  Drogenkonsum in ganz Europa ist gestiegen!12

In Deutschland wurden alleine acht Städte untersucht. Dabei kam heraus, dass in Dortmund die meisten Drogen konsumiert werden. Die Stadt in Nord-Rhein-Westfahlen steht sogar mit 19 Prozent Vorsprung vor dem zweiten Platz Berlin. Danach kommt München. In der bayrischen Stadt ging der Konsum aber im Vergleich zum letzten Jahr zurück. Städte wie Frankfurt, Hamburg oder Köln wurden in dem Bericht nicht untersucht. Auch über die Tageszeit gibt der Bericht Aufschluss. Die meisten Menschen konsumieren Drogen am Samstagabend. Die Spuren im Abwasser waren demnach sonntagmorgens am stärksten nachweisbar. In Berlin wird jeden Tag ungefähr dieselbe Menge an Drogen konsumiert. Die Art der Droge, die konsumiert wird, ist in jeder Region unterschiedlich. So  werden im Osten mehr Drogen auf Methamphetamin-Basis konsumiert. In Erfurt oder Chemnitz wurde 80 bis sogar 100-mal mehr Meth konsumiert als in Saarbrücken oder Dortmund. MDMA und Kokain sind hingegen in allen Großstädten von Deutschland beliebt.1

In Spanien, Großbritannien, Belgien und in den Niederlanden werden die meisten Drogen in Europa, speziell Kokain, konsumiert. In Spanien beispielsweise wird in Barcelona und Valencia am meisten konsumiert. Auch hier ist der Einsatz von Methamphetamin gestiegen.2

Der Bericht gibt auch Auskunft über die Herkunftsländer von pflanzlich basierten Drogen wie Heroin und Kokain. Die Hauptanbauregionen bleiben ohne jede Frage Lateinamerika und Asien. Durch den erhöhten Konsum ist natürlich auch die Produktion angestiegen. Die Herstellung verläuft immer illegal und stellt für die Bevölkerung in den Produktionsländern viele Gefahren dar. In Lateinamerika wird das meiste Kokain produziert. Dort betreiben meist gefährliche Guerillagruppen die Drogenwirtschaft und es entstehen Konflikte innerhalb der Länder.

Das Kokain wird in großen Schiffcontainern versteckt und über die Meere nach Europa transportiert. Meist ist die iberische Halbinsel die erste Anlaufstelle. Cannabis ist und bleibt weiterhin die beliebteste Droge der Europäer. Nach Schätzungen haben mehr als 92 Millionen Erwachsene in Europa, bereits einmal in ihrem Leben die Droge konsumiert. Rund 1 Prozent der Europäer konsumiert täglich Cannabis. Die Reinheit der Drogen, sei es Cannabis oder Kokain, soll derzeit auf dem höchsten Stand seit über einem Jahrzehnt sein.3

  1. Vice: Wo in Deutschland ganz besonders viel gezogen und geworfen wird; 15.03.2019 [] []
  2. El confidencial: el uso de cocaína vuelve a crecer en Europa: Barcelona y Valencia, las urbes más drogatas; 14.03.2019 [] []
  3. Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht: Europäischer Drogenbericht; 14.03.2019 []

Über Franziska / earthlink

Ich bin Franziska, studiere in München Ethnologie und wenn ich nicht gerade in Südamerika bin und Fotos von Alpakas mache, lese ich viel über internationale Politik und interessiere mich für die Geschehnisse weltweit. Ich will versuchen andere Leute aber vorallem auch mich selbst durch meine Arbeit bei earthlink, mit ein bisschen Wissen zu füttern.
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