Kinder sind weltweit an der Drogenproduktion beteiligt

Drogen am Wochenende zum länger Durchhalten beim Feiern. Inzwischen sind die illegalen Substanzen mitten in der Gesellschaft angekommen. Der eigentlich teure Lebensstil kann nicht mehr nur mit den Bahnhöfen großer Städte in Verbindung gebracht werden. Viele nehmen die zum Teil aufputschend wirkenden Mittel, um mehrere Stunden am Stück feiern zu können. Das hinter den Stoffen, die sie für ihren Lebensstil verwenden, extrem ausbeuterische Kinderarbeit steckt, ist den meisten nicht bewusst. Und das, obwohl die größten Absatzmärkte für Drogen in Europa und Nordamerika liegen.1

Kinder sind oft in die Herstellung von und in den Handel mit Drogen verwickelt. Sie machen das gegen ihren Willen, oder weil sie denken, dass sie dadurch ein hohes Ansehen erlangen oder viel Geld verdienen. Dabei sind sie allerdings schon in einem jungen Alter einem hohen Risiko ausgesetzt, selber einmal drogenabhängig zu werden. Die Kinder leiden unter den Konflikten zwischen den drogenproduzierenden Gruppen und dem Drogenkrieg. Sie sind einer verstärkten Gewalt ausgesetzt und werden in den Bandenkriegen nicht nur als Arbeiter und Drogenkuriere missbraucht, sondern auch verschleppt, verkauft und missbraucht. Die Gewalt setzt ihnen physisch und psychisch zum Teil extrem zu und schadet vielen in ihrer Entwicklung. Vor allem Straßenkinder sind in den Drogenhandel involviert.234

Neben dem illegalen Drogenhandel sind die Kinder auch oft in andere kriminelle Aktivitäten verwickelt. Zum Teil werden sie dazu erpresst oder sie benötigen das Geld, um sich und ihre Familie versorgen zu können. Manche werden auch durch Gangs in die Verbrechen verwickelt, oder weil sie meinen, so Respekt erlangen zu können. Sie begehen deswegen Ladendiebstähle, rauben Einzelpersonen aus, stehlen Autos oder brechen in Häuser ein.45

Durch den häufigen Missbrauch von Drogen leiden die Kinder unter Depressionen, sind oftmals auch alkoholabhängig, sie werden zu Jugendstraftätern und haben Identitätsschwierigkeiten. Aufgrund von fehlender Schulbildung und weil sie sich in den Fängen der Gangs befinden, ist es extrem schwer für die Kinder, aus diesen Kreisläufen auszubrechen und einen anderen Weg als den des Drogenhandels einzuschlagen.4

Auch vom Anbau der Pflanzen und der Weiterverarbeitung der jeweiligen Drogen sind Kinder betroffen. Gerade der Koka-Anbau ist in manchen Regionen Kolumbiens eine der wenigen Einnahmequellen für tausende Familien. Auch die Kinder der Familien arbeiten schon auf den Plantagen, denn es ist oft das einzige, was sie kennen. Im dichten Dschungel Kolumbiens werden so jährlich mehrere Tonnen des Rauschgiftes Kokain hergestellt. Die Kinder leben mit ihren Familien in Hütten aus Stöcken und Plastikplanen, ohne Wasser und Strom. Die Blätter der Pflanze werden von ihnen gepflückt und in der Tiefe des Waldes zu Kokain weiterverarbeitet. Dabei sind sie gefährlichen Chemikalien ohne jegliche Schutzausrüstung ausgesetzt. Die Regionen werden von bewaffneten Gruppen kontrolliert.6

Eine andere Möglichkeit haben die wenigsten, da die Herstellung von Kokain am besten bezahlt wird. Zuvor hatten viele Reis oder Bananen angebaut, aber in vielen Regionen gibt es keine Möglichkeiten, diese Produkte zu verkaufen, da die Transportwege von Bauern zu Käufern oft nicht gut ausgebaut sind. Es ist also für viele deutlich einfacher, ein Kilogramm Kokain durch den Wald zu transportieren, als schlechter bezahlte landwirtschaftliche Produkte.6

Gerade der Drogenhandel zählt aber zu einer der gefährlichsten Kinderarbeiten. Ob der Rausch am Wochenende diese Qual für viele Kinder wirklich wert ist, steht aber wohl eigentlich außer Frage.

  1. jetzt: Warum junge Menschen bei der Afterhour der Realität entfliehen , 20.07.2019 []
  2. caritas: Strassenkinder in Rio de Janeiro geben ihrem Leben eine neue Richtung , stand Oktober 2022 []
  3. unicef: UNICEF hilft Kindern in Ecuador stand Oktober 2022 []
  4. ilo: The worst forms of child labour stand Oktober 2022 [] [] []
  5. youtube: Drogenkrieg in Mexikos Urlaubsparadies – Doku Deutsch 11.02.2021 []
  6. youtube: Lieber Koka ernten als Bananen | ARTE Reportage 18.05.2021 [] []
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