Methamphetamin-Produktion

Crystal Meth Kristall

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Methamphetamin, auch unter den Namen Crystal Meth, Crystal, Yaba, Crank oder Ice bekannt, gilt als schnell abhängig machende, preisgünstige Droge mit aufputschender Wirkung.

Methamphetamin wird eine extrem zerstörerische Wirkung nachgesagt. Dies hat vor allem mit der Verunreinigung bei der illegalen Herstellung zu tun. Typische Crystal-Labore benötigen mehrere Tage, um eine ordentliche Menge des Stoffes zu produzieren. Verwendet werden dabei auf offener Flamme kochende Töpfe, Kanister voller entflammbarer Flüssigkeiten und Hunderte Tabletten des Grundstoffs.

Der Markt für Methamphetamine unterlag gerade in den letzten Jahren einem stetigen Wachstum, was vor allem auf die kontinuierlich wachsende, weltweite Nachfrage zurück zu führen ist.

Methamphetamine werden rund um den Globus hergestellt. Für die Reise zum Endkonsumenten wurden, zumindest in der Vergangenheit, meist keine allzu großen Distanzen zurückgelegt, wie es beispielsweise bei Kokain der Fall ist. Im Zeitalter der Globalisierung diversifiziert sich jedoch auch der Markt für die synthetischen Drogen, d.h. Handelswege verzweigen sich immer mehr und werden länger. Für die einzelnen Kontinente lassen sich Schwerpunkte ausmachen.

 

Asien

Die zunehmende Nachfrage nach Drogen in Asien kurbelt auch die Meth-Produktion an, insbesondere in Ost- bzw. Südostasien. Im Zeitraum zwischen 2009 und 2014 vervierfachte sich dort die beschlagnahmte Menge an Metamphetaminen, was auf eine vermehrte Herstellung der Droge schließen lässt. Die asiatische Produktion von Meth konzentriert sich vorwiegend auf die Mekong-Region.

Insbesondere Myanmar ist einer der Hauptbezugspunkte für Metamphetamintabletten und eine der bedeutendsten Quellen für kristalllines Metamphetamin. Als wichtigste Produktionsregion hat sich der östliche Teil des Landes, in erster Linie der Shan State, herausgestellt, der einst Teile der amerikanischen Ostküste mit Heroin versorgte.

Viele der heimlichen Labore befinden sich an der Grenze zu China oder Thailand. Sie sind klein, mobil und in Territorien angesiedelt, die von ethnischen Rebellengruppen kontrolliert werden. In Anbetracht der großen Mengen, die aus Myanmar in die Nachbarländer gelangen, ist eine Herstellung im industriellen Ausmaß sehr wahrscheinlich. Myanmar hat keine pharmazeutische Industrie, das heißt die Basischemikalien werden vorwiegend aus Indien und China bezogen und illegal ins Land geschmuggelt.

Südasien ist Hauptstützpunkt für viele Produzenten und Händler von Metamphetaminen, da Basischemikalien zu deren Erzeugung dort leicht zugänglich sind. Zusätzlich gibt es vor Ort bereits eine hohe Anzahl an Fachkundigen.

 

Afrika

meth methamphetamine

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Die Datenlage bezüglich der Herstellung von Methamphetaminen auf dem afrikanischen Kontinent ist relativ dünn. Dennoch lässt sich auch hier feststellen, dass sich die Herstellung der Droge sowie deren Konsum im Aufwind befinden.

Jahrelang dienten die Länder Westafrikas als Transitregion für Drogen aus Lateinamerika auf ihrem Weg nach Europa, vornehmlich für Kokain. Dieselben sogenannten „Mules“, sprich Drogenkuriere bzw. Zwischenhändler, die einst für die großen südamerikanischen Kartelle arbeiteten, produzieren nun selbst Methamphetamin, und zwar in großem Stil. Viele der chemischen Zutaten für die Produktion der synthetischen Droge sind bereits im Übermaß in der Region vorhanden und auch legal.

Als die wichtigsten Herstellerstaaten der Region gelten Gambia, die Elfenbeinküste, Ghana, Guinea-Bissau und Mali. 2013 entdeckten Behörden eine riesige Meth-Fabrik in Nigeria, damals eine der ersten Afrikas. Scheinbar beteiligt sich auch das bevölkerungsreichste Land des Kontinents maßgeblich an der Herstellung von Methamphetaminen.

 

Lateinamerika

meth methamphetamine

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Obwohl beispielsweise in Belize, Guatemala und Nicaragua bereits Meth-Labore entdeckt wurden, ist und bleibt Mexiko der Hauptproduzent in der Region. Gerade in den letzten fünf Jahren stiegen die Zahlen für illegale Produktionsstätten und für die Menge an konfisziertem Meth in dem zentralamerikanischen Land rapide und stetig an. Mexikanische Behörden konnten 2015 14,5 Tonnen Methamphetamine sicherstellen, was einen Rückgang um 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dartellt.

Man geht davon aus, dass ca. 80 Prozent des Meth in den Vereinigten Staaten aus Mexiko stammt. Dies hat vor allem damit zu tun, dass immer weniger Methamphetamine in den USA selbst produziert werden. Mexikanisches Meth ist billiger und wird in großen Mengen in industriellem Maßstab produziert.

 

Quellen:

Wikipedia: Methampetamin – Gebrauch als Droge – aufgerufen am 14.02.2018

Die Welt: Crystal Meth – „Das Pulver erscheint so harmlos“ – aufgerufen am 14.02.2018

NDTV: Galloping Asian Meth Demand Drives Record Production: United Nations – aufgerufen am 14.02.2018

UNODC: Regional ATS Report 2013

UNODC: Regional ATS Report 2015

CNBC: Meth cheaper now than a meal at Burger King in much of Asia – nicht mehr verfügbar

UNODC: World Drug Report 2015 – aufgerufen am 14.02.2018

The Guardian: Homegrown crystal meth industry sparks west Africa crime wave – aufgerufen am 14.02.2018

UNODC: Global Smart Update: Methamphetamine Manufacture

Reuters: Mexican Meth production goes on speed – aufgerufen am 14.02.2018

UNODC: World Drug Report 2016

Insight Crime: Report Shows Mexico´s Growing Importance in Meth Trade – aufgerufen am 14.02.2018

UNODC: World Drug Report 2017, Booklet 4

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