Internationaler Tag gegen Drogenkonsum und neuer Weltdrogenbericht

UNODC

Bild: © n.v. -

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Drogenkonsum und den illegalen Drogenhandel, welcher seit 1987 am 26. Juni von den Vereinten Nationen gefeiert wird, wurde daran erinnert, dass trotz jahrelanger Bemühungen Drogen nach wie vor weltweit ein ungelöstes Problem bleiben. Der UN-Generalsekretär Ban Ki-moon betonte die Rolle der Nachfragereduzierung in der Bekämpfung von Anbau, Herstellung und Drogenhandel. Nicht nur Regierungen, aber auch die lokale Gesellschaft trüge eine große Verantwortung im Kampf gegen illegale Drogen, fügte er hinzu. Seiner Meinung nach sollten die Medien daran arbeiten, die Gesellschaft für die mit Drogen verbundenen Gefahren zu sensibilisieren.

Drei Tage vor dem Internationalen Tag gegen Drogenkonsum wurde vom UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) ein Welt-Drogenbericht veröffentlicht. Aus dem Dokument geht hervor, dass während die globalen Märkte für Kokain, Heroin und Cannabis unverändert geblieben sind oder sogar schrumpfen, die Produktion und der Konsum von synthetischen Drogen und Medikamenten steigt. Laut dem Bericht griffen im letzten Jahr rund 210 Mio. Menschen, d.h. 4,8% der weltweiten Bevölkerung im Alter zwischen 16 und 64 Jahren, mindestens einmal nach illegalen Substanzen. Jährlich sollen 200.000 Menschen am Drogenkonsum sterben.

Die mit Abstand am meisten produzierte und konsumierte Droge bleibt Cannabis, obwohl es immer häufiger durch synthetische Cannabinoide, welche unter dem Namen „Spice“ bekannt sind, ersetzt wird. Auf dem Vormarsch sind heutzutage synthetische Drogen: ihre Produktion und Verbrauch nehmen global zu. Dem Bericht zufolge stieg die Schlafmohn-Anbaufläche im Vergleich zu 2009 leicht. Die Opiumproduktion sank im Vergleich zum Vorjahr um 38%. Der Opiumanbau in Afghanistan blieb stabil, stieg aber um 20% in Myanmar, so dass zurzeit 12% der weltweiten Produktion aus diesem Land stammen. Die weltweite Kokainproduktion ist im Vergleich zu 2007 um 18% gesunken. Einer der Gründe ist der Rückgang im Coca-Anbau in Kolumbien. Die USA bleibt der größte Kokainabsatzmarkt der Welt, obwohl in diesem Land immer weniger Kokain konsumiert wird. Der zweitgrößte Kokainkonsument ist Europa, vor allem West- und Mitteleuropa.

 

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Über gosia / EarthLink

Übersetzerin, Dolmetscherin, Lehrerin; Wenn ich nicht gerade meine Masterarbeit in Internationalen Beziehungen an der TU Dresden schreibe, recherchiere ich im Rahmen meines dreimonatigen Praktikums bei Earthlink zum Thema Kinderarbeit, verfasse Blog-Einträge für die Kampagne „Aktiv gegen Kinderarbeit“, schreibe Firmen bezüglich ihrer Politik zur Kinderarbeit an und kümmere mich um die Vervollständigung und Nachbesserung der Informationen auf der Kinderarbeitshomepage. Ich beteilige mich auch am Projekt „Drogen Macht Welt Schmerz“ und recherchiere für die Initiative „Facing Finance“.
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