Impfung gegen Drogenabhängigkeit

Spritze, Drogen

Bild: © n.v. -

Durch eine neue Studie des Scripps Research Institute und den Tod von Amy Winehouse wurde die Diskussion über die Impfung von Drogenabhängigen wieder eröffnet. Den Abhängigen soll geholfen werden, sich mit Hilfe von Medikamenten wie Naltrexon, die das Verlangen nach Drogen dämpfen, von ihrer Sucht zu erholen. Aus diesem Anlass haben Experten einen Impfstoff entwickelt, der aus heroinähnlichen Hapten besteht, die sich an die Trägerproteine anbinden und mit Alum vermischt werden. Diese sollen das Immunsystem gezielt anregen und darauf trainieren, Heroinmoleküle mit Antikörpern zu überschütten. Damit wird verhindert, dass die Droge durch den Blutkreislauf das Gehirn erreicht.

Die Wissenschaftler testeten den Impfstoff bereits an Ratten. Wenn diese einen Hebel betätigten, wurde die Droge in ihr Blut abgegeben. Unter den geimpften zehn Ratten machten dies nur drei.

Ein Weiterer Test mit einem Medikament, das die Cannabinoid-Rezeptoren CB2 im Gehirn blockierte, führte ebenso dazu, dass die Ratten weniger an der Droge interessiert waren. Falls diese Medikamente für den Menschen eingesetzt werden können, wäre dies ein großer Fortschritt für die Behandlung von Drogenabhängigen. Bisherige klinische Tests gegen Kokain und Nikotin waren weniger effektiv und haben nur bei einem Drittel der Teilnehmer Antikörper ausgebildet.

In Russland wurde gegen Opiumabhängige ein Vakzin (Impfstoff aus abgeschwächten bzw. abgetöteten Krankheitserregern oder aus inaktivierten bakteriellen bzw. viralen Toxinen) entwickelt. Bereits 2006 entstand die Idee, ein immunogenens Anti-Opioid zu synthetisieren. Die vorklinischen Tests seien bereits abgeschlossen und in der Folge soll der Impfstoff an größeren Tieren getestet und erst danach zur Behandlung von Menschen eingesetzt werden. Dies soll in etwa zwei Jahren möglich sein.

 

Link zum Artikel (Ria Novosti)

Link zum Artikel (pressetext Nachrichtenagentur)

Über Chantal / EarthLink

Ich habe 2009 in München meinen Bachelor in Geographie abgeschlossen und mache momentan in Wien meinen Master im selben Gebiet. Zusätzlich studiere ich im Nebenfach Tourismus und Internationale Entwicklung. Um einen Einblick in die Arbeit einer NGO zu bekommen, mache ich ein acht-wöchiges Praktikum bei EarthLink. Ich schreibe Blogeinträge zum Thema Kinderarbeit und Drogen, bereite eine Radiosendung vor und werde mich noch mit dem Zusammenhang zwischen Tourismus und Kinderarbeit auseinandersetzen.
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