Brasilien: Eindämmung der Drogenproblematik

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Gabriela Sousa de Jesus nahm im Alter von 12 Jahren zum ersten Mal Crack. Sie ist jetzt 27 und im fünften Monat mit ihrem sechsten Kind schwanger. Ihre Mutter wurde vor vier Jahren missbraucht und ermordet. Seither leben Gabriela’s Kinder bei ihrem Großvater, der ebenso drogenabhängig ist und bereits straffällig wurde. Geld verdient Gabriela auf der Straße, indem sie sich prostituiert, trotz ihrer Syphiliserkrankung. Sie sei sehr froh, dass sie sich bislang noch nicht mit HIV infiziert habe, wie viele ihrer Freunde. Gabriela ist eines von vielen Opfern einer Drogenepidemie, die in Brasilien seit Jahren stetig zunimmt.

In São Paulo befindet sich ein Ort, der bekannt ist unter dem Namen Cracolândia – Crack Land. Der umliegende Park war das Zuhause für hunderte Drogenabhängige und Drogenhändler, bis die Polizei sie vor knapp drei Wochen mit Tränengas und Gummigeschossen verjagte. Diese Aktion war bislang der massivste Einsatz der Polizei im Kampf gegen die Drogenproblematik. Sie ist Teil einer nationalen Kampagne, die bis zum Beginn der Fußballweltmeisterschaft 2014 die Anzahl der Crackabhängigen reduzieren soll. Das Drogenproblem hat sich in den letzten Jahren stark ausgebreitet und das, obwohl Brasilien selbst nicht an der Drogenproduktion beteiligt ist. Brasilien gilt jedoch als bekanntester Transitpunkt für den Kokainhandel zwischen Südamerika – hauptsächlich Kolumbien, Bolivien und Peru – und Europa. Eine Studie einiger brasilianischer Städte zeigt, dass über 91% der 4.430 Städte unter einem massiven Crackproblem leiden.

Seit 2009 wurden in São Paulo Gesundheitskliniken eingerichtet, die Drogenabhängige weg von der Straße bringen und den Gebrauch von Drogen unterbinden sollen. Problematisch ist allerdings, dass sie nach wenigen Wochen wieder auf der Straße landen und erneut Drogen konsumieren.

 

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