Nach der Drogenvernichtung: Landbevölkerung in Myanmar (Burma) vor dem Nichts

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Der Anbau von Opium bildet die Existenzgrundlage für große Teile der Landbevölkerung in Myanmar (Burma). Durch das massive Drogenvernichtungsprogramm der Regierung stehen immer mehr Familien vor dem Nichts. Durch die Zerstörung der Opiumfelder haben viele ihre Ernte verloren und somit bis zur nächsten Anbausaison keine Einkünfte mehr. „Ich weiß nicht weiter, was ich tun soll, wie ich meine Kinder ernähren soll“, so Moe Mohm, eine verwitwete Bauersfrau, die Schlafmohn anbauen musste, um sich und ihre sechs Töchter durchzubringen.

Das ambitionierte Programm der Regierung, die massive Problematik des Opiumanbaus in Myanmar zu verbessern, wird nur Erfolg haben können, wenn der verarmten Landbevölkerung Alternativen geboten werden, ohne Drogenanbau ihren Lebensunterhalt zu sichern. Ansonsten wird, wie nach bisherigen Vernichtungsaktionen, bald wieder Schlafmohn auf den zerstörten Feldern wachsen. Denn durch die Opiumproduktion verdienen die Bauern drei- bis viermal so viel wie mit dem Anbau von Kartoffeln. Ohne diese Mehreinnahmen sind sie nicht in der Lage, ihre Familien mit Lebensmitteln zu versorgen und ihre Kinder in die Schule zu schicken. Alternativpflanzen, wie Knoblauch, sind wegen der hohen Transportkosten nicht wirtschaftlich.

Um den Menschen für die Zeit nach den Zerstörung ihrer Felder Perspektiven jenseits des Drogenanbaus zu bieten, bemüht sich auch das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) um neue Lösungen. So soll die langsame demokratische Öffnung des Landes von der internationalen Gemeinschaft unterstützt werden.

Bei gemeinsamen Treffen mit Uno-Deligierten sind die Opiumbauern jedoch eher skeptisch und wollen keine Zusagen treffen, auf den Anbau zu verzichten. Dieser ist nicht nur ihre Existenzgrundlage, sondern oft auch traditionell verankert. Viele Bauern haben schon immer Schlafmohn angebaut und verstehen ein plötzliches Anbauverbot nur schwer. Zudem wird Opium dort mangels Alternativen oft als einzige Medizin verwendet.

Es wird also nicht einfach sein für das politisch instabile und ökonomisch schwache Land, das seit langem existierende Drogenproblem in den Griff zu bekommen. Dazu wird auch viel internationale Hilfe nötig sein. Die Bekämpfung von Armut sowie die Schaffung alternativer Einnahmequellen, gerade für die Landbevölkerung, sind essentiell, um auch die Ursachen und nicht nur die Folgen der Opiumproduktion zu bekämpfen.

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Über Lukas D. / EarthLink

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