Peru: Besitzer des abgebrannten Drogenrehazentrums angeklagt

Bild: © n.v. -

Im Januar dieses Jahres kamen mindestens 26 Menschen ums Leben, als in Lima ein Drogenrehazentrum in Flammen aufging. Die Türen des Zentrums waren abgeriegelt, Patienten hatten keinen Fluchtweg, einige entkamen durch die Fenster.
Das Zentrum „Christ is Love“, welches Drogen- und Alkoholabhängige durch die Lehren der Bibel behandelte, besaß keine staatliche Lizenz. Bereits zweimal sei das Zentrum zur Schließung aufgefordert worden, berichtete der Gesundheitsminister Alberto Tejada. Patienten seien ohne medizinische Beaufsichtigung eingesperrt worden.
Raul Garcia Albornoz, der Besitzer des Zentrums, stellte sich der Polizei und könnte zu bis zu acht Jahren Haft verurteilt werden. Sein 26-Jähriger Sohn gehört zu den Opfern des Feuers. Die Regierung ermittelt jetzt, ob die Patienten gegen ihren willen im Zentrum festgehalten wurden. Auch die zuständige Stadtbehörde könnte wegen Vernachlässigung zur Verantwortung gezogen werden.
Carmen Masias, die Vorsitzende der peruanischen Antidrogenkommission Devida, weist auf die unzureichende Investition der Regierung in die Rehabilitation von Drogenabhängigen hin. Der Staat stellt nur etwa 700 Betten für Drogenabhängige zur Verfügung, registriert sind aber bis zu 100.000. Aufgrund dieses mangelhaften Eingreifens der Regierung öffneten eine Zahl von unlizensierten Zentren ihre Türen, wie eben auch „Christ is Love“. Masias fordert vom Staat, Richtlinien und eine Überwachung dieser Zentren einzuführen, so dass sie Teil des Systems werden. Die Bürgermeisterin Limas hat sich jetzt mit Devida zusammengeschlossen um das erste Rehabilitationszentrum im Zentrum Limas zu bauen.

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