Afghanischer Luftwaffe wird illegaler Drogenhandel vorgeworfen

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Wie der Drogenanbau und -handel ein Land beeinflussen und diesem auch schaden kann, zeigt sich gerade wieder in Afghanistan. Dort wird circa 90 Prozent des weltweit gehandelten Opiums hergestellt. Die Bekämpfung des illegalen Anbaus und Handels von Drogen erweist sich jedoch als schwierig, da Korruption innerhalb von Regierungs-, Polizei- und Sicherheitskreisen teilweise immer noch ein Problem darstellt.1

Zur Unterstützung der Anstrengungen der afghanischen Regierung hat die NATO in den letzten zwei Jahren mehrere Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt, der Großteil davon kommt von den USA. Von dem Geld wurden unter anderem die Modernisierung der afghanischen Luftwaffe und die Ausbildung von Sicherheitskräften finanziert. Dies soll dazu beitragen, die Sicherheitslage in Afghanistan nach dem Abzug der internationalen Truppen zu gewährleisten.

Nun gibt es Behauptungen verschiedener afghanischer und US-amerikanischer Offizieller, dass die Mitglieder der afghanischen Luftwaffe illegal Drogen und Waffen in Helikoptern und Flugzeugen geschmuggelt haben sollen. Es gab in der Vergangenheit immer wieder Probleme, weil Flugrouten und -ziele nicht bekannt waren oder bestimmte Teile des Flughafens in Kabul nicht von den amerikanischen Truppen überwacht wurden. Laut westlicher Offiziere gab es dort immer wieder Flugzeuge, die spät nachts ankamen und eilig entladen wurden.  

Hintergrund der Anschuldigungen ist ein Anfang dieses Jahres veröffentlichter Bericht der US-Luftwaffe bezüglich der Ermordung von acht amerikanischen Luftwaffeoffizieren im April letzten Jahres. Es wird vermutet, dass der afghanische Oberst Ahmed Gul, der die amerikanischen Soldaten erschossen hatte, in das illegale Drogengeschäft verwickelt war. Er hatte den Frachtverkehr am Flughafen koordiniert. Die ermordeten Soldaten waren offenbar schon in eine frühere Untersuchung involviert, die sich mit dem Missbrauch der Flugzeuge beschäftigt hatte. Ein mögliches Motiv des Täters könnte es also gewesen sein, diese Untersuchungen zu stoppen.

Schon vor 2001 hatten Truppen der „Northern Alliance“2 die Erträge des Drogenanbaus und -handels genutzt, um Waffen zu kaufen und ihren Kampf gegen die Taliban zu finanzieren. Denn die Drogen werden hauptsächlich im Süden angebaut und dann über den Norden nach Russland oder Europa geschmuggelt.

Sie kämpfen nun eigentlich an der Seite der Amerikaner und besetzten wichtige Posten. Vermutet wird, dass sie ihre Positionen unter anderem dazu nutzen, illegal Drogen zu transportieren, um mit den Gewinnen des Drogenhandels Waffen zu finanzieren.

Seit dem Aufkommen der Anschuldigungen betonten amerikanische Stellen jedoch, dass diese Vorwürfe keineswegs belegt seien. Diese müssten nun erst einmal untersucht werden. Der afghanische Verteidigungsminister und der Sprecher der afghanischen Luftwaffe hingegen sagten, sie wüssten nichts von einer Untersuchung bezüglich dieser Vorwürfe.3  

In Afghanistan wird seit Jahren versucht, gegen das Drogenproblem vorzugehen. Laut dem internationalen Bericht zur Strategie der Drogenkontrolle 2012 (INCSR) werden in Afghanistan zwar Fortschritte bei der Drogenbekämpfung gemacht.4 Trotzdem gibt es nach wie vor Handlungsbedarf.

Die nationale Strategie zur Bekämpfung von Drogen in Afghanistan hat deshalb unter anderem zum Ziel, den Drogenhandel zu stoppen und die Nachfrage nach Drogen zu reduzieren. Zudem soll den Menschen ermöglicht werden, von dem Anbau legaler Pflanzen, wie Safran oder Rosen5, zu leben.4

  1. Drogen Welt Macht Schmerz Website Afghanistan []
  2. Link zum Artikel von BBCNews []
  3. Link zum Artikel des Wall Street Journals []
  4. INCSR Bericht [] []
  5. Drogen Macht Welt Schmerz Webseite Gegenmaßnahmen []
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