Drogenanbau, -handel und -konsum in Nepal nimmt zu

Arne Hückelheim (CC)

Arne Hückelheim (CC) | Bild: © Arne Hückelheim (CC) - Arne Hückelheim (CC)

In Nepal wird der Konsum von Marihuana und Haschisch seit jeher als Bestandteil der hinduistischen Religion gesehen. Schon die Göttin Shiva konsumierte Drogen, um sich für die Meditation in eine Art Trance zu versetzen. Noch heute werden traditionell vor allem bei Festen Drogen genommen.1

Lange galt Nepal deshalb als Land, in dem gesetzliche Regelungen bezüglich Drogenkonsum und –handel nicht sehr ernst genommen wurden. Dies nutzen in den 1960er und 70er Jahren vor allem die Scharen von Hippies aus, die nach Nepal strömten.

Erst 1978 wurde ein Gesetz erlassen, dass den Handel von Drogen für illegal erklärte. Dennoch gilt Nepal seitdem als günstiges Transitland für den Drogenhandel. Die Kontrollen am einzigen internationalen Flughafen in Nepal, dem Tribhuvan International Airport (TIA) sind nicht ausreichend, um den illegalen Drogenhandel nachhaltig zu stoppen.

Seit Indien 2010 seinen Flugverkehrt von und nach Nepal ausgebaut hat, hat sich die Problematik verschärft. Nun wird das in Afghanistan angebaute Opium und das daraus hergestellte Heroin über dem Landweg nach Pakistan gebracht. Von dort aus wird es per Luftweg nach Nepal geflogen. Nepalesische Kuriere bringen die Drogen daraufhin über die ebenfalls schlecht überwachte und kontrollierte Grenze nach Indien. Von Indien aus werden Opium und Heroin dann nach Europa oder Amerika verschifft.

In den letzten zwei Jahren wurden mehrere Kilo Heroin und auch erstmals geschmuggeltes Kokain sichergestellt. Das Kokain wurde bei einer am Flughafen von Kathmandu festgenommen Thailänderin gefunden, die versucht hatte, die Drogen außer Land zu schmuggeln.2 Zudem wurden 630 Personen festgenommen, darunter 500 Nepalesen, seit die Polizei scharf gegen Drogenhändler vorgeht. Der Bericht zur Strategie der Drogenkontrolle von 2012 (INCSR) nennt 112 Verhaftungen im Jahr 2011. Der Großteil der Verhafteten waren Nepalesen, die meisten anderen Drogenhändler waren indischer Herkunft.3

Diese Vorfälle beunruhigen die nationalen Behörden, da dies für eine erhöhte Aktivität der Drogenhändler im Land spricht. Sie wollen nun versuchen, den Drogenhandel weiter einzudämmen. Zu diesem Zweck sollen die Sicherheitsmaßnahem verschärft werden.2 Das größte Problem ist laut dem Bericht zur Strategie der Drogenkontrolle von 2012, dass in Nepal keine ausreichenden Mittel für Bekämpfung des Drogenhandels zur Verfügung stehen.

Des Weiteren ist der Anbau von Cannabis im Süden des Landes angestiegen. In Nepal wird laut dem Bericht des Internationalen Suchtstoffkontrollrats (INCB) das meiste Haschisch, das illegal auf dem südostasiatischen Markt gehandelt wird, produziert. Bestimmt sind die Drogen hauptsächlich für den indischen Markt.3

Doch nicht nur der Handel und Anbau von Drogen, sondern auch der Drogenkonsum ist ein wachsendes Problem in Nepal und ganz Südostasien. Vor allem durch den gestiegenen Gebrauch von Spritzen zur Einnahme der Drogen hat sich der Anteil der an HIV- und Hepatitis C erkrankten Menschen erhöht.

Beim Kampf gegen die Drogen wird der nepalesischen Regierung unter anderem von der UNODC geholfen, die sie mit Expertise und mit Training für die Sicherheitskräfte unterstützt.

Bildquelle: Arne Hückelheim (CC)

  1. Link zum Artikel von theHealth – nicht mehr verfügbar []
  2. Link zum Artikel von Kathmandu Post [] []
  3. INCSR Bericht [] []
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.