Forderung nach Legalisierung von Schlafmohnanbau in Maharashtra, Indien

Bild: © n.v. -

Im Bundesstaat Maharashtra, Indien, wurden vergangenes Wochenende im Distrikt Beed mehrere Schlafmohnfelder entdeckt. Offiziell wurden die Felder allerdings mit Zuckerrüben und Baumwolle bebaut. Acht Bauern wurden daraufhin verhaftet.1 Es ist aber wahrscheinlich, dass noch weitere Farmer verhaftet werden.2

Nun soll unter anderem geprüft werden, wie die lokalen Polizeibeamten den Anbau übersehen konnten.1

Nur fünf Tage später wurden auch in Sangli, ebenfalls ein Distrikt im Bundesstaat Maharashtra, Anbauflächen mit Schlafmohn entdeckt. Auch hier war dies kein bekanntes Problem. Maharashtra war bisher als Ort des Drogenhandels bekannt, nicht aber für den Anbau.3

Denn der Opiumanbau findet hauptsächlich im so genannten „Goldenen Dreieck“, bestehend aus Myanmar, Laos und Thailand, statt. Von dort aus wird das zu Heroin weiterverarbeitete Opium, unter anderem über Indien, nach Europa geschmuggelt.4

Deshalb überlegen die Behörden nun, ob sie die Region mit Hilfe von Satellitenbildern, wie bereits in anderen indischen Bundesstaaten geschehen, überprüfen sollen. Denn illegaler Drogenanbau in Indien ist vor allem aus Staaten im Norden und Nordosten des Landes bekannt.3

Shetkari Sanghatana, eine Organisation die sich für die Rechte der Farmer einsetzt, hat für den neunten März eine Protestaktion in Pune angekündigt. Sie fordert die Legalisierung des Schlafmohnanbaus in Maharashtra. Anstatt den Anbau zu verbieten, solle der Staat lieber Fabriken verbieten, die aus dem Opium beispielsweise Heroin herstellen, forderte Joshi, Chef der Organisation. Die Bauern bauen laut der Organisation den Mohn ausschließlich zur Herstellung des so genannten „Khas Khas“ an, einem indischen Gewürz.5 Dass aus Schlafmohn auch Drogen hergestellt werden können, hätten die Bauern nicht gewusst.6

Die Organisation begründet die Forderung nach einer Legalisierung unter anderem damit, dass es bereits in drei Bundesstaaten erlaubt ist, Schlafmohn anzubauen. In den Staaten Madhya Preadesh, Rajasthan und Uttar Pradesh ist dies der Fall. Allerdings werden die Lizenzen für den Anbau nach strengen Regeln vom Zentralbüro für Rauschgift vergeben. Es darf nur eine bestimmte Menge pro Hektar angebaut werden und der komplette Ertrag muss an die Regierung abgegeben werden. Grundlage für diese Regelung ist das 1985 erlassene Gesetz über Rauschgift und psychotrope Stoffe.7

Eine Legalisierung in Maharashtra ist eher unwahrscheinlich, dennoch hoffen die Bauern darauf. Denn obwohl die Preise für den Schlafmohn dann sinken würden, wäre der Gewinn immer noch höher als bei anderen Feldfrüchten, so Joshi.5

  1. Link zum Artikel von Daily News & Analysis vom 26.Februar 2012 [] []
  2. Zum Artikel von gulfnews.com []
  3. Link zum Artikel von Daily News & Analysis vom 29.Februar 2012 [] []
  4. Link zur Drogen Macht Welt Schmerz Webseite []
  5. Link zum Artikel von dailybhaskar.com [] []
  6. Link zum Artikel von Daily News & Agency vom 2.März 2012 []
  7. Link zur Webseite des Zentralbüros für Rauschgift; nicht mehr verfügbar []
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.