Mexiko: Krieg zwischen den Drogenkartellen fordert weitere Opfer

Bild: © n.v. -

Die Serie an Gewalttaten, die mit dem Handel oder der Herstellung von Drogen zu tun haben, reißt nicht ab. Erst vergangenen Donnerstag wurden Leichenteile von 4 vermissten Journalisten in der Nähe der mexikanischen Hafenstadt Veracruz gefunden.

Die Opfer waren alle Teil des jungen Journalistennachwuchses. Sie ließen sich nicht von korrupten Beamten, Dealern oder anderen Kriminellen einschüchtern und mussten letztendlich für ihre kritischen Recherchen mit dem Leben bezahlen. Dieser Fall hatte weltweit für Aufmerksamkeit gesorgt und lenkt den Blick auf die weiter andauernden Gewaltverbrechen, die auf das Konto der Kartelle gehen.1

Doch nicht nur Menschen aus der „zivilen“ Gesellschaft wurden erneut Opfer des Konflikts. Die Gewalt zwischen den Kartellen steigt ebenfalls seit geraumer Zeit an. So wurden am Tag nach dem Auffinden der Journalisten 23 weitere Tote in der Nähe von Nuevo Laredo entdeckt. 9 Opfer hingen an einer Brücke, 14 andere wurden nahe des Rathauses in einem Auto deponiert.

Einem Schreiben zufolge, das die Polizei nahe der Brücke fand, handelte es sich bei den Toten um Angehörige des sog. „Gulf Cartel“. Als Täter werden Mitglieder der „Los Zetas“ vermutet. Die Fehde zwischen den beiden rivalisierenden Kartellen hält nun schon mehrere Jahre an. Die „Zetas“, die von desertierten Anti-Drogen-Einheiten gegründet wurden, liegen schon länger mit dem etablierten Sinaloa-Kartell und deren Verbündeten „Gulf Cartel“ und der sog „New Generation“ im Streit um die wichtigen Drogenhandelsrouten in die USA.

Das enorme Ausmaß der Gewalt könnte auch Auswirkung auf die Politik des Landes haben. Die amtierende Regierung Calderón, die einen repressiven und kompromisslosen Kurs in der Drogenpolitik fährt, verliert in Meinungsumfragen immer mehr an Rückhalt. Stattdessen gewinnen oppositionelle Gruppen wie die „International Revolutionary Party“ an Unterstützung. Aktuelle Befragungen sehen die IRP in den am 01. Juli anstehenden Wahlen als Favorit.2

  1. Link zum Artikel der Cape Breton Post – nicht mehr verfügbar []
  2. Link zum Artikel von Reuters []

Über alex / EarthLink

Student der Politikwissenschaften und der Soziologie an der LMU München. Praktikant bei EarthLink e.V. Isst jeden Tag einen Apfel.
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1 Antwort zu Mexiko: Krieg zwischen den Drogenkartellen fordert weitere Opfer

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